Zukunft fürs Eis im Vinschgau
Sanierungsarbeiten im IceForum sollen Anfang 2027 starten. Landesgelder sind schon da.
Latsch - Es nimmt weiter Formen an, das Latscher „Mammutprojekt“ rund um das IceForum. Zur Erinnerung: Wie mehrfach berichtet, muss das einzige überdachte Eisstadion im Vinschgau saniert werden. Das in die Jahre gekommene Stadion (es wurde 1985 eröffnet und 1991 überdacht) dient nicht nur als Heimstätte des AHC Vinschgau mit den Sektionen Eishockey und Eiskunstlauf, sondern hat sich auch als wichtige Struktur für zahlreiche internationale Trainingsgruppen etabliert – von Hobbyteams bis hin zu den Profis des ERC Ingolstadt, die alljährlich im August den Vinschgau Cup austragen. Im Sommer 2023 wurde im Gemeinderat das Vorprojekt genehmigt, unlängst wurden weitere knapp 2,4 Millionen Euro vom Land im Gemeindehaushalt für die Sanierung verbucht. „Damit sind die kompletten Landesgelder nun schon da, den Rest wird die Gemeinde stemmen“, so der zuständige Sportreferent Manuel Platzgummer kürzlich bei einem Lokalaugenschein mit dem der Vinschger. Insgesamt sollen sich die Kosten auf 6,5 Millionen Euro belaufen. 80 Prozent, also über 5,2 Millionen Euro, finanziert das Land, da es sich um eine gemeindeübergreifende, für den gesamten Bezirk Vinschgau wichtige Struktur handelt. Mit dem Erhalt der Gelder sei man nun endgültig auf einem guten Weg. Bereits 2025 waren die EU-weiten Ausschreibungen für die Ausführungsplanung des Projekts realisiert worden.
Vieles muss gemacht werden
Die Liste der geplanten Eingriffe und Maßnahmen ist lang: Die Kühlanlage muss erneuert werden, zudem braucht es eine komplett neue Entfeuchtungsanlage, um das Feuchtigkeitsproblem endgültig in den Griff zu bekommen. Weiters werden die Heizanlage erneuert und die Beleuchtung auf LED umgestellt. Hinzu kommen die energetische Verbesserung der Kabinen, die Abdichtung des Stadions sowie eine Anpassung des Gebäudes an die Brandschutzbestimmungen. Vorgesehen ist außerdem die Erhöhung der Zuschauerkapazität mit entsprechender Anpassung der Fluchtwege. Nicht zuletzt sieht das Projekt ein neues Erscheinungsbild des Servicegebäudes vor. Geplant ist ein neues Eingangskonzept für Mannschaften bzw. Athletinnen und Athleten, Zuschauerinnen und Zuschauer sowie für die Publikumsläufe. Mit ersten Maßnahmen wurde bereits im vergangenen Jahr begonnen. „Wir haben die Zeit schon einmal sinnvoll genutzt“, so Platzgummer. Gemeinsam mit spezialisierten Schweizer Planern wurde das Entfeuchtungsprojekt ausgearbeitet.
Steinschlagschutzmaßnahmen umgesetzt
Bereits umgesetzt wurden Steinschlagschutzmaßnahmen am Hang neben dem IceForum. Für rund 100.000 Euro wurden dort entsprechende Schutznetze installiert. Diese Maßnahmen seien zwar nicht Teil des eigentlichen Sanierungsprojekts gewesen, jedoch dringend erforderlich, betont Platzgummer. Dank der umgesetzten Sicherungen könne nun auch der geplante Vorbau des IceForums gemäß Gefahrenzonenplan ohne Bedenken realisiert werden. Zudem werde die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Passantinnen und Passanten deutlich erhöht – ein wesentlicher Aspekt, insbesondere da auf dem Vorplatz des Stadions auch Veranstaltungen stattfinden.
Große Herausforderung
Voraussichtlich im Frühsommer wird die Fernwärmeleitung zum Eisstadion hinauf verlegt. Das Eisstadion wird damit an das Fernwärmenetz angeschlossen. Mit den eigentlichen Sanierungsarbeiten am IceForum soll im Jänner 2027 begonnen werden. Eisflächen und Banden müssen hierfür weichen. Voraussichtlich wird dann rund sechs Monate lang kein Betrieb möglich sein. Im August könnte wieder Eis zur Verfügung stehen. „Das heißt natürlich auch, dass die Arbeit des AHC Vinschgau in dieser Zeit im IceForum zum Erliegen kommt und man ausweichen muss“, weiß Platzgummer. Dies sei eine große Herausforderung für den Verein. Die Sportlerinnen und Sportler müssen für Training und Heimspiele nach Prad, Fondo und eventuell Neumarkt ausweichen. Die Eisflächen in Meran und Bozen sind ausgebucht. Die Gemeinde sicherte bereits jetzt auch finanzielle Hilfe für den Verein zu. „Wir werden den AHC Vinschgau in dieser schwierigen Zeit unterstützen“, erklärt Platzgummer und unterstreicht: „Die Vereinsarbeit liegt uns am Herzen. Die Nachwuchsarbeit ist hervorragend, vieles tut sich momentan, und die Eisfix können sich über großen Zuspruch freuen.“ Die genaue Bauzeit steht noch nicht fest, grob geschätzt dürfte diese 1,5 bis zwei Jahre betragen. Das Warten mache sich jedoch bezahlt. „Die Zukunft des IceForums und des Vereins ist damit gesichert“, freut sich Platzgummer.