Gruppenbild im Anschluss an die Pressekonferenz.
Im Bild (v.l.): der stellvertretende Bezirksdirektor Gottfried Federspiel, Pflegedienstleiter Christoph Alber, Landesrat Thomas Widmann, Generaldirektor Florian Zerzer und der Ärztliche Direktor Robert Rainer.

„Gas geben und durchstarten“

Primariate Chirurgie und Anästhesie werden besetzt.

Publiziert in 28 / 2019 - Erschienen am 27. August 2019

Schlanders - Die derzeit vakanten Primariate Chirurgie und Anästhesie im Krankenhaus Schlanders sollen möglichst rasch besetzt werden. Das war die wichtigste von mehreren guten Nachrichten, mit denen Gesundheitslandesrat Thomas Widmann und der Generaldirektor des Sanitätsbetriebes, Florian Zerzer, am 9. August bei einer Pressekonferenz im Krankenhaus aufwarteten. Der Erhalt und die Aufwertung der kleinen Krankenhäuser hätten für die Landesregierung laut Widmann oberste Priorität. Mit dem neuen, gemeinsam mit den Ärzten und Führungskräften des Schlanderser Krankenhaues erarbeiteten Entwicklungsszenario werde die Aufwertung zementiert, „auch über die derzeit laufende Legislaturperiode hinaus.“ Zerzer sprach von einer „tollen, einvernehmlichen Lösung.“ An der Ausarbeitung des Lösungsansatzes seien die Ärzte und Verantwortlichen des Krankenhauses zu 100 Prozent beteiligt gewesen. „Das ist eure Lösung, nicht meine oder die von Zerzer“, meinte auch Widmann. Der Ärztliche Direktor Robert Rainer sagte, dass man das Kriegsbeil nun endgültig begraben könne: „Fackelumzüge brauchen wir keine mehr.“ Jetzt gehe es darum, das erarbeitete Szenario mit Zuversicht und viel Motivation umzusetzen, Gas zu geben und ordentlich durchzustarten. Laut Widmann und Zerzer werde das Krankenhaus Schlanders sein qualitativ hochwertiges Leistungsangebot in den Bereichen der Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Palliation beibehalten. Die Poliambulatorien werden ebenso bleiben wie die Notaufnahme, die klinischen Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Anästhesie und Notfallmedizin mit der zentralen Überwachungsstation. Zudem gebe es die neu eingerichtete Rheuma-Fachambulanz. Die in die Chris-Studie integrierte Knochendichtemessung komme in Zukunft dazu. Die Versorgung von orthopädisch-traumalogischen Patienten werde weiterhin einen Schwerpunkt bilden, das pädiatrische Angebot bleibe aufrecht. Mit der Absicherung der Primariate, der Fachambulanz für Rheumatologie und der noch auszubauenden Phlebologie (Erkennung und Behandlung von Gefäßerkrankungen) werde das Krankenhaus Schlanders auch künftig eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung des Vinschgaus erfüllen. Neben Widmann und Rainer gab sich auch Zerzer zuversichtlich, dass jetzt nach schwierigen Situationen und Phasen „Ruhe einkehren wird.“ Ein wesentlicher Schritt sei mit der Entscheidung getan worden, die Primariate Chirurgie und Anästhesie auszuschreiben. Super bewährt habe sich der Grundsatz „1 Krankenhaus - 2 Standorte“. Mehrfach unterstrichen hat Widmann vor der Presse, dass die kleinen Krankenhäuser abgesehen von ihrer Funktion in der Gesundheitsbetreuung auch eine wichtige Rolle als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor spielen. Es gelte, das Territorium insgesamt aufzuwerten, auch was die Hausärzte und die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus betrifft. Der Ärztliche Direktor gab sich abschließend zuversichtlich: „Die heutige Anwesenheit der Verantwortungstragenden im Sanitätswesen und die in den vergangenen Monaten in einem konstruktiven Klima erarbeiteten Ergebnisse machen zuversichtlich, dass wir für die Bevölkerung und die Mitarbeitenden im Krankenhaus vieles weiterbringen können.“ Ob sich die Primare bzw. anderweitiges Fachpersonal tatsächlich finden lassen, bleibt abzuwarten. Auch in diesem Punkt gab sich Rainer zuversichtlich: „Wir sind mittlerweile Meister im Rekrutieren.“

Josef Laner
Josef Laner

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