„Die Wechseljahre sind kein Randthema, sondern eine Lebensphase“, sagte die Primarin Sonia Prader
Sonia Prager mit Konrad Lechthaler

Men(n)o. Mach mal Pause.

Publiziert in 3 / 2026 - Erschienen am 10. Februar 2026

Goldrain - Einen ebenso unterhaltsamen wie informativen Abend erlebten kürzlich jene Frauen (und die wenigen anwesenden Männer), die der Einladung des Kiwanis Clubs Vinschgau ins Schloss Goldrain gefolgt waren. Referentin war Sonia Prader, Primarin der Gynäkologie am Krankenhaus Brixen, die zum Thema „Die Wechseljahre. Was der Tanz der Hormone für Frauen und Männer bedeutet“ sprach. Der Erlös des Abends kam MOMO Kinderpalliativ Südtirol zugute. Eingeleitet wurde der Abend von Konrad Lechthaler, dem Präsidenten des Kiwanis Clubs Vinschgau, der die Referentin vorstellte und betonte: „Gut, dass so gute Ärztinnen bei der öffentlichen Sanität bleiben.“ Eine Haltung, die Sonia Prader ausdrücklich teilte: „Ich glaube an die öffentliche Sanität. Es ist wichtig, dass alle Menschen eine solide Versorgung bekommen.“Auch wenn die Wechseljahre in erster Linie Frauen betreffen, seien Männer keineswegs außen vor, erklärte die Primarin. Während Frauen oft offener mit den Veränderungen umgehen, täten sich Männer damit deutlich schwerer. Zugleich erfahre das Thema aktuell eine größere öffentliche Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt, weil die Generation der Babyboomer nun in diese Lebensphase kommt. „Das ist eine riesige Zielgruppe, mit der auch Geld gemacht werden kann“, so Prader. „Aber wir können froh sein: Endlich gibt es gute Forschung, weil sie rentabel ist.“ Als Menopause gilt der Zeitpunkt, an dem eine Frau ein Jahr lang keine Monatsblutung mehr hatte. Die Symptome dauern meist zwei bis fünf Jahre an, bei rund zehn Prozent der Frauen allerdings deutlich länger. In Einzelfällen bis ins hohe Alter. Zwischen 48 und 52 Jahren kommen rund 90 Prozent der Frauen in die Wechseljahre. Etwa ein Drittel der Frauen hat kaum Beschwerden, ein weiteres Drittel spüre deutliche Symptome, während ein drittes Drittel sehr stark betroffen sei. Hauptursache ist der Abfall des Östrogenspiegels. Vieles lasse sich bereits durch Lebensstiländerungen – Bewegung, gute Ernährung, wenig Genussmittel – abfedern. Darüber hinaus könne gezielt behandelt werden, etwa mit bioidentischen Hormonen, Cremes, aber auch mit Tees und Heilkräutern. Interessant sei zudem der Blick auf die Vorgeschichte der Frauen: Eine Schwangerschaft könne Hinweise darauf geben, wie Frauen die Wechseljahre erleben. Schwangerschaftsdiabetes etwa könne ein Indikator für eine spätere Diabetesproblematik sein, ebenso wie frühere Blutdruckprobleme.Obwohl an diesem Abend ausgerechnet die Technik eine Pause einlegte, gelang es Prader mühelos, ihr Publikum mitzunehmen. Mit Fachwissen, Humor und klaren Worten vermittelte sie, dass die Wechseljahre kein Randthema sind, sondern eine Lebensphase, die viele betrifft und nun endlich nicht mehr tabuisiert wird. 

Elisabeth Tappeiner

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