Wohin führt die Zukunft?: Hansi Klöckner (links) und Eugen Larcher.

Hilferuf aus dem „Toul“

Publiziert in 7 / 2013 - Erschienen am 28. Februar 2013
Für den Weiterbestand des Kleinskigebietes Maseben in Langtaufers wird es sehr eng. Langtaufers - „13 Jahre lang habe ich das Skigebiet Maseben fast allein weitergeführt. Mein Partner Egon Maier-Hartmann aus Gröden hat kein Interesse mehr, das Skigebiet weiterhin finanziell zu unterstützen. Über einen Zuammenschluss mit dem Kaunertal wird seit vielen Jahren diskutiert. Es gibt Studien, doch konkret liegt nichts vor. Wenn nicht rasch konkrete Zusagen seitens der Kaunertaler Gletscherbahnen auf den Tisch kommen, wird Maseben am 7. April 2013 endgültig schließen.“ Der Hilferuf von Hansi Klöckner, des nunmehr alleinigen Teilhabers der Maseben KG und des Koordinators der Arbeitsgruppe Langtaufers-Kaunertal, klang dramatisch. „Ohne Tourismus kann das Tal nicht leben. Immer mehr Zimmervermieter sperren zu, die Zahl der Gäste sinkt. Wenn sich nichts tut, werden viele Jugendliche das Tal für immer verlassen. Dabei haben wir die Zusage des Landeshauptmannes , wonach das Land 75% der Kosten übernehmen würde“, so ­Klöckner am 20. Februar im Berghaus Atlantis. Er hatte zur Vorstellung des „Vorhabens Verbindung Maseben-Kaunertal-Nauders“ eingeladen. Neben Vertretern der Hoteliers- und Gastwirtejugend waren auch Mitglieder der Arbeitsgruppe, der Frak­tionsvorsteher Toni Zanini, der Geschäftsführer der Ferienregion Reschenpass, Uli Stampfer, sowie der Snowboard-Athlet Edwin Coratti (Junioren-Weltmeister 2010) gekommen. Die Kaunertaler Gletscherbahnen waren mit Geschäftsführer ­Eugen Larcher vertreten. Im Jänner 2012 hatte die Maseben KG den Grauner BM Heinrich Noggler ersucht, den Gemeinderat mit der Erweiterung von Maseben zu befassen: „Die Ski Maseben KG möchte zusammen mit den Kaunertaler Gletscherbahnen ab Melag eine Bahnverbindung zur Karlesjochbahn erstellen.“ Durch diese Verbindung könnten ein touristischer Aufschwung und eine Verlängerung der Saison der gesamten Region erreicht werden. Im März 2012 antwortete der Bürgermeister, dass eine „Erweiterung“ derzeit vom Fachplan für Aufstiegsanlagen und Skipisten nicht vorgesehen sei. „Der Wille der Kaunertaler Gletscherbahnen ist da“ Eugen Larcher bestätigte, dass der Wille der Pitztaler und Kaunertaler Gletscherbahnen für eine Verbindung mit Langtaufers nach wie vor da sei. Es gebe ein Schreiben von Hans Rubatscher von den Pitztaler Gletscherbahnen (Mehrheitseigentümer der Kaunertaler Gletscherbahnen) an die Haider Alm AG, in dem zugesagt wird, bei der Haider Alm mit vorerst 3 Millionen Euro einsteigen zu wollen. „Die Idee, auch die Haider Alm mit ins Boot zu holen, stammt von mir,“ sagte Klöckner. Laut Larcher wünsche die Gemeinde Graun, nicht ausschließlich die Anbindung ins Auge zu fassen, sondern ein weiter gefasstes Konzept anzustreben. Larcher: „Uns geht es darum, ein grenzüberschreitendes Großraumskigebiet zu schaffen, das als Ganzjahrsdestination konzipiert ist.“ Neben Wintersportlern wolle man auch Wanderer und Radfahrer ansprechen. „Mehr Kommunikation und mehr Vernunft“ Bei der Diskussion wurde geäußert, dass es mehr Kommunikation zwischen allen Beteiligten geben sollte. Mit Maseben sei es derzeit schlecht bestellt. Nicht viel besser stehe es um die Haider Alm. „Wollen wir, dass wir künftig nur mehr das Skigebiet Schöneben haben?“, lautete eine Frage. Es sei höchst an der Zeit, dass die Langtauferer, aber auch die Gemeinde, die Ferienregion und alle Skigesellschaften gemeinsam nach vernünftigen Lösungen suchen. Auch im Tal selbst ziehe man oft nicht am selben Strang. Man habe jahrelang diskutiert, doch wirklich weitergekommen sei man nicht. „Es geht seit 25 Jahren rückwärts,“ so eine Wortmeldung. Mehrere Jugendliche finden es schade, dass die Chance der Anbindung wegen ein paar kleinerer Probleme nicht genutzt wird. Der Jugend im Tal werde die Zukunft verbaut. Tourismuskonzept wird vorgestellt BM Heinrich Noggler sagte dem der Vinschger, dass nach wie vor keine konkreten Projekte vorliegen. Über eine Verbindung Langtaufers-Kaunertal könne im Gemeinderat erst dann diskutiert werden, wenn es ein Gesamkonzept gebe, wobei es nicht ausschließlich um diese Verbindung gehe, sondern bei dem die bestehenden Skiliftgesellschaften mit eingebunden sind. Dass die Haider Alm mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat, ist kein Geheimnis. Seitens der Gemeinde sind aber keine Geldmittel zu erwarten. Noggler: „Uns sind dafür die Hände gebunden.“ In Kürze wird dem Grauner Gemeinderat ein Tourismuskonzept für die Gemeinde vorgestellt. Man darf gespannt sein, was dabei in Bezug auf die Skigebiete vorgeschlagen wird. Maseben im Fernsehen Am 1. März um 20.20 Uhr ist das Skigebiet Maseben übrigens Thema in der Sendung „Trend - Das Wirtschaftsmagazin“ im RAI Sender Bozen. Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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