AVIS Südtirol-Vizepräsidentin Martina Knapp (links) Ehrenpräsident Erich Hanni (zweiter v.l.) und Herbert Raffeiner (rechts) übergaben die goldene Ehrennadel (für 50 Spenden) an (v.l.) Hannes Walter Prister, Stefan Alber, Robert Laimer, Walter Georg Janser und Engelbert Chizzali.
Zeit zu gehen: Nach zwölf Jahren erklärte Herbert Raffeiner seinen Rücktritt als AVIS-Bezirkspräsident.
Seit fast 40 Jahren im Einsatz für die Blutspender: Sekretärin Ilse Thoma.

Fleißige Blutspender und viele Unstimmigkeiten 

Auf die Vinschger Blutspender ist Verlass, dennoch gebe es derzeit einige Unstimmigkeiten, so der Tenor bei der Bezirksversammlung. 

Publiziert in 6 / 2019 - Erschienen am 19. Februar 2019

SCHLANDERS - „Erstmals stehe ich nicht hier im roten Hemd“, eröffnete Herbert Raffeiner die Jahreshauptversammlung der Blutspender im Vinschgau. Es war auch keine Versammlung wie jede andere. Es sollte die letzte sein, welche Raffeiner leitete. Im Laufe des Abends machte der Präsident nämlich seinen angekündigten Rücktritt wahr. Zu groß seien die Unstimmigkeiten, zu zahlreich die Probleme, welche es derzeit mit der Landesleitung gebe. 

1.509 Spenden

Aber der Reihe nach: Vieles sei im Vinschgau nach wie vor beispielhaft. Die Spender fleißig und zuverlässig. Die Blutspendervereinigung AVIS habe vom Bezirk Vinschgau im vorigen Jahr 1.509 Blutbeutel verlangt. „Und genauso viele haben wir geliefert. Das ist eine hervorragende Bilanz“, freute sich Raffeiner. Als Blutspender waren Ende 2018 1.059 Personen aktiv, 713 Männer und 340 Frauen. Dies seien etwa 150 Spender weniger als 2017.  Den größten Teil davon mache die Blutgruppe 0 positiv mit 339 Spendern aus, dicht gefolgt von A positiv mit 336 Spendern. 2019 gelte es, 110 Blutbeutel monatlich nach Bozen zu liefern. Besonders fleißige Spender wurden auch in diesem Jahr geehrt. Neun Spender durften sich über die goldene Ehrennadel für insgesamt 50 bisher geleistete Spenden freuen. 

Krach mit Landesleitung 

Wo viel Positives, da jedoch auch sehr viel Negatives, stellte Raffeiner klar. Insbesondere mit der Landesleitung von AVIS Südtirol gebe es große Differenzen. „Zu große, um weiter im Amt zu bleiben“, wie Raffeiner erklärte. Bereits vor einem halben Jahr habe er dem Ausschuss seinen Rücktritt angekündigt. An seiner Entscheidung hielt er auch fest. „Das Zerwürfnis mit der Landesleitung ist zu groß“, betonte der scheidende Präsident. Vor allem die Wiedereinstellung der langjährigen Sekretärin Ilse Thoma habe zu Unstimmigkeiten geführt. Fast 38 Jahre lang arbeitete diese für die Vinschger Blutspender. Nachdem sie im letzten Jahr in Pension gegangen war, musste sie auch ihren Dienst für die Blutspender beenden. „Auf ihre Arbeit können wir jedoch nicht verzichten“, betonte Raffeiner. So habe man, trotz Widerstandes von AVIS Südtirol, eine Wiedereinstellung erreicht. „Das lag in unserer Hand. Die Bezahlung jedoch nicht. So wurde mit gekürzten Bezügen, ja monatelang sogar ohne Gehalt, gearbeitet, um das Soll an Blutspenden nicht zu gefährden“, erklärte Raffeiner. Da er hier mit der Landesleitung keine Lösung finden konnte, ziehe er sich zurück. „Vielleicht ist unter neuer Führung ein Kompromiss möglich. Ich habe es nicht geschafft. Und die mangelnde Wertschätzung stieß mir sauer auf“, kritisierte er. 

Mangelnde Ressourcen 

Auch im Krankenhaus Schlanders sei die Situation für die Blutspender oft alles andere als einfach. „Wir brauchen bei der Blutspende eine ärztliche Begleitung. Der Arzt Egger tut hierbei sein Bestes, leider muss er aber auch anderweitig stets Dienst machen, für uns bleibt nicht immer ausreichend Zeit“, übte Raffeiner auch Kritik an der Ressourcen-Einteilung des Sanitätsbetriebs. Eine Konstante seien jedenfalls die Krankenschwestern, „die mit viel Engagement ihren Dienst tun“, lobte Raffeiner. Nach zwölf Jahren sei es für ihn nicht einfach, sich zu verabschieden. Er habe das Amt stets als ehrenvolles empfunden und mit großem Einsatz gearbeitet. Dies bestätigte auch Vize-Präsident Hermann Schönthaler. Nun gelte es, in den nächsten Wochen einen neuen Präsidenten zu finden. Schönthaler selbst stehe für das Amt nicht zur Verfügung. Um den oberen Vinschgau mehr miteinzubeziehen, wurde der AVIS Vinschgau-Vorstand erweitert. So verstärken Andreas Felderer aus St. Valentin auf der Haide, Nadine Flora aus Mals, Christian Obwegeser aus Schluderns und Karl Heinz Strimmer nun den Ausschuss.

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.