Viele Menschen, Betriebe und Organisationen helfen mit, damit bedürftige Personen regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt werden können.
Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Inge Dietl hat für die „Schlanderser Tafel“ dieses Logo entworfen.

Hilfe für Bedürftige

Positive 5-Jahres-Bilanz der „Schlanderser Tafel“

Publiziert in 30 / 2017 - Erschienen am 12. September 2017

Schlanders - Rund 160 Personen aus dem Raum Schlanders und Umgebung können derzeit dank der Initiative „Schlanderser Tafel“ Woche für Woche mit Lebens­mitteln versorgt werden. Das ist nur eine von vielen Zahlen, die am 4. September anlässlich des 5-jährigen Bestehens der „Schlanderser Tafel“ bei einer Pressekonferenz im Rathaus vorgestellt wurden. „Am 4. September vor 5 Jahren waren es 12 Personen, an die wir Lebensmittel übergeben konnten. Wenige Monate nachher waren es 65, später 150 und derzeit sind es rund 160“, ­blickte die Gemeindereferentin Monika Wielander Habicher zurück.

Große Zahl an Bedürftigen

Rund die Hälfte der Begünstigten sind Kinder. Dass es auch unter der einheimischen Bevölkerung Menschen gibt, die Not leiden, beweist schon der Umstand, dass es sich bei rund 60% der Begünstigten um Südtiroler handelt und bei rund 40% um Menschen mit Migrationshintergrund. Neben vielen frei­willigen Helferinnen und Helfern der „Schlanderser Tafel“ konnte Monika Wielander ­Habicher im Namen der Vinzenzkonferenz Schlanders noch viele weitere Partner der „Tafel“, für welche die Südtiroler Vinzenzgemeinschaft die Trägerschaft übernommen hat, begrüßen und ihnen zugleich für die Mitarbeit danken.

Viele Partner

Zu den starken Partnern gehört u.a. das Geschäft Eurospar Schlanders, das dreimal wöchentlich nicht verfallene Frischprodukte wie Käse, Wurst, Joghurt, Butter oder Gemüse hygienisch verpackt abgibt. Die Obstgenossenschaft GEOS liefert mittlerweile dreimal pro Woche eine Großkiste Äpfel bester Qualität zur „Tafel“. Das Brot hatte bis zum Juli 2015 die Bäckerei Egger geliefert, seither ist es die Bäckerei Preiss & Callovini GmbH. Abgegeben werden stets bestes Vollkornbrot und Gebäck, jeweils vom Vortag. Gut bewährt hat sich auch die Mithilfe von ­Despar Rungg Schlanders. Dort bekommen die Kunden auf alle Produkte, die sie für die „Schlanderser ­Tafel“ einkaufen, 10% Preisnachlass. Diese Art der Mithilfe ist auch insofern wertvoll, als dass nicht nur Lebensmittel, sondern auch andere Waren für die Verteilung an die Bedürftigen bereitgestellt werden können.

Lang haltbare Lebensmittel

Lebensmittel mit langer Haltbarkeit, wie etwa Nudel, Reis, Mehl, Kekse, Dosen oder Öl, kann die „Tafel“ einmal pro Woche im Lager der Hilfsorganisation „Banco ­Alimentare“ in Trient abholen. Nicht zu vergessen sind außerdem private Spender, die der „Tafel“ immer wieder Produkte zukommen lassen, wie z.B. Erdäpfel, Gemüse, Obst, Nüsse, Honig, Trockenobst und Säfte. Mitunter wird auch Geld gespendet, mit dem die Mitarbeiter der „Tafel“ gezielt bestimmte Waren für die Verteilung kaufen. Seit 2012 bis jetzt wurden von Eurospar Schlanders rund 24.000 kg Lebensmittel im Wert von ca. 161.000 Euro abgegeben. Seitens des „Banco Alimentare“ waren es 18.100 kg (44.000 Euro) und seitens der Bäckereien Egger bzw. Preiss & Callovini 13.000 kg (65.000 Euro).

„Vorbildhafte Initiative“

Robert Hillebrand (Aspiag-­Direktor von Trentino-Südtirol), Hannes Rungg (Despar Rungg), der GEOS-Obmann Theo Grasser sowie die „Banco Alimentare“-Vertreter Antonino Deola und Cristina Ropelato lobten die „Schlanderser Tafel“ und sicherten zu, die Initiative weiterhin mittragen zu wollen. Dank der „Tafel“ könne einerseits bedürftigen Menschen geholfen, und andererseits die Lebens­mittelverschwendung eingeschränkt werden. Auch Karin Tschurtscherthaler, die Direktorin der Sozialdienste Vinschgau, begrüßte die „Schlanderser Tafel“. Die Bezirksgemeinschaft hat alle ehrenamtlichen Mitarbeiter in das Verzeichnis der Freiwilligen aufgenommen, sodass sie über eine Unfall- und Haftpflichtversicherung verfügen. „Tafeln“ gibt es mittlerweile übrigens auch in Prad und Umgebung („Obervinschgauer Tafel“) sowie in Naturns. Den Ökologiepreis 2013 hat die „Schlanderser Tafel“ in erster Linie deshalb erhalten, weil sie durch ihre Tätigkeit verhindert, dass wertvolle Lebensmittel einfach weggeworfen werden. Vorgestellt wurde bei der Pressekonferenz auch das neue Logo, das die ehrenamtliche Mit­arbeiterin lnge Dietl für die „Schlanderser Tafel" entworfen hat.

Wer will mitarbeiten?

Wer an einer Mitarbeit bei der „Schlanderser Tafel“ interessiert ist, kann sich über den Sozialdienst melden oder über folgende Telefonnummern: 345 9239399 („Schlanderser Tafel“, Montag, Mittwoch und Freitag von 11 bis 12 Uhr), 349 6342658 (Marianne Pircher) und 389 3494949 (Andrea Plieger).

Auch Medikamente sind teuer

Wie Antonino Deola am Rande der Pressekonferenz mitteilte, laufen derzeit Bemühungen, um auch im Bereich der Medikamente nach dem Muster des „Banco Alimentare“ eine Verteilungs-Struktur aufzubauen. „Medikamente kosten viel und viele Menschen können sie nicht bezahlen.“ Um in diesem Bereich tätig werden zu können, sei in erster Linie die Mitarbeit von Apotheken gefragt.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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