Der neue Latscher Gemeindeausschuss mit (v.l.) Christian „Diddi“ Stricker, Irmgard Gamper, Mauro Dalla Barba (Bürgermeister), Manuel Platzgummer, Maria Kuppelwieser und Gertraud Gunsch.

Latsch will durchstarten

Neuer Ausschuss und neue Zuständigkeiten, aber Aufruhr aufgrund eines Flyers.

Publiziert in 35 / 2020 - Erschienen am 13. Oktober 2020

Latsch - „Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit. Meinungsverschiedenheiten und Reibereien wird es natürlich immer geben, aber in erster Linie ist es wichtig, Sachpolitik zu betreiben. Lasst uns gemeinsam der Gemeinde Latsch jenen Stellenwert geben, der ihr zusteht“, betonte der neue Latscher Bürgermeister Mauro Dalla Barba bei der ersten Gemeinderatssitzung dieser Verwaltungsperiode im CulturForum. Meinungsverschiedenheiten hatte es bereits im Vorfeld gegeben, so hatte die ehemalige Vizebürgermeisterin Sonja Platzer aufgrund ihrer Nichtberücksichtigung im Gemeindeausschuss ihren Rücktritt erklärt (der Vinschger hat berichtet). Wie Hermann Raffeiner Kerschbaumer, der die Ratssitzung leitete, erinnerte, werde der Rücktritt bei der nächsten Sitzung angenommen und Martin Pirhofer in den Gemeinderart nachrücken. 

„Bedauere den Rücktritt von Platzer“

„Wir haben den Vorschlag für den Gemeindeausschuss erst parteiintern besprochen“, erklärte Dalla Barba. Aufgrund von Platzer habe es Widerstand gegeben. Ihren Rücktritt bedauerte er. Auch beim zweiten Vorschlag habe der neue Bürgermeister auf die Frauen, die Fraktionen und auf den Wählerwillen geachtet. Diesen präsentierte er dem Gemeinderat. So werden in dieser Verwaltungsperiode neben Dalla Barba der Morterer Christian Stricker, die Tarscherin Gertraud Gunsch, die Latscherin Maria Kuppelwieser, der Latscher Manuel Platzgummer und die Goldrainerin Irmgard Gamper im Ausschuss sitzen. Bis auf Dalla Barba, der bisher als Referent fungierte, ist der Ausschuss im Vergleich zu den Vorjahren neu besetzt. Stricker agierte früher bereits als Gemeindereferent und war zuletzt „einfaches Ratsmitglied“. Gunsch, Kuppelwieser, Platzgummer und Gamper sind politische „Newcomer“. Mit dem neuen Ausschuss wolle man nun durchstarten. Der Vorschlag wurde mit 12 Ja, 3 Enthaltungen und 2 Nein bei einer geheimen Abstimmung angenommen. 

Zuständigkeiten vergeben 

Auch die Zuständigkeiten wurden bereits vergeben. Der Bürgermeister selbst werde sich künftig u.a. um die Gemeindeverwaltung, um Urbanistik und Bauwesen, die öffentliche Sicherheit und den Zivilschutz, Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit, Steuern und Gebühren oder etwa die Fraktionsverwaltungen kümmern. Christian „Diddi“ Stricker ist für Infrastrukturen und Energie, Umweltdienste, Landwirtschaft, Nationalpark, Straßen und Verkehr, öffentliche Arbeiten, den Bauhof und das Bildungshaus Schloss Goldrain zuständig. Gertraud Gunsch obliegen die Aufgabenbereiche Familie und Kleinkinderbetreuung, Senioren, Soziales und Gesundheit, geförderter Wohnbau und Friedhöfe. Maria Kuppelwiesers Zuständigkeiten sind Kindergärten und Schulen, Bibliotheken, Vereinshäuser, Vereine und Verbände, Heimatpflege und Traditionen sowie Kinderspielplätze. Manuel Platzgummer ist für neue Medien, Ortsmarketing und Eventmanagement, Ortsentwicklung und Jugend sowie Sport und Freizeit zuständig. Irmgard Gamper wird sich um die Wirtschaftsförderung und Innovation (etwa die neue Zusammenarbeit mit Start-Ups), Handwerk und Industrie, Handel und Gastronomie, Tourismus, Mobilität und die Fraktion St. Martin im Kofel kümmern. Wer von den Referentinnen bzw. Referenten das Vizebürgermeisteramt innehaben wird, soll bis zur nächsten Sitzung Ende Oktober entschieden werden. 

Aufruhr wegen Wahl-Flyer 

Die 3 Enthaltungen seitens der Bürgerliste Mitanond begründete Sepp Kofler mit einem Flyer, der kurz vor den Wahlen die Runde gemacht habe. „Wir haben nichts gegen den neuen Ausschuss, aber uns aufgrund dieser Aktion enthalten“, betonte er. In Goldrain sei demnach ein Flyer, der für die SVP und ihre Goldrainer Kandidaten warb, im Umlauf gewesen. Stein des Anstoßes dabei: Nicht nur der Goldrainer SVP-Ortsobmann habe hierbei offiziell unterschrieben, sondern auch Vertreter von Institutionen und Vereinen, vom Fraktionsvorsteher über den Feuerwehrkommandanten bis hin zum Präsidenten des Sportvereins, wie Sepp Kofler kritisierte. „Und das ist nicht richtig“, schimpfte er. Vor allem sei der im Flyer enthaltene Satz, „jede Stimme für eine Oppositionspartei, welche lediglich die Aufgabe der Kontrolle hat, schwächt dieses Unterfangen“, nicht zu akzeptieren. Dalla Barba betonte, nichts davon gewusst zu haben, Raffeiner Kerschbaumer versprach, der Angelegenheit nachzugehen. 

Ideenwettbewerb für Ex-Ortler-Areal geplant

Gleich bei der ersten Sitzung informierte der neue Bürgermeister über erste Tätigkeiten. So sei mittlerweile Bewegung in die Pläne rund um das ehemalige Ortler-Areal an der Latscher Hauptstraße gekommen. Hierbei wolle das Immobilienunternehmen Pohl einen Ideenwettbewerb ausschreiben. Im Gemeinderat solle bereits vorher diskutiert werden, wie es grundsätzlich mit dem Areal weitergehen solle und was ein solcher Wettbewerb beinhalten soll. Verkauft sei das Gelände jedoch noch nicht, die Verhandlungen laufen. 

Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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