Neue Verbindungsbrücke
Arbeiten bei Latscher Plima-Brücke laufen auf Hochtouren. Mehr Sicherheit und Komfort.
Latsch - Die Arbeiten an der so genannten Plima-Brücke, die die Landesstraße zwischen Latsch und Goldrain verbindet, laufen derzeit auf Hochtouren. „Bis August soll fertig sein, wir hoffen aber, es geht so schnell wie möglich“, unterstreicht der zuständige Latscher Gemeindereferent und Vize-Bürgermeister Christian „Didi“ Stricker. Freilich, in zwei, drei Monaten sei hier aber nichts zu machen. Zu umfangreich, zu umständlich sind die Arbeiten.
Moderne Stahl-Beton-Verbundbrücke
Trotz des teils ergiebigen Schneefalls konnten die Abbrucharbeiten an der alten Brücke wie geplant pünktlich mit 26. Jänner beginnen. Damit einhergehend musste auch die Straße für den Verkehr gesperrt werden. Das bestehende Bauwerk samt Widerlagern wurde vollständig abgetragen. Während der Arbeiten im Bachbett wird der Plimabach abschnittsweise umgeleitet, um den Neubau der Widerlager zu ermöglichen. Diese werden größer dimensioniert und mittels rund zehn Meter langer Mikropfähle im Untergrund verankert. Nach Abschluss der Arbeiten wird das Bachbett wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Der Neubau erfolgt als moderne Stahl-Beton-Verbundbrücke. Die Tragkonstruktion besteht aus geschweißten Stahlträgern aus wetterfestem Cortenstahl, die mit einer Stahlbetonfahrbahnplatte verbunden werden. Der neue Übergang verfügt über zwei Fahrstreifen mit jeweils 3,50 Metern Breite, zusätzliche Randstreifen sowie einen 2,50 Meter breiten Geh- und Radweg. Beidseitige Leitplanken und ein 1,10 Meter hohes Schutzgeländer sorgen für zusätzliche Sicherheit. Die neue Brücke ist damit rund zwei Meter breiter als die alte. Auch der Straßenverlauf im Brückenbereich wird angepasst: Auf beiden Seiten werden Trassierung und Höhenlage verbessert, um die bisherige Engstelle zu beseitigen und einen gleichmäßigen Verkehrsfluss zu gewährleisten. Dafür wird die Straße um etwa 60 Zentimeter angehoben. Der bestehende Bildstock vor der Brücke bei Latsch musste weichen. „Das Bildstöckl wird in Richtung Mivor versetzt“, so
Stricker. Die Gemeindeverwaltung plant zudem den Gehsteig von der Brücke bis zur Industriezone. „In einem zweiten Moment soll dieser auch bis nach Goldrain führen“, lässt der Vize-Bürgermeister vorausblicken. Hierfür müssen aber noch mehrere Details mit den Anrainern – sprich, den Landwirten, denen die angrenzenden Felder gehören – geklärt werden.
Firma Mair als Subunternehmen
Die Planungsarbeiten wurden vom Büro Pohl + Partner aus Latsch ausgeführt, die vom Land durchgeführte Ausschreibung für den Bau der Brücke hat die Firma C.T.S srl aus dem Trentiner Ort Scurelle gewonnen. Als Subunternehmen fungiert die Firma Josef Mair & Co KG, hierbei koordiniert Klaus Patscheider die Arbeiten. „Wir kümmern uns um Abbruch, Aushub, Auffüllung und Asphaltierung“, erklärt Patscheider, der selbst aus Latsch stammt. Das Bauunternehmen Latsch zeichnet für die Maurerarbeiten verantwortlich, die Bozner Firma Auluma für die Stahlbauarbeiten. Als Projektleiter für das gesamte Bauvorhaben fungieren Andrea Pozza und Simona Sedlak vom Brückendienst des Landes. „Die Bauarbeiten sind mit 196 Tagen angesetzt. Dieser Zeitplan wurde mit dem Bürgermeister der Gemeinde Latsch vereinbart, um während der Apfelernte den Verkehrsfluss von und zur Obstgenossenschaft zu gewährleisten“, so Pozza. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf knapp zwei Millionen Euro. Der neue Übergang, der genauso wie der alte 27,70 Meter lang sein wird, wird nach den aktuellen technischen Normen ausgelegt, ist vollständig für den Schwerverkehr geeignet und auf eine Nutzungsdauer von mindestens 100 Jahren berechnet. Die alte Brücke war um das Jahr 1906 herum erbaut worden und bestand aus einer genieteten Stahlfachwerkkonstruktion. Aufgrund des hohen Alters wurden bei regelmäßigen Kontrollen starke Korrosions- und Verschleißerscheinungen festgestellt.
Shuttledienst eingerichtet
Die Straße bleibt bis zum Ende der Arbeiten gesperrt. Zwischen dem Bahnhof Goldrain und dem Bahnhof Schlanders wurde ein Shuttlebus eingerichtet, der die Verbindung mit dem Ersatzbus in beide Richtungen gewährleistet. Nur einige Schülerfahrten des Ersatzbusdienstes sowie die letzten Abendfahrten in Richtung Mals, für die keine Anschlüsse vorgesehen sind, fahren auch weiterhin den Bahnhof Goldrain an. Details zu den Fahrplänen gibt es im Internet unter suedtirolmobil.info sowie über die App von südtirolmobil.