Der unscheinbare Grünsee unterhalb der Seebödenspitze mit Blick ins Zerzertal

In allen Himmelsrichtungen

Publiziert in 23 / 2013 - Erschienen am 19. Juni 2013
Von der Haider Alm zum Plantschen und Fröscheschauen an den Grünsee. Eine Wanderung auch für kleine Füße Sie sind die Pioniere der Skigebiete im Vinschgau, die Hoader. Noch vor den Trafoiern wagten sich die Oberländer vor 51 Jahren an den Bau von Aufstiegsanlagen auf ihre Haider Alm. Historisch gibt es Belege, die bereits Anfang des 20. Jahrhundert von einem Ski- und Ausflugsort Haider Alm für Meraner Kurgäste sprechen. Der Grundstein zum beliebten Freizeitziel wurde 1961 mit dem Bau der Seeboden-Godelbahn gelegt. Vorangegangen waren, wie bei jedem Pionierprojekt, finanzielle und existentielle Startschwierigkeiten. Es folgten Jahre des Auf- bzw. Ausbaus mit der Errichtung weiterer Lifte. Wohl als Katastrophenjahre sind die Winter 1989 und 1990 in die Betriebsgeschichte eingegangen. Zuerst der Brand im Bergrestaurant, zerstört ein Jahr später eine verheerende Nassschneelawine einen Großteil der Liftanlagen und des Restaurants. Zwei Kilometer breit war die Lawine, die sich unterhalb der Seebodenspitze gelöst hatte. Riesige Neuschneemengen - innerhalb von 24 Stunden hatte es zwei Meter geschneit - hatte dieses Jahrhundertereignis provoziert. Die Landesregierung bot schnelle finanzielle Hilfe an. Im Eiltempo wurden im folgenden Sommer die Anlagen erneuert, Lawinenschutzbauten errichtet und die Wintersaison konnte starten, auch dank der Geldspritze der Landesregierung. Heute ist das Skigebiet Haid ein Treff für Liebhaber anspruchsvoller Abfahrten. Im Sommer bietet das Gelände unter der Seebodenspitze gemütliche Wanderungen in allen vier Himmelsrichtungen an. Gleich ob gen Osten, Westen, bergan oder -ab, von der Haideralm aus sind Aussicht und Wanderspaß auch für kleine Füße garantiert: Schöneben im Westen, Bruggeralm und Zerzertal im Osten, hinauf zur Seebodenspitze (2.860m) oder hinab ins Tal, mindestens ein See lädt beim Vorbeiwandern zum Verweilen ein. (Quelle: Festbroschüre 50 Jahre Haider Alm) Wanderführerin Andrea Kuntner Info Wanderroute Ausgangspunkt: Bergstation der Haider-Alm-Umlaufbahn (2.150 m) Gesamtgehzeit: ca. 2,5 Std. Höhenmeter: 530 m Wegverlauf: Von der Umlaufbahn über Almmatten mäßig ansteigend zum Grünsee (320 Hm, 1 Std.). Nun kann über das Seeköpfl aufgestiegen und über die Skipiste zur Umlaufbahn abgestiegen werden (1,5 Std.). Weiter geht es in fast direkter Linie über Plagött, zuletzt auf dem Höfeweg hinab nach St. Valentin (1,5 Std.). Wer eine längere Abstiegsvariante wünscht, schlägt beim Bergrestaurant Nr. 16a zur Bruggeralm im Zerzertal (3/4 Std.) ein und kehrt über einen neuen, tiefergelegenen Weg zurück zur Skipiste und geht hinab nach Plagött und weiter nach St. Valentin (1,5 Std.).
Andrea Kuntner
Andrea Kuntner
Vinschger Sonderausgabe

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