Peter Klotz (rechts) und Peter Spechtenhauser (links) mit den Notfallseelsorgerinnen Beate Sprenger, Sylvia Pichler und Roswitha Weissensteiner (v.l.), die 2013 am meisten Bereitschaftsstunden geleistet haben.

Im Notfall auch für die Seele Sorge tragen

Publiziert in 44 / 2013 - Erschienen am 11. Dezember 2013
Notfallseelsorge Vinschgau feiert das 10-jährige Bestehen Allitz - Dass auch die Mitglieder der Notfallseelsorge (NFS) des Weißen Kreuzes einen wertvollen, ehrenamtlichem Dienst für die Allgemeinheit leisten, zeigte sich am vergangenen Samstag im Mehrzwecksaal des Feuerwehrgebäudes in Allitz, wo die Notfallseelorge Vinschgau ihr 10-jähriges Bestehen feierte. Der Leiter der NFS Schlanders, Peter Klotz, erinnerte an die Gründung und den Aufbau der Gruppe im Vinschgau, die zeitgleich mit jener von Meran entstand. Die erste Ausbildung erfolgte gemeinsam mit den Meranern. 2002 gehörten der NFS-Gruppe Vinschgau 6 Mitglieder an, die bei 6 Einsätzen 32 Personen betreuten. Es wurden 75 Einsatz- und 3.360 Bereitschaftsstunden erbracht. Derzeit arbeiten 17 Mitglieder in der Gruppe mit. 2013 leisteten diese 63,5 Einsatz- und 24.336 Bereitschaftsstunden. Es wurden bei 18 Einsätzen 63 Personen betreut. Von 2002 bis 2013 wurden insgesamt 211 Einsätze gezählt, wobei 866 Personen betreut wurden. Die Einsatzstunden dieses Zeitraums belaufen sich auf 990, die Bereitschaftsstunden auf 181.644. Der Großteil der Einsätze betraf Fälle mit erfolgloser Wiederbelebung, gefolgt von Suiziden und Unfällen. Der vinschgau- und auch landesweit größte Einsatz für die Notfallseelsorge war das Zugunglück am 12. April 2010 in der Latschander, bei dem 9 Menschen starben. Notfallseelsorge hat sich gut etabliert Auch auf Weiterbildungen, Fachtagungen und Übungen blickte Peter Klotz zurück. Insgesamt stellte er fest, dass sich die Notfallseelsorge mittlerweile als Glied in der Rettungskette gut etabliert hat. Die Notfallseelsorge bietet jenen Personen menschliche und seelsorgliche Betreuung und Zuwendung an, die durch Unfall oder Tod Angehöriger unter einer akuten Belastung stehen. Die Aufgaben reichen von der Betreuung von Hinterbliebenen und dem Überbringen von Todesnachrichten bis hin zur Betreuung von Einsatzkräften und der Vermittlung psychosozialer Hilfen und Dienste. Auf die Pionierzeit und den Aufbau der mittlerweile flächendeckend und rund um die Uhr funktionierenden Notfallseelsorge blickte der aus St. Valentin a.d.H. stammende NFS-Dienstleiter Arthur Punter zurück. Der Notfallpsychologe Markus Hauser aus Appenzell, der bei der NFS-Gruppe Vinschgau zusammen mit Verena Rinner die Nachbesprechungen leitet, stellte Vergleiche mit der Schweiz an und stellte dem NFS-Dienst im Vinschgau und in ganz Südtirol ein gutes Zeugnis aus. Der Vize-Leiter der NFS-Gruppe Vinschgau, Peter Spechtenhauser, dankte allen Kolleginnen und Kollegen, dem Leiter Peter Klotz, den politisch Verantwortlichen, den Rettungskräften (Weißes Kreuz, Feuerwehren, Bergrettung), den Notärzten, den Carabinieri und allen Ordnungshütern, den Bestattungsunternehmen, der Hospizbewegung der Caritas, den Geistlichen sowie allen, die zum Gelingen der 10-Jahres-Feier beigetragen haben. Das Abendessen haben die Raiffeisenkassen des Vinschgaus gespendet. Für Musik sorgte die Gruppe „Die Vinschger“. Zu den politischen Ehrengästen gehörten u.a. Landesrat Richard Theiner und der Laaser BM Andreas Tappeiner. sepp
Josef Laner
Josef Laner

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