Viele tragen dazu bei, dass die „Schlanderser Tafel“ immer breitere Kreise zieht; so kann immer mehr bedürftigen Menschen geholfen werden.

Gelebte Nächstenliebe

Publiziert in 32 / 2013 - Erschienen am 18. September 2013
Dank der „Schlanderser Tafel“ bekommen bedürftige Menschen ­einwandfreie Lebensmittel Schlanders - Nach außen fällt es zwar oft nicht auf, doch Menschen, die sich schwer tun, Lebensmittel zu kaufen, gibt es auch bei uns. Um bedürftigen Mitmenschen zu helfen, wurde im Vorjahr auf Initiative der Schlanderser Gemeinderätin Monika Habicher Wielander die „Schlanderser Tafel“ ins Leben gerufen. Seit dem September 2012 werden beim „Eurospar“ in Schlanders Lebensmittel mit kurzem Verfalls- bzw. Mindesthaltbarkeitsdatum abgeholt und an Bedürftige verteilt. Die Obstgenossenschaft GEOS stellt zusätzlich Äpfel bereit, die Latscher Bäckerei Egger Brot, das am Abend übrig bleibt. Wie sich bei einer Pressekonferenz am 9. September im Rathaus in Schlanders zeigte, findet die „Schlanderser Tafel“ viel Zuspruch. „Es geht uns darum, bedürftigen Mitmenschen zu helfen und auch dazu beizutragen, dass Lebensmittel nicht einfach weggeworfen werden“, sagte Herbert Habicher, der Präsident der Vinzenzgemeinschaft Schlanders, die als Trägerin der Initiative fungiert. Die „Schlanderser Tafel“ arbeitet eng mit der Organisation „Banco Alimentare“ zusammen, die ihren Hauptsitz in Trient hat und von wo Kurt Gufler einmal im Monat ehrenamtlich länger haltbare Lebensmittel, wie Zucker, Nudel oder Reis, abholt und für die Verteilung nach Schlanders bringt. Neben Gufler wirken noch viele weitere Freiwillige bei der „Schlanderser Tafel“ mit, darunter vor allem Frauen. Rosmarie Holzner wartete in Vertretung ihrer Kolleginnen mit Zahlen auf. Die Zahl jener, die einmal- bis zweimal pro Woche Lebensmittel abholen - es handelt sich um Einpersonenhaushalte bis hin zu Familien -, ist vom September 2012 bis jetzt von 65 auf über 150 angestiegen, wobei 58 Kinder darunter sind. Auch zu einer geografischen Ausdehnung kam es: 69 nutznießende Haushalte sind in Schlanders angesiedelt, 25 in Latsch, je 13 in Prad und Mals, 10 in Laas, 6 in Schluderns, je 5 in Kastelbell-Tschars und Graun sowie je 3 in Goldrain und Taufers. Viele der Betroffenen sind arbeitslos. Wie groß die Not mancher Menschen ist, beweist der Umstand, dass einige laut Herbert Habicher angeben, nicht einmal das Geld für die Bahnfahrt zu haben, um die Lebensmittel abzuholen. Insgesamt wurden in einem Jahr 5.959 kg Lebensmittel vor Ort eingesammelt und 2.794 kg in Trient abgeholt, sodass insgesamt über 8,7 Tonnen Lebensmittel im Gesamtwert von über 46.000 Euro verteilt werden konnten. Aspiag-Chef Robert Hillebrand lobte die Initiative und dankte vor allem dem Trägerverein. Ohne solche Vereine wäre es für Aspiag nur sehr schwer möglich, die bürokratischen Hürden für das Verschenken der Lebensmittel zu überwinden. GEOS-Obmann Karl Dietl und Horst Egger von der Bäckerei Egger betonten, dass sie diese sinnvolle Initiative sehr gerne unterstützen. Worte des Lobes für den freiwilligen Einsatz aller Beteiligten kamen auch von Sozialreferent Heinrich Fliri, der Vize-BM Monika Holzner Wunderer und der für die westliche Landeshälfte zuständigen Vertreterin von „Banco Alimentare“, Cristina Ropelato. Froh sind alle Beteiligten, dass nun auch in den Gemeinden Naturns und Mals „Tafeln“ im Entstehen sind. Außerdem wäre es wünschenswert, wenn sich noch weitere Betriebe aktiv miteinbringen würden. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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