Multikulturelle Begegnungen in Latsch (von links): GBI-Mitorganisator Uli Maubach, Vizebürgermeisterin Sonja Platzer, Viva-Latsch Geschäftsführer Patrik Holzknecht, Gemeindepolizistin Tanja Plörer und einige Helfer und Teilnehmer der Charity-Tour.

Multikulti Radstation

Publiziert in 23 / 2015 - Erschienen am 17. Juni 2015
350 Radfahrer aus 25 Staaten. Helfer von überall her. Und alles für den guten Zweck. Eine Charity-Radtour machte kürzlich in Latsch Halt. LATSCH - „We cycle for charity“: So das Motto der Global Biking Initiative (GBI) Tour. Dabei handelt es sich um ein Radsportevent für jedermann. Stets im Mittelpunkt: der gute Zweck. Jeder Teilnehmer verpflichtet sich im Vorfeld, für ein Spendenziel seines Landes eine bestimmte Spendensumme zu sammeln. Für die italienischen Teilnehmer sind das zum Beispiel mindestens 250 Euro pro Person. Alle Spenden kommen zu 100 Prozent dem Spendenziel zugute. So gingen in Italien die Spenden an die Kinderhilfsorganisation Aibi (Amici dei bambini). Mit Start in Venedig radelten mehr als 350 Teilnehmer in der vergangenen Woche in sieben Tagesetappen nach Stuttgart. Dabei galt es 750, oder für die etwas sportlicheren Athleten rund 950 Kilometer und rund 8.000 Höhenmeter zu bewältigen. Geschlafen wurde vor allem in Turnhallen und Zelten. Kein Wunder, dass der einzige Südtirol-Stopp im Rad-Dorf Latsch erfolgen sollte. Nach einer Anfrage des Veranstalters, zögerte die Gemeinde Latsch nicht lange und sagte zu. Untergebracht waren die Teilnehmer in der Sporthalle sowie im Eisstadion. Auf dem Latscher Festplatz hatte der Rad-Zirkus für einen Abend die Zelte aufgeschlagen - mit allem drum und dran, kleinen Werkstätten, Campern und Musik. Die Teilnehmer und Helfer von überall her, egal ob Muslime oder Christen; US-Amerikaner, Bundesdeutsche oder Italiener; allesamt hatten ihren Spaß, grillten und erholten sich von der anstrengenden Etappe. Auch einige Radsportler aus Mosambik und Ghana waren unter den Teilnehmern anzutreffen. Begeistert vom Vinschgau waren sie alle. „Der Radsport hat sich im Vinschgau zu einem wichtigen Tourismuszweig entwickelt. Eine solche Veranstaltung bringt eine große nachhaltige Wertschöpfung“, freut sich die Latscher ­Vizebürgermeisterin Sonja Platzer über den gelungenen internationalen Werbeeffekt. Latsch werde als Sportdorf weiter etabliert. Nach Latsch der Kraftakt Für die Teilnehmer der Radtour war Latsch zudem ein entscheidender Wendepunkt, eine angemessene Erholung vonnöten. Denn, nachdem die dritte Etappe für die meisten Radler von ­Trient nach Latsch recht mühelos zu schaffen war, stand bei der vierten Etappe, die von Latsch ins schweizerische Lavin führte, ein regelrechter Kraftakt auf dem Programm. 90 Kilometer und 2030 Höhenmeter galt es zu überwinden, darunter die Königin der Passstraßen, das Stilfser Joch. Über 1 Million Euro Global Biking wurde 2008 ins Leben gerufen. Das internationale Netz von Fahrradfahrern, die Spenden für hilfsbedürftige Menschen in ihrem Land, insbesondere für Kinder, sammeln, konnte bereits über eine Million Euro an Hilfsorganisationen weitergegeben. Infos unter www.gbi-event.org. MICHAEL ANDRES
Michael Andres
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Vinschger Sonderausgabe

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