„Grundsätzlich gut, in der Umsetzung aber schwierig“
Bozen/Graun - Die Bestimmungen zur Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen werden um eine Möglichkeit reicher: Künftig soll auch die Anbringung von Photovoltaikpaneelen und thermischen Sonnenkollektoren auf Wasserflächen möglich sein. Die Landesregierung hat am 6. März auf Vorschlag von Landesrat Peter Brunner beschlossen, die 2020 erlassene Durchführungsverordnung „Nutzung erneuerbarer Energiequellen“ zu ergänzen. „Es handelt sich um eine zusätzliche Möglichkeit der Produktion von Strom aus Photovoltaik, die den Zielsetzungen des Klimaplans Südtirol 2040 entspricht“, so Brunner, Landesrat für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz sowie Energie. Hauptsächlich gehe es um die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf künstlichen Wasserflächen. Gestattet ist das Anbringen von Paneelen und Sonnenkollektoren u.a. auf künstlichen stehenden Wasserkörpern wie Speicherbecken oder Stauseen. Für Stauseen gilt, dass die Paneele auf einer Fläche von höchstens 10 Prozent der Wasserfläche angebracht werden und maximal 3 Hektar abdecken. Der Grauner Bürgermeister Franz Prieth sagte auf Anfrage, dass die zusätzlichen Möglichkeiten, saubere Energie zu erzeugen, zwar grundsätzlich zu begrüßen seien, doch die Umsetzung sei schwierig, wobei er natürlich nur für den Reschensee sprechen könne. Es habe bereits in der Vergangenheit Erhebungen bzw. erste Studien seitens der Betreibergesellschaft Alperia und auch seitens der Gemeinde gegeben, um auf der Südseite des Staudamms, wo die Sonneneinstrahlung gut wäre, Photovoltaikpaneele anzubringen, doch das sei aufgrund der technischen Gegebenheiten und der damit verbundenen Vorgaben nur schwer umsetzbar. In Bezug auf „schwimmende“ Paneele gibt Franz Prieth zu bedenken, „dass wir mittlerweile ‚rar Verkehr‘ auf dem See haben.“ Er nennt etwa die Segler, Kiter und Fischer. Hinzu kommen Boote und das Ausflugsschiff Hubertus. Theoretisch betreffen die neuen Bestimmungen alle größeren Stauseen in Südtirol, also auch jene in Martell und Schnals, sowie weitere stehende Wasserkörper, wie etwa das Ausgleichsbecken in Glurns (Alperia).