Fraktionsvorsteher Toni Zanini (links) und Florian Eller.

„Froh, dass überhaupt etwas geschieht“

Publiziert in 31 / 2012 - Erschienen am 5. September 2012
Nicht alle Langtauferer stemmen sich blindlings gegen das ­umstrittene Projekt zum Neubau der Weißkugelhütte. Langtaufers - „Positiv festzuhalten ist zunächst, dass das Land überhaupt etwas unternimmt, um eine Reihe von Schützhütten wieder in Schuss zu bringen. Dass die Weißkugelhütte ausgewählt wurde, freut uns, denn es ist höchste Zeit, dass hier etwas geschieht,“ stimmen Fraktionsvorsteher Toni Zanini und Florian Eller, Vorsitzender des Vereins „Oculus“, überein. Es gebe im Tal und darüber hinaus viel zu viele Leute, die das Siegerprojekt der Architekten Thomas Höller und Georg Klotzner in Bausch und Bogen verwerfen, blindlings auf der Zug der Neinsager aufspringen und sich in den Chor jener einreihen, welche die neuen Schutzhütten-Projekte als „Bunker“ bezeichnen. „Was Bunker sind, zeigen wir den Leuten, wenn wir sie durch die Bunkeranlage in Reschen führen,“ so Eller. Von „Bunkern“ in den Bergen zu reden, sei völlig abwegig. Zanini und Eller erinnern auch daran, dass das Land Gesprächsbereitschaft signalisiert wurde: „Wir sind überzeugt, dass sich einige Dinge ändern lassen, speziell was die äußere Gestaltung betrifft. Auch wir sind über den Vorschlag einer einheitlichen Fassadengestaltung in Titanzink nicht glücklich.“ Zanini warnt davor, dass das Land angesichts der vielen negativen Äußerungen am Ende sagen könnte: „Wenn ihr schon nicht wollt, machen wir überhaupt nichts.“ Das wäre das Allerschlimmste, denn die Weißkugelhütte, die von der Familie Christian Hohenegger beispielhaft geführt werde, sei aus alpiner und touristischer Sicht ein sehr bedeutendes Schutzhaus. Nicht zuletzt auch deshalb, weil dort der viel begangenen Gletscherlehrpfad endet Viele positive Aspekte Etwas untergegangen seien in der bisherigen Diskussion die positiven Aspekte des Neubaus. So wurde das Gebäude weiter nach hinten geschoben, um den Aushub deutlich zu reduzieren. Der Stubenbereich wurde erweitert und die südwestliche gelegene Hügelkuppe als Terrassenbereich vorgeschlagen. Auch die Verlegung des Personalbereichs in das Tiefparterre sei positiv. Zum Glück beendet sei die Diskussion um den Standort: „Die Hütte bleibt, wo sie seit jeher steht.“ Zur Führung soll übrigens eine aus CAI- und AVS-Vertretern zusammengesetzte Körperschaft eingesetzt werden. Erbaut wurde die Weißkugelhütte 1892/1893 von der Sektion Frankfurt des Deutschen und ­Österreichischen Alpenverein (DuÖAV). Vor dem 1. Weltkrieg ging sie an die Sektion Brandenburg über. Nach der Enteignung 1919 stand sie bis 1924 unter militärischer Verwaltung. 1925 wurde sie dem CAI übergeben. 1957 bekam sie zum 100. Geburtstag von Papst Pius XI. den Namen „Rifugio Pio XI alla Palla Bianca“. 1999 ging die Weißkugelhütte auf das Land über. Die Konzession zur Führung seitens des CAI lief 2010 aus. Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner
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