Im Rondell von Schloss Lichtenberg sollen nicht nur die Funde von Grabungen auf dem Burghügel, sondern auch Fotografien des großen, profanen Freskenzyklus aus dem 14. Jahrhundert ausgestellt werden.
Sie wollen der Ruine Lichtenberg neues Leben einhauchen: Gregor Graf Khuen-Belasi, Bürgermeister Karl Bernhart, Ivo Graf Khuen-Belasi und Architekt Kurt Stecher (v.l.)

Gräflicher Besuch bei Dorfbildungstag

Dorfbildung mit Schloss Lichtenberg in Vergangenheit und Zukunft 

Publiziert in 41 / 2019 - Erschienen am 26. November 2019

Prad - Gräfliche Gäste konnte Kulturreferentin Annegret Rück zum Dorfbildungstag im Bürgersaal begrüßen. Die Grafen Gregor Khuen-Belasi mit Tochter und Ivo Khuen-Belasi mit Bruder Friedrich Hubert hatten die weite Anreise aus Kaltern bzw. Bruneck nicht gescheut, um Pradern und Lichtenbergern von ihren Vorfahren zu berichten. Aus dem Stammbaum der seit 1630 gegraften Familie kann man Rückschlüsse auf die wechselnden Hauptsitze der Familie ziehen. Demnach ist Schloss Lichtenberg seit 506 Jahren Familienbesitz der Khuen-Belasi mit Wurzeln im Südtiroler Unterland und im Nonstal. Vor rund 270 Jahren wurde die unbequeme Burg verlassen und der Wohnsitz in das Palais Augenweidstein nach Wilten verlegt. Bereits nach einem halben Jahrhundert tauchte ein Khuen-Belasi in Eppan ansässig auf. Der Großvater der jetzigen Besitzer - in Eppan geboren - zog es vor, wieder in der erheirateten Nonstaler Burg Belasi zu wohnen. Dort sind 5 seiner 6 Söhne geboren. Sie waren nach dem Tod des Vaters im Jahr 1954 neben ihrer Mutter Flora gemeinsame Erben von Schloss Lichtenberg. Bei einer Erbteilung kam die Schlossruine Lichtenberg zu gleichen Teilen an Gregor Christoph, den 2. Sohn von Georg Christoph, und an Ivo, den ältesten Sohn von Hans Jörg Jakob Khuen-Belasi. Ivo Graf Khuen-Belasi erklärte neben den Ursprung des Familiennamens Khuen sowohl das derzeitige Wappen Khuen-Niederthor, als auch das große Wappenfresko am Rondell von Schloss Lichtenberg mit dem Khuenschen Löwen im Schild von Pankraz, dem ersten Khuen-Belasi auf Lichtenberg, und mit dem Wappen seiner Frau Potentiana von Firmian.

Dornröschenschlaf beendet

Über die Zukunft der Schlossruine berichtete Architekt Kurt Stecher. „Wir sind froh, dass die Gemeinde den Dornröschenschlaf der Burg beendet hat und Schloss Lichtenberg den Vinschgern zur Verfügung stellt“, meinte er. Seine Ausführungen betrafen das Sanierungskonzept im Rahmen eines Interreg-Projektes Italien-Österreich. Dazu erklärte er die Finanzierung aus EU-Mitteln zu 75% und Beiträgen der Gemeinde zu 25%. Anhand des Vorprojektes wurden die Zuhörer durch das Schloss geführt und die markantesten Eingriffe mit den geplanten Nutzungsmöglichkeiten vorgestellt. Möglich geworden sei dies nur durch das Entgegenkommen der Besitzer, die einem Leihvertrag zu 15 plus 10 Jahren zugestimmt hätten. Vom Vertrag ausgenommen worden sei der kleine Palas, den selbst zu nutzen sich die Familie vorbehalten hätte. Dazu angesprochen meinte Graf Ivo: „Dem Sanierungskonzept stehen wir positiv gegenüber. Ohne den von uns angeregten Leihvertrag wäre dieser nicht möglich gewesen. Den kleinen Palas auszuklammern, scheint uns wichtig, damit unsere Kinder den direkten Bezug zur Burg nicht verlieren.“ Im Bürgersaal wurde auch Walter Gamper aus Lichtenberg als zukünftiger „Kümmerer“ der Schloss-Belange genannt. 

Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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