Der ins Auge gefasste Neubau.

„Marzadro-Haus“ wird verschwinden

Publiziert in 7 / 2014 - Erschienen am 26. Februar 2014
Schlanders - Es ist zwar Teil eines jener Ensembles, die der Gemeinderat im Dezember 2012 als Ensemble-Schutz­zonen ausgewiesen hat, doch das ­„Marzadro-Haus“ in Schlanders wird der Spitzhacke zum Opfer fallen. „Wir haben uns seit Jahren zusammen mit den Eigentümern den Kopf darüber zerbrochen, welcher Zweckbestimmung dieses Haus, das rundum von ­Straßen umgeben ist, zugeführt werden könnte“, sagte Bürgermeister Dieter Pinggera am 20. Februar vor dem Gemeinderat. Alle seien sich bewusst, dass das Haus zu einer Ensemble-Schutzzone gehört, „aber ein Ensemble-Schutz schließt den Abriss eines Gebäudes nicht aus.“ Außerdem sei es besser, an dieser Stelle einen Neubau zu errichten als zuzuschauen, wie das derzeitige Haus vollständig verfalle. Ein Projekt (erarbeitet von einem Architektenteam aus Schlanders in Zusammenarbeit mit Peter Paul Pohl), das den Abriss vorsieht sowie die Errichtung eines modernen Neubaus in unmittelbarer Nähe, wurde unlängst von der Landesraumordnungskommission negativ beurteilt. Am 14. Februar nahm eine hochkarätige Vertretung der Abteilung Natur, Landschaft und Raumordnung mit Abteilungsdirektor Anton Aschbacher an der Spitze einen Ortsaugenschein in Schlanders vor. „Die Experten sicherten uns zu, dass der Abriss in diesem Fall vertretbar ist und dass auch der ins Auge gefasste Neubau der so genannten Torfunktion gerecht wird“, informierte Pinggera. Die Kommission werde der Landesregierung daher ein positives Gutachten als Grundlage für die endgültige Entscheidung unterbreiten. Im länglich angelegten Neubau, der bis zu 17,6 Meter hoch wird, sollen Dienstleistungsbüros und 16 Wohnungen Platz finden. Der Verkehr soll an einer Stelle zum Teil unter dem Gebäude verlaufen (siehe Bild rechts). Das Bauvolumen bleibt genau dasselbe. Auch ein flächengleicher Tausch zwischen dem Anger, der zum Haus gehört, und dem Palabirn-Anger ist vorgesehen. Bäume dürfen keine gefällt werden. Der Gemeinderat stimmte der für den Neubau notwendigen Bauleitplanänderung (Verschiebung der Wohnbauzone) einstimmig zu. Ob auch die Stimmung in der Bevölkerung einhellig sein wird, bleibt abzuwarten. Gewöhnungsbedürftig ist das Vorhaben allemal. Detail am Rande: Erwin Dilitz hatte bereits bei der Ausweisung dieser Ensembleschutz-Zone beanstandet, „dass dieses Haus verkehrstechnisch gesehen eine Katastrophe ist.“ sepp
Josef Laner
Josef Laner
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