Auszug aus dem Pachtvertrag von 2008.

Freibad-Pächterin bitter enttäuscht

Publiziert in 12 / 2014 - Erschienen am 2. April 2014
Doris Kolleritsch kritisiert Gemeinde. Bürgermeister kontert. Schlanders - 8 Jahre lang hat ­Doris Kolleritsch mit ihrer Familie das Freibad in Schlanders geführt. Im Dezember 2013 flatterte die Kündigung seitens der Gemeinde ins Haus. „Und dies obwohl im 6-jährigen Pachtvertrag, der 2013 auslief, ein Optionsrecht für eine 6-jährige Verlängerung festgeschrieben ist,“ ärgert sich Kolleritsch. Sie erinnert daran, dass sie das Freibad bereits 2006 auf Ersuchen des Sportreferenten Kurt Leggeri erstmals übernommen hat. Sie absolvierte den Bademeisterkurs und ließ sich auf das „Abenteuer Schwimmbad“ ein. 2008 wurde der Pachtvertrag besiegelt. „Trotz anstehender Umbauarbeiten, der damals noch schlechten Technik und erheblicher Mehrarbeit haben wir den Vertrag unterzeichnet, denn das Freibad war uns bereits ans Herz gewachsen und außerdem waren wir überzeugt, es weitere 6 Jahre über 2013 hinaus führen zu können. Das Optionsrecht sahen wir immer als wesent­lichen Bestandteil des Vertrags an. Ohne dieses Recht hätten wir das Schwimmbad in der Umbauphase und allen damit zusammenhängenden Schwierigkeiten und Unannehmlichkeiten sicher nicht gepachtet“, so Kolleritsch. „Einige Saisonen verbrachten wir in Baucontainern, in denen die Bar und die Küche untergebracht waren, wir waren gezwungen zu improvisieren, um überhaupt arbeiten zu können.“ Die Kündigung sei auch deshalb nicht nachvollziehbar, „weil wir stets alles unternommen haben, um der Bevölkerung bestmögliche Bedingungen zu bieten, speziell auch den Kindern. Wir haben zum Beispiel in Eigenregie die Holzliegen abgeschliffen und lackiert, Hängematten angebracht und Blumen gepflanzt.“ Im Gastronomiebereich habe man eine langjährige Erfahrung mitgebracht und ebenfalls versucht, das Beste zu geben. „Unser großes Motto war Familienfreundlichkeit auf allen Ebenen,“ so die ehemalige Pächterin. Die Führung eines Freibades, das auch als soziale Einrichtung anzusehen sei, sei mit großer Verantwortung der gesamten Bevölkerung gegenüber verbunden. Bezüglich der Geltendmachung des Optionsrechtes hat sich Kolleritsch an eine Rechtsanwältin gewandt. „Wir als Gemeinde haben im Ausschuss seinerzeit einstimmig entschieden, den Vertrag zu kündigen und das Freibad erstmals selbst zu führen, sprich qualifiziertes Führungspersonal dafür zu beauftragen“, sagte BM Dieter Pinggera dem der Vinschger. Auf die Frage, warum der Vertrag gekündigt wurde, meinte er: „Das Kündigungsrecht ist im Vertrag ebenso verankert und überwiegt aus rechtlicher Sicht dem ­Optionsrecht. Gekündigt wurde der Vertrag, weil wir überzeugt sind, das Freibad wesentlich besser führen zu können.“ Entscheidung soll demnächst fallen Endgültig geklärt ist die Angelegenheit noch nicht. Die Entscheidung soll vor dem Schiedsgericht fallen. Dass die Gemeinde bereits im Vorfeld der „Gemeinderundschau“ einen Fragebogen beigelegt hat, um Wünsche und Vorschläge der Bevölkerung für die neue Freibad-Führung zu eruieren, ist nicht nur laut Kolleritsch mehr als verwunderlich. Auf die Frage, was geschieht, falls doch das Optionsrecht gilt, meinte Pinggera: „Davon gehen wir nicht aus. Auf jeden Fall wollen auch wir Rechtssicherheit und hoffen daher, dass die Sache in Kürze außergerichtlich in unserem Sinn geklärt wird.“ Pinggera sowie auch Referent Kurt Leggeri verweisen zudem darauf, dass Kolleritsch in der Vergangenheit mehrmals gesagt habe, das Freibad nicht mehr führen zu wollen. „Wir haben ihr die Entscheidung sozusagen abgenommen“, so Pinggera. Kolleritsch hält dem entgegen, dass sie grundsätzlich immer bereit gewesen sei, das Freibad weiterhin zu führen, „nur nicht unter bestimmten untertragbaren Umständen, wie sie während der Umbauphasen herrschten.“ Angelaufen ist mittlerweile die Sanierung des großen Beckens. Es wird die „Haut“ ausgetauscht. Neu ausgeschrieben hat die Gemeinde übrigens auch die Führung der Freizeitbar im Sportzentrum. Die Ausschreibung ging leer aus, sodass die Gemeinde jetzt Privatbehandlungen führt. Bei der Verpachtung der Bahnhofbar – der Vertrag läuft im Dezember 2014 aus -, hat neben der Gemeinde auch das Land ein bestimmendes Wort mitzureden. Sepp
Josef Laner
Josef Laner

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