Vor kurzem absolvierte die Bootsgruppe Kastelbell zusammen mit den Gruppen von Sand in Taufers und Sterzing einen dreitägigen Weiterbildungslehrgang in der Ahr im Ahrntal.

Keine Angst vor Flut und Wellen

Publiziert in 13 / 2005 - Erschienen am 7. Juli 2005
Zu größeren Einsätzen musste die Bootsgruppe des Feuerwehrbezirkes Untervinschgau bisher zwar nicht ausrücken, doch sollte es einmal wirklich ernst werden, steht die Wasserrettung bereit. Zwölf Feuerwehrmänner gehören derzeit der Bootsgruppe an, die bei Freiwilligen Feuerwehr Kastelbell angesiedelt ist. Im Gerätehaus der Kastelbeller Wehr ist auch das Fahrzeug der Bootsgruppe untergebracht. „Der Vinschger“ hat der Bootsgruppe unlängst bei einer der Übungen über die Schulter geschaut. Geübt wird in der Regel zweimal im Monat. Allein im heurigen Jahre hat die Wasserrettung bereits 19 verschiedene Übungen durchgeführt. Zum Auftakt jeder Übung schlüpfen die „Wasserretter“ in Neopren-Anzüge, die sie vor der Kälte des Wassers schützen. Geübt wird normalerweise in der Etsch bei Kastelbell oder in Etsch-Abschnitten von Nachbardörfern wie etwa in Laas oder Tschars. Seit 2003 verfügt die Bootsgruppe, die es seit vier Jahren gibt, über ein eigenes Rettungsboot. 2004 konnte für die Gruppe auch ein Fahrzeug in den Dienst gestellt werden, das der Feuerwehr von Kastelbell zugleich als Einsatzleitfahrzeug dient. Einen Teil der Kosten für das Fahrzeug hat der Feuerwehrbezirk Untervinschgau übernommen. Zusätzlich zum Rettungsboot ist das Fahrzeug mit vielen Geräten ausgestattet, die im Falle von Wasserrettungen sehr nützlich sein können. „Der erste wichtige Schritt im Aufbau der Bootsgruppe wurde aber im Jahr 2002 mit der theoretischen und praktischen Ausbildung getan“, erklärt Georg Rechenmacher aus Kastelbell, der Leiter der Bootsgruppe. Als Fachausbilder konnte damals Andrea Gatti gewonnen werden. Aus- und Weiterbildung ist aber andauernd notwendig. So absolvierte die Bootsgruppe Kastelbell erst vor rund einem Monat zusammen mit den Gruppen von Sand in Taufers und Sterzing einen dreitägigen Weiterbildungslehrgang in der Ahr im Ahrntal. Ausbilder war der staatlich geprüfte Kajak- und Raftinglehrer Franz Strohmüller aus Österreich. Was die Wasserretter zuerst lernen müssen, ist natürlich Schwimmen. Wie die jüngste Übung der Bootsgruppe Kastelbell zeigte, ist aber noch viel mehr gefragt, um im Ernstfall wirksam helfen zu können. So übten die Männer zum Beispiel, wie man rasch mehrere Seile über den Fluss spannt. Zweck dieser Übung ist es, im Notfall einen oder mehrere Rettungsmänner über diese „Seilbahn“ in die Flussmitte zu bringen, von wo aus dann eine Personenrettung erfolgen kann. Als mögliche Ernstfälle nennt Georg Rechenmacher Raftingunglücke oder Autounfälle, bei denen das Fahrzeug im Fluss landet. Aber auch bei der Suche nach Vermissten kann die Wasserrettung gute Dienste leisten, denn vom Rettungsboot in der Flussmitte aus sind die Uferböschungen viel besser einsehbar. Zu den Übungen gehört natürlich auch das rasche Aufblasen des Rettungsbootes mit Pressluft, der Umgang mit dem Boot in den reißenden Fluten sowie das richtige Steuern und Manövrieren des Bootes. Geübt sei will auch das Schwimmen in Flüssen. Die Mitglieder der Bootsgruppe Kastelbell üben auch das Schwimmen und schrecken zum Beispiel nicht davor zurück, von Laas bis nach Göflan zu schwimmen. Derzeit gehören der Bootsgruppe neben dem Leiter Georg Rechenmacher sechs Wehrmänner aus Kastelbell an (Alexander Gufler, Bernd Kofler, Klaus Kofler, Andreas Tappeiner, Lorenz Tappeiner und Alexander Kaserer), ein Wehrmann aus Galsaun (Andreas Forcher), einer aus Tarsch (Lukas Pirhofer Walzl) und drei aus Eyrs (Marco Burgo, Thomas Hanny und Benno Kainz).
Josef Laner
Josef Laner

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