Gebrauchen, sonst sind sie weg

Publiziert in 6 / 2014 - Erschienen am 19. Februar 2014
Goldrain - „Wir müssen sie gebrauchen, gebrauchen und wieder gebrauchen, sonst sind sie weg.“ Der Goldrainer Schützenhauptmann Arno Rainer hatte Südtirols historisch gewachsenen Ortsnamen vor Augen. Die 25. Goldrainer Dorftage boten Gelegenheit, sich mit der Toponomastik und ihren ungelösten Problemen zu befassen. Ungelöst aus der Sicht des Schützenbundes, meinte Rainer. Das Landesgesetz 15/2012 würde zwar die deutschen und ladinischen Ortsnamen amtlich machen, aber „das faschistische Unrecht“ durch Ettore Tolomei festschreiben. Ortsnamen seien wie Eigennamen nicht übersetzbar. Eine klare Lösung sei nur möglich, wenn alle pseudoitalienischen Ortsnamen verschwinden würden. Dazu müssten die italienischen Mitbürger allerdings den Beweis ihrer häufig beschworenen, antifaschistischen Haltung antreten. Im Laufe der regen Diskussion wurde vor einer Vermischung von Politik und Namenforschung gewarnt. Die Südtiroler Realität sei mit der in Katalonien oder im Baskenland nicht vergleichbar. - Thomas Lechthaler, Mitglied des Bildungsausschusses, stellte die Bemühungen von Martina Oberhofer, Hansi Gamper, Richard Huber und Heinz Staffler vor, die zu einer Flurnamen-Karte von Goldrain, Latsch und St. Martin geführt haben. Über zahllose Gespräche mit älteren Mitbürgern wurden 285 Flurnamen erhoben, überprüft und auf eine Flugaufnahme übertragen. s
Günther Schöpf
Günther Schöpf

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.