Katia Innerhofer beim Interview mit dem der Vinschger in Morter
Katia Innerhofer beim Entwerfen von neuen Designs.
Skizzen ihrer ersten Kollektion.
Eine Schulfreundin von Katia Innerhofer präsentierte als Model die Kollektion der jungen Vinschgerin.

Junge Vinschgerin begeistert die Modewelt 

Die angehende Modedesignerin Katia Innerhofer überzeugte mit ihrer ersten Kollektion. 

Publiziert in 12/13 / 2020 - Erschienen am 7. April 2020

MORTER - Sie studiert in Sigmaringen in Deutschland und ist angehende Modedesignerin: Die 22-jährige Katia Innerhofer aus Morter ließ mit ihrer ersten selbst entworfenen Kollektion aufhorchen. Beim europaweiten Fashion-Design-Contest „The Link“ von MarediModa holte sie im französischen Cannes den ersten Platz. 
Aber der Reihe nach: Angefangen hat alles im Alter von etwa 15 Jahren. Katia Innerhofer besuchte das Kunstgymnasium in Meran. Schon lange war sie von Kunst, Design und Mode fasziniert. In einer Zeitung fand Katias Mutter einige Schnittmuster. Aus diesem zweidimensionalen Schnittbogen fertigte die Oberschülerin ihr erstes T-Shirt an. „Und es ging total daneben“, erinnert sie sich lachend. Dann besuchte sie einen Nähkurs in Plaus und kam sofort auf den Geschmack. Das Interesse und die Leidenschaft für das Nähen wurden immer größer. Die Modebranche faszinierte sie. „Es ist spannend, wie aus ersten Skizzen Schritt für Schritt fertige Produkte entstehen“, betont Katia Innerhofer. In der 3. Klasse der Oberschule besuchte die Vinschgerin bereits den Tag der offenen Tür der Modefachschule in Sigmaringen, einem 17.000-Einwohner-Städtchen in Baden-Württemberg zwischen Stuttgart und Ravensburg. Im Internet hatte sie die Schule entdeckt. Nach dem Besuch vor Ort sei sie sofort von der Modefachschule begeistert gewesen. Im darauf folgenden Sommer absolvierte die damals 17-Jährige eine Probewoche an der Fachschule. Dann war sie sich endgültig sicher: „Hier will ich hin“. 

Sport und Mode 

Gesagt, getan. Im Jahre 2017 schaffte sie die Aufnahmeprüfung und begann ihr Studium an der Modefachschule in Sigmaringen. Vor rund einem Jahr, in ihrem zweiten Ausbildungsjahr, erhielt sie die Möglichkeit, an dem prestigeträchtigen Wettbewerb von MarediModa teilzunehmen. Drei Kategorien standen zur Auswahl, eine davon war Athleisure, also Sportbekleidung, die auch in der Freizeit getragen wird. „Der Sport ist neben der Mode eine Leidenschaft von mir“, sagt die begeisterte Skifahrerin. In ihrer Freizeit ist sie viel in den Bergen unterwegs, im Winter auf den Skipisten, im Sommer beim Wandern, somit war bald klar, dass ihre erste Modekollektion etwas mit Sport zu tun haben solle. Katia Innerhofer entschied sich sie sportliche Linie und schickte im April 2019 ihre Entwürfe, technische Zeichnungen, vorgeschlagene Arbeitstechniken, Stoffauswahl und vieles mehr zum Sitz von MarediModa. Und sie schaffte es weiterzukommen, in die Vorausscheidung. Dort galt es dann, einen Prototyp umzusetzen bzw. zu nähen. So entstand ihre eigene Athleticwear-Kollektion. 
Hunderte Stunden habe die junge Frau aus Morter neben ihrem Studium an ihrer ersten Kollektion gearbeitet. Und es machte sich bezahlt. Unter den 150 Bewerbungen schaffte es Katia Innerhofer ins Finale der besten neun. Auf Einladung von MarediModa konnte sie daraufhin mehrere Tage zu einer Messe nach Cannes fahren. Dort hatte sie ihren eigenen Stand, mit ihrer eigenen Kollektion. In der Jury befanden sich mehrere Experten, zudem konnte das Publikum abstimmen. Schlussendlich ging der prestigeträchtige Preis an die angehende Modedesignerin aus Morter. In ihre Kollektion ließ sie einiges aus dem Vinschgau miteinfließen. So sind auf einigen Kleidungsstücken etwa Teile der Suldner Bergwelt zu sehen. „Mit der Kollektion kann ich mich voll und ganz identifizieren“, freut sie sich.

„Wertvolle und schöne Erfahrung“ 

„Der Wettbewerb und die Tage in Cannes waren eine sehr wertvolle und schöne Erfahrung“, blickt Katia Innerhofer heute zurück. Und sie weiß: In diesem Bereich will sie weiterarbeiten. Trotz der weltweiten Coronavirus-Krise steht für sie, insofern die Schule bis dahin wieder öffnet, in diesem Sommer die Abschlussprüfung auf dem Programm. Derzeit finden Schule und Praxis vor allem daheim in ihrer Wohnung in Deutschland statt. Auch die Modefachschule Sigmaringen hat nämlich vorerst auf „Home-Office“umgestellt. Nach der Abschlussprüfung ist sie dann staatlich geprüfte Modedesignerin sowie Gesellin. Unter anderem würde zum Abschluss auch eine große Modenschau anstehen. „Falls das Versammlungsverbot bis dahin aufgehoben wird und durch den Schulausfall nicht zu viele Mitschüler abspringen“, erklärt sie. Dann gilt es wieder: „Designs entwerfen, Stoffe aussuchen, nähen, Zielgruppen suchen, und vieles mehr“. Anschließend wird die 22-Jährige den Meister-Lehrgang machen. In rund einem Jahr wird sie auch damit fertig sein. Was dann kommt? „Mal schauen“. Fest steht schon jetzt, dass sie in diesem Bereich weiterarbeiten wolle. „Und mein Hobby, meine Leidenschaft, zum Beruf machen“, blickt Katia Innerhofer zuversichtlich in die Zukunft. Dankbar sei sie in erster Linie ihren Eltern. „Die mir das alles ermöglicht haben“, betont die junge Vinschgerin. Neben ihrer Familie möchte sie sich auch bei ihren Freunden bedanken. „Sie sind immer für mich da“, sagt die angehende Modedesignerin abschließend.  

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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