Bei einer gemeinsamen Übung im Altersheim Mals im November 2012 (v.l.): Kurt Habicher, Felix Brunner, Annaise Jauch und Florian Peer.

„Nicht nur Grenze sein, sondern Grenze auch leben“

Publiziert in 5 / 2013 - Erschienen am 13. Februar 2013
Die Zusammenarbeit zwischen dem Weißen Kreuz Mals und dem Rettungsdienst Val Müstair wird immer enger. Mals/Val Müstair - Es wird gemeinsam geübt, man tauscht Erfahrungen aus, hält gegenseitige Rücksprache bei bestimmten Einsätzen und arbeitet bei Großveranstaltungen zusammen. Für Rettungsorganisationen ist das an und für sich nichts Neues, aber wenn zwischen zwei ­Rettungsstellen eine Staatsgrenze verläuft und die Zusammenarbeit dennoch gut funktioniert, ist es schon etwas Besonderes. „Wenn wir schon Grenze sind, wollen wir Grenze auch leben,“ stimmten kürzlich Felix Brunner, der Leiter des Rettungsdienstes Val Müstair, sowie Norman Punter, der Dienstleiter des Weißen Kreuzes Mals, und Turnusleiter Fabian Peer in einem Gespräch mit „Dem Vinschger“ überein. Felix Brunner war in das Zivilschutzzentrum nach Mals gekommen, um sich Infos für des Ankauf eines Rettungswagens zu beschaffen. Derartige Besuche sind nur ein kleiner Teil der Zusammenarbeit und engen Kontakte, wie sie die zwei Rettungsstellen seit rund 5 Jahren in immer größerem Ausmaß pflegen. Die Zusammenarbeit kommt nicht zuletzt der Bevölkerung dies- und jenseits der Grenze zu Gute, sprich den Patienten. „Als zum Beispiel ein Frau aus dem Val Müstair unlängst einen Skiunfall erlitt und sich verletzte, informierten wir die Rettungstelle Val Müstair und brachten die Patientin direkt in die Schweiz,“ berichtet Norman Punter. Und umgekehrt funktioniert es laut Felix Brunner genau so gut: „Als neulich ein Vinschger gleich hinter der Grenze einen Herzinfarkt erlitt, verständigten wir sofort das Weiße Kreuz Mals. Vom Mals bis zur Grenze sind es ja nur 6 km.“ Würde es keine Zuammenarbeit geben, würde in solchen Fällen die jeweilige „Rettungsmaschinerie“ in Gang gesetzt. Dies könnte zur Folge haben, dass zum Beispiel ein Vinschger, der im Val Müstair verunglückt, von der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega nach Zürich geflogen wird, oder dass eine Person aus dem Val Müstair, die bei uns einen Notfall erleidet, mit dem Pelikan nach Bozen oder Verona geflogen wird. Zweimal im Jahr treffen sich die zwei Rettungsorganisationen zu gemeinsamen Übungen in Mals und Müstair. Erfolgreich war auch die enge Zuammenarbeit bei der Tour de Ski am 1. Jänner im Val Müstair. Das Arbeistpensum der Rettungsstellen (ca. 9.000 Einwohner in den Gemeinden Mals, Schluderns, Taufers und Glurns sowie ca. 1.600 im Val Müstair) sind nur bedingt vergleichbar. Auf Staunen bei den Schweizern sorgt immer wieder die in Südtirol stark verwurzelte Freiwilligkeit. In der WK-Sektion Mals, die im Vorjahr übrigens das 40-jährige Bestehen feierte, leisten rund 70 Freiwillige einen wertvollen und unbezahlbaren Dienst am Nächsten. Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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