„Ihr braucht euch nicht zu verstecken“

Publiziert in 44 / 2013 - Erschienen am 11. Dezember 2013
Vortrags- und Diskussionsabend zum Thema Parkinson. Selbsthilfegruppe leistet wertvolle Arbeit. Schlanders - Die Parkinson-Erkrankung stand kürzlich im Mittelpunkt eines gut besuchten Vortrags- und Diskussionsabends in der Bibliothek Schlandersburg. Renate Kritzinger, die Koordinatorin der Südtiroler Gesellschaft für Parkinson, dankte den Leiterinnen der „Selbsthilfegruppe Parkinson Vinschgau“, Andrea Gratl und Evelyn Peer. Diese Selbsthilfegruppe wurde vor rund einem Jahr gegründet und ist seither voll engagiert. Das kommt vor allem den Betroffenen und deren Angehörigen zugute. Der Hausarzt Hansjörg Gluderer informierte über Ursachen, Symptome sowie medikamentöse und andere Behandlungsmethoden von Parkinson. Im Verlauf dieser Krankheit wird eine bestimmte Nervenzellengruppe rückgebildet. Der in dieser Gruppe erzeugte Botenstoff Dopamin, der für die Übertragung von Impulsen und die harmonische Ausführung von Bewegungen zuständig ist, wird dadurch weniger. Es kann daher zu Muskelversteifungen kommen, zu Ruhezittern, zu einer Verlangsamung der Bewegungen, zu Haltungsinstabilität und zu Depressionen. Zu den Ursachen sagte Gluderer, dass Parkinson genetisch bedingt sein kann. Aber auch Pestizide können eine Rolle spielen. „In Frankreich ist Parkinson seit 2012 als Berufskrankheit von Landwirten anerkannt, wenn sie mindestens 10 Jahre lang mit Pestiziden in Berührung gekommen sind“, sagte Gluderer. Über psychische Begleiterscheinungen bei der Parkinson-Erkrankung und deren Behandlung ­informierte­ der Arzt Patrick Kaplan vom Psychiatrischen Dienst Meran. In der Praxis erlebe er oft, dass ältere Menschen, die plötzlich schwermütig werden, in Wirklichkeit an Parkinson leiden. Die Logopädin Edeltraud Matzohl berichtete darüber, welche Methoden und Übungen der Rehabilitationsdienst anbietet, um Sprechrhythmus-, Stimm- und Schluckstörungen zu behandeln, unter denen Parkinson-Erkrankte nicht selten leiden. Konrad Hofer aus Prad, der selbst seit rund 5 Jahren an einer leichten Form von Parkinson leidet, hob den Stellenwert und die Bedeutung der Selbsthilfegruppe hervor. Er rief die Betroffenen dazu auf, sich nicht zu verstecken oder ­einzuigeln: „Steht nirgends zurück, geht unter die Leute, tauscht einander aus, betreibt Sport und versucht, in der Gruppe bestimmte Übungen zu machen.“ Sepp Monatliche Treffen Die „Selbsthilfegruppe Parkinson Vinschgau“ trifft sich an jedem ersten Freitag im Monat (15 Uhr im Sozialsprengel in Schlanders, Pilserstube). Kontaktpersonen sind: Konrad Hofer (Prad, Tel. 0473 616893 oder 348 4127170), ­Theresia Grüner (Schlanders, Tel. 0473 730672 oder 320 7075159) sowie die Leiterinnen Andrea Gratl (Tel. 349 4796255) und Evelyn Peer (Tel. 348 2829109).
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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