Die Verwalter in Karthaus haben das „weiße Gold“ in der Hinterhand.

Kilowattstunden heißt das Zauberwort

Publiziert in 39 / 2012 - Erschienen am 31. Oktober 2012
Die Gemeinde Schnals kann die Differenz zwischen ICI und IMU und die Kürzungen bei Landesbeiträgen durch die eigene Stromproduktion ausgleichen. Karthaus - Bürgermeister Karl Josef Rainer und sein Ausschuss haben gerechnet und getüftelt und schließlich einsehen müssen: Mit dem normalen Haushalt kann die Gemeinde Schnals die Forderungen der römischen Regierung nie und nimmer erfüllen. Bürgermeister Rainer hatte es optisch vorweggenommen: Schnals kommt in die roten Zahlen. Für die Gemeinderäte hat er auf mehreren Blättern in Rot 89.212 Euro allein an Minderzuweisungen durch das Land aufgelistet. Zusammen mit den erwarteten Einnahmen von 225.000 Euro aus der früheren Immobiliensteuer ICI - in Schnals hatte man mit dem Hebesatz von 5 Promille kalkuliert - kamen die Rechner auf den Betrag von 314.212 Euro, die durch die 304.927 Euro der IMU nicht abzudecken waren. Durch die Negativdifferenz von 9.284 Euro, durch Kürzungen bei der Wertschöpfungssteuer und beim Landesbeitrag für die Erhaltungen des Straßennetzes, durch die Erhöhung des Freibetrages auf 250 Euro für Erstwohnungen, durch die Senkung des Hebesatzes für Zimmervermieter auf 4,6 Promille und durch die zusätzlichen Freibeträge für Kinder oder schwerbehinderte Familienmitglieder steht der Gemeinde ein Fehlbetrag von 59.052 Euro ins Haus. Da klang die Aussage von Bürgermeister Rainer: „Wir haben nichts erhöht“, nicht besonders tröstend. In der kurzen Diskussion verlangte Rat Egon Raffeiner zusätzliche Informationen und wollte wissen, ob man nicht an eine Erhöhungen des Hebesatzes für alle Zweitwohnungen und an eine Senkung für Erstwohnungen gedacht habe. Paul Grüner schlug vor, auf alle Betriebswohnungen den Hebesatz von 4,6 Promille anzuwenden. Da sich dies als nicht umsetzbar herausstellte, meinte Grüner: „...dann wird der Bürgermeister der Wirtschaft wohl in anderen Bereichen unter die Arme greifen.“ Dies stellte Energie-Referent und Präsident der ­Energie Schnals GmbH Hubert Variola dann auch in Aussicht, indem er an die bisher produzierten 14 Millionen Kilowattstunden durch das Schnalser Kraftwerk erinnerte. Der Strom würde nicht nur die Gemeinde vor dem finanziellen Kollaps bewahren, sondern auch noch einen „Batzen in die Gemeindekasse spülen“. „Und wer weiß, vielleicht kommt dann auch noch die Wirtschaft zum Zuge“, meinte Variola. Mit zehn Stimmen und drei Enthaltungen wurden die IMU-Verordnung, die Steuersätze und Freibeträge genehmigt. Günther Schöpf
Günther Schöpf
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