„Kaiwärch“

Publiziert in 37 / 2013 - Erschienen am 21. Oktober 2013
Süd-Tirol ist nicht Italien. Schluderns ist nicht Schlanders. Langtaufers ist nicht Indien. Oder doch? Den ersten Wahlspruch finden wir immer wieder auf Aufklebern und Plakaten über das ganze Land verteilt, der zweite ist eine Parodie auf den ersten und kursiert regelmäßig im Internet, doch was hat es mit dem dritten auf sich? Im genannten Tal, das unter Kennern auch als Tschungl oder Tschunglai bekannt ist, hören wir noch ab und zu den schönen, alten Dialektausdruck „Kaiwärch“. Gemeint ist damit ein ungebührliches, oft sogar anzügliches Verhalten (besonders typisch in der ermahnenden Wendung „Tiat et Kaiwärch traibm!“). Woher kommt aber der Ausdruck? Einen Hinweis könnte uns nicht zum ersten Mal das Alemannische liefern. Dort wird „gehei“ bzw. „kei“ für etwas Ärgerliches, Verdrießliches verwendet. Dieses Wort lässt sich vom Mittel- und Althochdeutschen über das Griechische bis zur heiligen indischen Sprache Sanskrit zurückverfolgen. Dschungel – siehe oben! – ist übrigens ebenfalls vom Indischen in das Deutsche übernommen worden. So schnell kommt man vom „Toul“ nach Indien. z
Christian Zelger
Christian Zelger
Vinschger Sonderausgabe

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