Gruppenbild vor dem Wahrzeichen in Graun (v.l.): Günther Bernhart (Watles), Heinrich Tumler und Erich Pfeifer (Sulden/Trafoi), Karl Stecher (Nauderer Bergbahnen), Bürgermeister Helmut Spöttl (Nauders), Gemeinderefernt Franz Prieth (Graun), Helmut Wolf (Nauders Tourismus), Manfred Wolf (Nauderer Bergbahnen), Andreas Lechthaler und Christian Maas (Schöneben), Frowin Stecher (Haideralm), Johann Telser (Watles) und Manuel Baldauf (Nauders Tourismus); Kurt Sagmeister (Vinschgau Marketing) fehlt im Bild. Foto: Bergbahnen Nauders

Grenzüberschreitender Schulterschluss

Skipass-Verbund zwischen Skiarena Vinschgau und Nauderer Bergbahnen ist besiegelt. Neue Marke wird entwickelt. 211 Pistenkilometer.

Publiziert in 16 / 2017 - Erschienen am 2. Mai 2017

Graun - Die Skiarena Vinschgau mit den Skigebieten Sulden, Trafoi, Watles, Schöneben und Haideralm sitzt nun zusammen mit dem Skigebiet Nauders in einem gemeinsamen Boot. Wie berichtet (der Vinschger Nr. 14/2017) hatte sich bereits vor Wochen ein positives Ergebnis der Verhandlungen für einen grenzüberschreitenden Skikartenverbund abgezeichnet. Am 24. April haben Vertreter aller 6 Skigebiete das neue Produkt den Medien vorgestellt. Alle Redner, die auf der Pressekonferenz im Hotel „Goldener Adler“ in Graun das Wort ergriffen, stimmten darin überein, dass die Verhandlungen konstruktiv und auf Augenhöhe mit allen Beteiligten geführt wurden. Herausgekommen sei ein gutes Ergebnis für die Region und für den Gast. Dies bekräftigten nicht nur der Gemeindereferent Franz Prieth und Helmut Spöttl, Bürgermeister von Nauders und Aufsichtsrats-Vorsitzender der Nauderer Bergbahnen AG, sondern auch Karl Stecher und Manfred Wolf als Vorstände der Nauderer Bergbahnen sowie Schöneben-Präsident Andreas Lechthaler, sein Stellvertreter Christian Maas, Erich Pfeifer, der Präsident der Skiarena Vinschgau, und weitere Redner. Bereits ab Dezember 2017 sollen alle Mehrtageskarten, die eine Gültigkeit von 2 bis 18 Tagen haben, die gemeinsame Eintrittskarte in jedes der beteiligten Skigebiete bilden. Die Skiarena Vinschgau und Nauders werden sich in Zukunft bewusst als gemeinsame Ski-Region präsentieren. „Was hier entsteht, ist der größte grenzüberschreitende Kartenverbund zwischen Nord- und Südtirol“, hieß es mehrfach. Mit insgesamt 211 Pistenkilometern geselle sich die Region zu Europas größten Skipass-­Allianzen. Erich Pfeifer verwies auch auf Synergien, die sich aufgrund des Kartenverbundes ergeben. So könne man in Zukunft zum Beispiel auch im Marketing gemeinsam auftreten und sich als grenzüberschreitende Skiregion positionieren. Nur positiv zu werten wäre auch ein eventueller Beitritt des Skigebietes Minschuns im Münstertal zum neuen Kartenverbund. Bereits im Laufen sind Verhandlungen über einen Beitritt von Nauders zur Ortler Skiarena. Überzeugt gaben sich alle Redner, dass es für alle von Vorteil ist, „zusammen im Boot zu sitzen und dieses gemeinsam in die Zukunft zu steuern.“ Froh ist man darüber, dass alle bisherigen Unstimmigkeiten, speziell zwischen Nauders und Schöneben, vom Tisch seien: „Nun braucht sich niemand mehr zu ärgern, nicht der Gast und auch nicht der Vermieter.“ Der Kartenverbund ist zunächst auf 2 Jahre ausgelegt. In nächsten Wochen werden die Marketingverantwortlichen dies- und jenseits der Grenze noch an der Entwicklung einer neuen, gemeinsamen Marke arbeiten. Weitere Gespräche bzw. Verhandlungen braucht es auch noch bezüglich der Festlegung der Preise und zur Klärung weiterer Fragen, wie etwa jener der grenzüberschreitenden Shuttle-Busverbindung. Was die weitere Entwicklung der Skigebiete im Oberland betrifft, stimmten Prieth und Lechthaler darin überein, dass die Fusion der zwei Gesellschaften Schöneben AG und Haider AG sowie die skitechnische Verbindung beider Skigebiete eindeutig die prioritären Vorhaben sind. 

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.