Nur aus gesunden und vitalen Kälbern werden leistungsstarke Kühe.
Martin Unterer begrüßt die vielen Teilnehmer und Ehrengäste.

Gesunde Kälber

Berglandwirtschaftstag im Zeichen der Kälberaufzucht und Kälberhaltung

Publiziert in 40 / 2018 - Erschienen am 20. November 2018

Burgeis - Der 5. Vinschger Berglandwirtschaftstages, der am 9. November in der Fachschule für Land- und Forstwirtschaft in Burgeis stattgefunden hat, war dem Thema „Gesunde Kälber - leistungsstarke Tiere“ gewidmet. Martin Unterer freute sich im Namen der Schule über die rege Teilnahme. Landesrat Arnold Schuler und der Bezirksobmann des Bauernbundes, Raimund Prugger, verwiesen auf die Bedeutung, die dem Berglandwirtschaftstag zukommt. Organisiert wird er in guter Zusammenarbeit mit der Schule, dem Bauernbundbezirk und dem BRING (Beratungsring Berglandwirtschaft). „Die Berglandwirtschaft ist und bleibt ein zentrales Thema für die Südtiroler Landwirtschaft. Sie ist ein Mehrwert für die gesamte Gesellschaft“, sagte Schuler. Gespürt habe man das auch bei den jüngsten Unwettern: „Unser Land ist bis in die letzten Winkel gut gepflegt.“ Ein großes Potential für die Berglandwirtschaft sieht Schuler in der Fleischproduktion.

Die Bedeutung der Biestmilch

Als Hauptreferentin konnte BRING-Direktor Christian Plitzner, der die Tagung moderierte, Gertrude Freudenberger von der Abteilung Tierproduktion der Landwirtschaftskammer Steiermark begrüßen. Als wichtige Grundvoraussetzung für vitale Kälber, die später auch ihr genetisches Leistungspotential ausschöpfen können, nannte die ausgewiesene Expertin im Bereich der Kälberaufzucht eine intensive Fütterung während der ersten sechs Monate. Unabhängig davon, ob es sich um weibliche Nachzucht für Milchkühe oder Kälber für die Mast handelt, könnten Fütterungsfehler während der ersten Lebenswochen im späteren Verlauf nicht mehr wettgemacht werden. Ein Hauptaugenmerk bei ihrem Vortrag legte Freudenberger auf die Bedeutung der Versorgung der Kälber mit Kolostrum (Biestmilch) kurz nach der Geburt. Ziel einer erfolgreichen Kälberaufzucht sei es, innerhalb der ersten zwei Lebensmonate eine Verdoppelung des Geburtsgewichtes zu erzielen. Auch bestmögliche Haltungsbedingungen seien entscheidend: viel Stroh, befestigter und trockener Untergrund (vor allem beim Füttern), keine Zugluft, Hygiene. In Sachen Fütterung während der Tränkeperiode gelte der Grundsatz: Mehr Milch bringt‘s. Groß sei die Bedeutung der Vollmilch als Energie- und Nährstoffquelle während der ersten Lebenswochen. Werden Milchaustauscher in der Aufzucht verwendet, sei dieser Aspekt besonders zu beachten. Grundsätzlich hielt die Expertin fest, dass eine erfolgreiche Kälberaufzucht von vielen, auch äußeren Einflussfaktoren abhängt. Nur gesunde und vitale Kälber können zu leistungsstarken Kühen heranwachsen.

Beispiel aus der Praxis

Mit einem praktischen Beispiel erfolgreicher Kälberaufzucht wartete Martin Deval auf. Er bewirtschaftet einen Vollerwerbsbetrieb in St. Vigil in Enneberg. Auf anschauliche und kurzweilige Art zeigte Martin Deval auf, was er bisher unternommen hat und in Zukunft noch unternehmen möchte, um gesunde und leistungsstarke Kühe zu halten. Ein besonderes Anliegen sei ihm das Tierwohl. Milchkühe und Trockensteher sind im selben Stall untergebracht, während die Kälber und das Jungvieh in einem anderen Stall gehalten werden, der sich in unmittelbarer Nähe befindet. Die Kälber kommen nach der Geburt direkt in Einzeliglus, wo sie für 3 bis 4 Wochen bleiben. In dieser Zeit erhalten die Kälber eine „ad libitum“- Tränke (keine Sauertränke). Markus Moriggl, Direktor der Raiffeisenkasse Obervinschgau, die den Vinschger Berglandwirtschaftstag seit jeher mitträgt, referierte abschließend über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Almwirtschaft im Berggebiet. Almen seien nicht nur in Bezug auf das Landschaftsbild nicht wegzudenken, sondern auch was ihre wirtschaftliche Bedeutung betrifft.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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