Das neue Unkrautvernichtungsgerät wird im gesamten Gemeindegebiet von Mals eingesetzt.

Mit Heißdampf gegen Unkraut

Publiziert in 30 / 2016 - Erschienen am 31. August 2016
Gemeinde Mals kann dank eines neuen Gerätes auf den Einsatz chemischer Mittel verzichten. Mals - Die Gemeinde Mals rückt dem Unkraut auf öffentlichen Flächen seit wenigen Wochen mit einer landesweit neuartigen Methode zu Leibe. Die Gemeindeverwaltung mit BM Ulrich Veith an der Spitze hatte sich schon seit längerer Zeit um eine Unkrautbekämpfung ohne Chemie bemüht. Seit kurzem ist es soweit. Das Unkraut auf Park­plätzen, an Gehsteigen und weiteren öffentlichen Flächen wird nun mit Heißdampf bekämpft. Hierfür wurde ein eigenes Gerät angekauft. Wie der Gemeindearbeiter Martin ­Eberhöfer und Vizebürgermeister Josef Thurner, der u.a. für den Bauhof zuständig ist, dem der Vinschger bestätigten, kann man bereits auf erste positive Erfahrungswerte verweisen. Das Gerät, hergestellt in Vorarlberg, wird vom Unternehmen Komland in Südtirol vertrieben. Die Funktionsweise der Keckex-Unkrautvernichtung ist einfach. Eberhöfer: „Mit Hilfe eines kleines Diesel-Brenners wird normales Leitungswasser zu einem ca. 140 Grad heißen Wasserdampfgemisch erhitzt.“ Der Dampf gelangt über einen Schlauch zu einem Ausbringgerät, das auf der Vorderseite des Fahrzeugs angebracht ist und den Dampf über Düsen verstreut. Es gibt ein Gerät zur Behandlung von Flächen und eines, das für Randstreifen genutzt werden kann, etwa für Gehsteige. Zudem gibt es Handlanzen zur Bekämpfung von Unkraut, das mit dem Fahrzeug nicht erreicht werden kann. Angekauft hat die Gemeinde nur das Zubehör, mit dem das bestehende Mehrzweckfahrzeug rasch und unkompliziert bestückt werden kann: 1.000-Liter-Wassertank, Brenner und Ausbringgeräte. Betrieben wird das System über die Hydraulik des Fahrzeuges. Vernichtet wird das Unkraut durch einen Eiweißschock. Dadurch wird die Zellwand der Pflanzen zerstört, sodass sie kein Wasser mehr aufnehmen können und in der Folge vertrocknen. „Das Austrocknen beginnt schon kurze Zeit nach der Behandlung“, erläutert Eberhöfer. 2 oder 3 Tage nach dem Verdampfen wird das Trockengut mit der Kehrmaschine gesammelt und entsorgt. Besonders gut eigne sich der Heißdampf u.a. auf gepflasterten Parkplätzen. Die Behandlung mit Heißdampf kann je nach Bewuchs und Stärke der Vegetation entweder nur einmal oder auch mehrmals durchgeführt werden. Das Wurzelwerk tiefwurzelnder Pflanzen wird bei der Bekämpfung übrigens nicht zerstört. Zusätzlich zum vollständigen Verzicht auf Chemie und einer effizienten und einfachen Arbeitsweise verweisen Eberhöfer und Thurner noch auf einen weiteren Vorteil des neuen Bekämpfungssystem: Sachschäden an geparkten Autos, zu denen es beim Einsatz von Rasen- und Buckelmähern infolge „fliegender“ Steinchen kommen kann, bleiben jetzt aus. In der Gemeinde Mals gab es bisher mehrere Schadensfälle pro Jahr, bei denen die Gemeinde zur Kasse gebeten wurde. Um auch andere Gemeinden für die neue, umweltschonende Art der Unkrautbekämpfung zu informieren, hatte die Malser Gemeindeverwaltung bereits im Frühjahr zu einer Vorstellung des Systems nach Tartsch eingeladen. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
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