Nach Schiffbruch kommt „sanfte Art“
Tiefgarage am Rathausplatz in Naturns war eines der Themen, die beim „Bürger/innen-Aperitif“ aufs Tapet gebracht wurden.
Naturns - „Bei allen Projekten und Maßnahmen der Gemeinde steht der Mensch im Mittelpunkt. Der Gemeinderat und die Verwaltung arbeiten im Interesse der Leute.“ Dies schickte Bürgermeister Zeno Christanell voraus, als er am 11. September viele Naturnserinnen und Naturnser im Naturparkhaus zum heurigen „Bürger/innen-Aperitif“ unter dem Motto „Gemeinsam unterwegs“ begrüßen konnte. Zum Auftakt wartete er mit einer geballten Ladung an durchwegs positiven Informationen auf. Mit fast 500 Unternehmen, rund 530.000 Nächtigungen pro Jahr, ca. 530 Arbeitsstätten, über 2.400 Beschäftigten in den verschiedenen Wirtschaftssektoren und über 100 Vereinen habe sich Naturns mitsamt den Fraktionen zu einer wirtschaftlich starken, familienfreundlichen und sozial ausgerichteten Gemeinde entwickelt, die mittlerweile über 6.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählt. Unbezahlbar und unverzichtbar seien die Tätigkeiten der ehrenamtlich wirkenden Vereine sowie die sozialen Einrichtungen, wie etwa die Dorfcaritas, die Seniorenmensa, die Kleiderstube oder die Tafel. Die Verschuldung der Gemeinde wurde weiter abgebaut. Sie sank von über 9 Millionen Euro im Jahr 2019 auf nunmehr ca. 1,5 Mio. Euro.
Viele Großprojekte
Breiten Raum widmete der Bürgermeister den vielen Projekten und speziell den großen Vorhaben, die in der Gemeinde anstehen. Bereits abgeschlossen ist Projekt „Begleitetes Wohnen“. Die 9 Wohnungen wurden bereits bezogen. Zum Großteil abgeschlossen ist auch der Neubau des Kindergartens in der Feldgasse (siehe Seite 40). Endlich beginnen will die Gemeinde im nächsten Jahr mit dem Neubau des Recyclinghofs. Vom Land erhofft sich die Gemeinde für das über 3-Millionen-Euro-Projekt einen Beitrag von mindestens einer Mio. Euro. Mit rund 3 Mio. Euro sollen die Trinkwasserquellen Haselbrunn saniert werden, wobei auch der Bau eines Kleinkraftwerks geplant ist. Rund 3,5 Mio. Euro werden nach der erfolgten Sanierung der Erlebnistherme in weitere dringende Arbeiten fließen: Erneuerung der Technik sowie Einrichtung einer „Medical Area“ für die Anwendung des Thermalwassers. Zu den weiteren Großprojekten gehört der Neubau des Musikprobelokals und die Erweiterung der Musikschule. Allein für die Bauarbeiten wird es 2,3 Mio. Euro brauchen. Noch zu sichern ist die Finanzierung der Einrichtung (rund 850.000 Euro). Sehr bemüht hat sich der Gemeinderat laut Christanell in den vergangenen Jahren für das Schaffen von Rahmenbedingungen für das „Leistbare Wohnen“.
Bereitschaftsdienste rund um die Uhr
Neu sind in der Gemeinde zwei 24-stündige Bereitschaftsdienste: Die Ortspolizei kann in dringenden Fällen rund um die Uhr unter Tel. 338 4934117 erreicht werden und der Bereitschaftsdienst für das Trink- und Abwassernetz unter Tel. 0473 671367. Informiert hat der Bürgermeister noch über viele weitere Themen, wie etwa über die Höhe der Gebühren und Steuern und das Gemeindeentwicklungsprogramm, das von vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern mitgestaltet wurde und dem Gemeinderat in absehbarer Zeit zur endgültigen Genehmigung vorgelegt wird.
Tiefgarage: „Breiter Konsens unerlässlich“
Bei der Diskussion wurde u.a. angeregt, das innerörtliche Radwegenetz zu verbessern bzw. auszubauen. Auf die Frage, wie es um die Erneuerung des Fußballplatzes steht, antwortete die zuständige Gemeindereferentin Astrid Pichler, dass mehrere Varianten geprüft werden. Viele Vereine würden sich einen Naturrasenplatz wünschen. Aufs Tapet gebracht wurde auch das Thema Tiefgarage. Der Bürgermeister räumte ein, dass die Gemeinde im Sommer 2023 einen Schiffbruch erlitten hat. Nach der Vorlage von 600 Unterschriften gegen das damalige Vorhaben und einem Antrag auf Volksabstimmung habe der Gemeinderat die „Segel eingeholt“ und alles auf 0 gestellt. Nun beabsichtige die Verwaltung, einen neutralen Planer zu beauftragen, damit dieser ergebnisoffen mehrere Varianten objektiv prüft und auslotet. Die Palette reicht von einer reinen Neugestaltung des Rathausplatzes bis hin zu einer ein- oder zweigeschossigen Tiefgarage samt Oberflächengestaltung. Sobald die Studie mit allen Varianten vorliegt, könne der Meinungsbildungsprozess beginnen, „immer mit der Einbindung der Bevölkerung.“ Man wolle das Thema dieses Mal „auf sanfte Art“ angehen. Ziel sei es, zu einem möglichst breiten Konsens zu kommen.