Foto: Christian Kleiner

„Immer waren da Blumen…“

Publiziert in 12 / 2014 - Erschienen am 2. April 2014
Schlanders - Eine unterhaltsame Komödie mit Tiefgang und eigenwilligem Sprachwitz war auf Einladung des Südtiroler Kulturinstituts am Freitag im Kulturhaus in Schlanders zu sehen. Das Stück „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ wurde von vier Schauspielern des Nationaltheaters Mannheim in sprachlich starken Dialogen hervorragend gespielt. Der Titel des neuen Stücks von Theresia Walser ist einem Zitat des lybischen Diktators Gaddafi nachempfunden. Im Stück sind es drei Diktatorengattinnen, die sich zwischen Arroganz, Größenwahn und Lächerlichkeit einen Zickenkrieg mit komischen Untertönen liefern. Imelda Marcos, Margot Honecker und Leila Trabelsi haben sich zu einer Pressekonferenz versammelt. Anlass: die geplante Verfilmung ihres Lebens. „Mein Leben müsste gesungen werden“, sagt Imelda, die als Verfechterin des Schönen beklagt, dass auf dem Podium keine Blumen zu finden sind. Für die freundlichen Gesichter der Diktatur spielt es keine Rolle, wenn Menschen erschossen und gefoltert werden. Die Rollen sind den mächtigen Frauen der Welt wie auf den Leib geschnitten: Imelda, die First Lady mit Platz an der Sonne, die gefühllose Margot und Leila, die tunesische „Madame“. Gottfried, der Dolmetscher, spielt eine zentrale Rolle: er versucht zwischen den Frauen zu vermitteln, er übersetzt, was gesagt wird und was er glaubt, was die anderen hören wollen. Ein starkes Stück! inge
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher

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