Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Prad setzten ein starkes Zeichen für den Klimaschutz.

Für den Schutz des Klimas

Mittelschule Prad zeigt Verbundenheit mit Greta Thunberg

Publiziert in 15/16 / 2019 - Erschienen am 23. April 2019

Prad - „Es ist dein Planet! Unternimm was!“ „Es ist billiger, den Planeten zu schützen, als zu reparieren.“ „In 50 Jahren ist nur mehr die Hälfte aller Gletscher da.“ „Fahrt mehr mit dem Fahrrad und weniger mit dem Auto.“ „Bis 2050 wird der Meeresspiegel um mindestens 80 Zentimeter gestiegen sein.“ „Wir müssen den Anstieg des Kohlendioxids in der Atmosphäre stoppen und das Meer retten.“ „In 100 Jahren werden wir im Müll ersticken, aber es ist noch nicht zu spät.“ „Unser Schicksal hängt nicht von den Sternen ab, sondern von unserem Handeln.“ „Siamo qui e vogliamo urlare: il nostro futuro non ci dovete rubare!“ „Cari politici, se non sapete migliorare la salute del pianeta, almeno non fatelo ammalare oltre!“ „Hallo Politik, hört auf uns und stoppt die Gefahren unserer Zukunft.“ „Save the future“, „Warum lernen für die Zukunft, wenn es keine gibt.“ Diese und viele weitere Aussagen, Befürchtungen, Botschaften und Aufrufe zum Thema Klimaschutz waren am 16. April auf Plakaten im Schulhof der Mittelschule Prad zu lesen. In den Händen gehalten wurden die Plakate von Schülerinnen und Schülern der Mittelschule. Sie wollten mit dieser Aktion ihre Verbundenheit und Solidarität mit Greta Thunberg und den weltweiten Schülerprotesten gegen die Untätigkeit der Politiker für den Klimaschutz zum Ausdruck bringen. Mit ihrer Aktion haben die Mittelschülerinnen und Mittelschüler ein starkes Zeichen für den Schutz des Klimas gesetzt und sich mit der weltweiten Jugendbewegung für den Kampf gegen den Klimawandel solidarisch gezeigt. Es ist erstaunlich, erfreulich und auch ermutigend, was die erst 16-jährige schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg weltweit ins Rollen gebracht hat. Ihr Einsatz für eine konsequente Klimapolitik findet mittlerweile internationale Beachtung. Aus den von ihr ausgelösten „Schulstreiks für das Klima“ ist inzwischen die globale Bewegung „Fridays for Future“ entstanden. 

„Politik tut viel zu wenig“

Greta Thunbergs Kernbotschaft ist einfach und klar: Die Politik tut viel zu wenig für den Klimaschutz und handelt damit unverantwortlich, vor allem jungen Menschen gegenüber. Im Vorfeld der knapp einstündigen Veranstaltung hatten sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit der Person von Greta Thunberg und deren Positionen befasst, sondern sich auch in verschiedenen Fächern mit dem Themenkreis Klimaschutz auseinandergesetzt und Plakate und Statements vorbereitet. Der Blick wurde nicht nur auf die globalen Folgen des Klimawandels gerichtet, sondern auch auf die derzeitige Situation in Südtirol und im Besonderen auch in der Gemeinde Prad. Vertreterinnen und Vertreter der 3 dritten Mittelschulklassen präsentierten die in den Fächern Naturkunde, Deutsch und Erdkunde erarbeiteten Ergebnisse. Über den aktuellen Stand der Klimaforschung und des Klimawandels in Südtirol hatten sich die Schülerinnen und Schüler ebenso informiert, wie über den menschlichen Einfluss auf das Klima, die Folgen des Klimawandels und über weitere Themen. Mehrfach hingewiesen wurde u.a. darauf, dass der Mensch das Klima vor allem seit dem Beginn der Industrialisierung beeinflusst, hauptsächlich durch die Treibhausgase. Der Anstieg von Kohlenstoffdioxid (CO2), verstärkt bekanntlich den Treibhauseffekt und führt zur globalen Erwärmung, die ihrerseits mit zahlreichen Folgen verbunden ist. Der Anstieg des Meeresspiegels gehört ebenso dazu, wie das Schmelzen der Gletscher, das zunehmende Verschwinden der Regenwälder und viele weitere negative Folgen. Zusätzlich zu diesen und weiteren gravierenden Umweltveränderungen sind auch weltweite, große Migrationsbewegungen zu befürchten.

Was ist in Prad zu verbessern?

Auch der Frage, was in Prad in Sachen Umweltschutz gut läuft und was nicht, sind die Schülerinnen und Schüler nachgegangen. Gut laufe die Nutzung erneuerbarer Energiequellen in der energieautarken Gemeinde. Auch der Wertstoffhof, das Abwasser-Management und die Müllsammelaktionen werden als positiv bezeichnet. Aber auch Verbesserungsvorschläge wurden genannt: mehr Mülltonnen, mehr Müllsammelaktionen, mehr Hundekot-Behälter und die Verwendung von Stofftaschen anstelle von Plastiktüten. Eingehend befasst hatten sich die Jugendlichen auch mit dem Gletscherschwund am Stilfserjoch. Der Gletscher verliert jedes Jahr mehrere Meter an Länge. Im vergangenen Jahr musste das Skigebiet zum ersten Mal wegen zu wenig Schnee geschlossen werden. Als wirksamste Maßnahme gegen die Klimaerwärmung wurde das Energiesparen genannt. Auch mit konkreten Tipps dazu warteten die Schülerinnen und Schüler auf: LED-Leuchtmittel anstelle herkömmlicher Lampen, unter die Dusche gehen statt in die Badewanne, regionale und saisonale Produkte kaufen, mehr mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, weniger Fleisch essen. Ein weiteres Thema war der CO2 Fußabdruck. 

Eine Aufgabe für jeden

Abschließend riefen die Schülerinnen und Schüler dazu auf, „verantwortungsbewusst mit unserem Planeten umzugehen. Jeder von uns kann einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten.“

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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