Kraftwerkskette „Schlandraun“ vorgestellt
Schlanders - Die Redewendung „Sieben auf einen Streich“ aus dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ hatte der Wasserbauingenieur Walter Gostner (Ingenieure Patscheider & Partner GmbH) nicht von ungefähr als Titel für die Vorstellung der Kraftwerkskette „Schlandraun“ bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ausgewählt. Im Zuge dieses komplexen und zukunftsweisenden Mammutvorhabens wurden nämlich mit Gesamtkosten in Höhe von rund 19,3 Millionen Euro sieben Kraftwerke errichtet: Je 3 Lauf- und Trinkwasserkraftwerke sowie das Beregnungskraftwerk Zahlwaal. Gostner, der nicht nur als Planer, sondern auch Bauleiter fungierte, holte weit aus. Er erinnerte an die historischen Wassernutzungen (Bewässerung, Stromerzeugung und Trinkwasser), die Bemühungen zur Überwindung von Spannungsfeldern und zur Verbesserung der Wassernutzungen am Schlandraunbach sowie an den langen Weg der Umsetzung.Nach einem 12-jährigen Genehmigungsverfahren ist es gelungen, die Kraftwerkskette in der Zeit von 2023 bis 2025 zu errichten und in Betrieb zu nehmen. Auch über die Schlüsselbauwerke wie etwa Wasserfassungen und Krafthäuser informierte Gostner, sowie über die Druckrohrleitungen, die Sanierung der Trinkwasserleitungen, die maschinelle Ausstattung und viele weitere Details. Dank der neuen Kraftwerke wurde die Stromproduktion in der Gemeinde in etwa verdreifacht. Gostner: Im Vorjahr wurden rund 6,380 Millionen Kilowattstunden produziert und im heurigen Jahr waren es bisher ca. 19,870 Millionen.Man könne in Zukunft mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von rund 20 Mio. Kilowattstunden rechnen. Als besonders positiven Aspekt bezeichnete Gostner den Umstand, „dass de facto die Landwirtschaft über die Wasserverteilung in Schlanders und Kortsch bestimmt.“ Zusammenfassend hielt der Wasserbauingenieur fest, dass die Kraftwerkskette nicht nur zu einem ökologischen Mehrwert geführt hat (Erschließung einer bisher ungenutzten erneuerbaren Energiequelle und ökologische Aufwertung der Verhältnisse am Schlandraunbach), sondern auch zu einem wirtschaftlichen Mehrwert (die Jahreseinnahmen werden mit rund einer Million Euro beziffert) und nicht zuletzt zu einem sozialen Mehrwert, wobei Gostner nicht nur den Neubau und die Sanierung der Trinkwasserversorgung anführte, sondern auch den verbesserten Betrieb der Bewässerungsanlagen sowie eine Beilegung historischer Wasserkonflikte im Schlandrauntal. Gostner dankte abschließend allen beteiligten Unternehmen und Firmen, die im teils steilen und schwierigen Gelände mitunter stark gefordert waren, und ganz besonders dem früheren Bürgermeister Dieter Pinggera für sein Durchhaltevermögen – „er gab trotz aller Schwierigkeiten nie auf“ – sowie dem Geschäftsführer des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau, Gottfried Niedermair, der vor allem einen wichtigen Beitrag als Vermittler und Gesprächspartner mit der Landwirtschaft geleistet habe.