Sigrid Obwexer, Gerda Hanni, Josef Dariz, Rosl Debiasi und Monika Brigl bei der 25-Jahr-Feier des BNF „Menschen helfen“.

Lieber ein Helfer, als zehn Erbarmer!

Publiziert in 14 / 2015 - Erschienen am 15. April 2015
Der Bäuerliche Notstandsfonds (BNF) „Menschen helfen“ feierte kürzlich seit 25-jähriges Bestehen in der Kellerei Meran Burggräfler in Marling Marling/Vinschgau - Der BNF ist eine Erfolgsgeschichte! Als einige Südtiroler Bäuerinnen in den späten 80er Jahren anfingen, Spenden für in Not geratene bäuerliche Familien zu sammeln, hätten sie wohl nicht gedacht, welche gewaltige Hilfslawine sie damit ins Rollen bringen würden. Bei der offiziellen Gründung der Notstandsvereinigung der Südtiroler Bauern im Jahre 1990 konnte man mit dem bescheidenen Betrag von 14.000 Euro helfen, inzwischen sind die finanziellen Unterstützungen und Sonderfinanzierungen für Menschen in Not auf 1,4 Millionen Euro im Jahr 2014 angewachsen. Stolz berichtete BNF-Obmann Josef Dariz von der geleisteten Arbeit des BNF im vergangenen Arbeitsjahr: 90 Ansuchen wurden begutachtet, davon nur 5 abgelehnt und 27 über Jahre betreute Härtefälle bearbeitet. Besonders Todes- und Krankheitsfälle, betriebliche Notsituationen und Brandfälle sind Ursachen der Notsituationen, wobei sowohl bäuerlichen als auch nicht bäuerlichen Familien geholfen wird. Der BNF betreut mehrere Hilfsprojekte wie die Studienbeihilfe, die Leihvergabe von Holzblockhäusern, Förderkredite über „Ethical Banking“ und Sonderprojekte in der Landwirtschaft. Einnahmen kommen neben den Spenden auch aus Verlassenschaften, Aktionen und dem Kartenverkauf vor Weihnachten. Senator Hans Berger und Landesrat Arnold Schuler nannten den BNF eine seriöse Organisation, bei der das Helfen und die Solidarität im Mittelpunkt stehe. Familienseelsorger Toni Fiung erinnerte an die versteckte, stille Not, unter der viele Menschen leiden. Viktor Peintner dankte Josef Dariz und seinem Vorstand in Vertretung der bäuerlichen Organisationen für die „Lebensaufgabe“ im BNF, der sie sich verschrieben hätten. Die Funktionäre, Gönner und Ehrengäste rief er auf, die Augen offen zu halten, hinzuschauen und Not zu melden: „Lieber ein Helfer, als zehn Erbarmer“. Auch im Bezirk Vinschgau wurden 14 Gesuche von Familien bäuerlicher und nicht bäuerlicher Herkunft eingereicht. Die Notsituationen waren auf Krankheit, Tod, Brände und Unfälle sowie weitere betriebliche Notsituationen zurückzuführen. Einige Härtefälle werden durch das Vorstandsmitglied Gerda Gemassmer Hanni aus Tarsch über eine längere Zeit begleitet. Die Ansuchen können über den Bezirksleiter des SBB in Schlanders, Johann Wallnöfer, oder bei nicht bäuerlichen Familien direkt im Büro des BNF in Bozen eingereicht werden. Da der BNF auf die Spenden aus der Bevölkerung angewiesen ist, braucht es weiterhin die Unterstützung aus der Bevölkerung. Der Spender kann seine Spende für eine bestimmte Familie, für eine definierte Notsituation oder ein Gebiet zweckbestimmen. Es werden jedoch keine Daten der Hilfesuchenden bekannt gegeben. inge
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.