Noch innerhalb 2017 sollen tausende Menschen, die auf Müllhalden in Kalkutta leben, mit Wasser ­ versorgt werden.
Beim Besuch in Prad (v.l.): Nirmol Gomes, Petra Theiner und Mathew George.

Noch heuer Wasser für tausende Menschen

Zwei Priester aus Kalkutta zu Gast bei Petra Theiner. Hilfsprojekte für Müll- und Straßenkinder werden fortgesetzt.

Publiziert in 34 / 2017 - Erschienen am 10. Oktober 2017

Prad am Stjilfserjoch - Wenn Spendengelder zu 100 Prozent ankommen und konkrete und sichtbare Früchte tragen, ist das für die Spender ebenso erfreulich wie für die Verantwortlichen von Hilfsprojekten. Was mit den Spenden geschehen ist, die Petra Theiner aus Prad seit etlichen Jahren im Vinschgau und in ganz Südtirol gesammelt hat und weiterhin sammelt, um zusammen mit den Südtiroler Ärzten für die Welt den Ärmsten der Armen in Kalkutta zu helfen, darüber haben zwei Priester aus Kalkutta informiert, als sie Petra Theiner kürzlich einen kurzen Besuch abstatteten.

Für Kurzbesuch von Rom nach Prad

Der Salesianer-Priester ­Mathew George und der Geistliche Nirmol Gomes waren für eine zweiwöchige Konferenz von Salesianern aus aller Welt nach Rom gereist und nahmen sich Zeit für einen kurzen Abstecher nach Prad. Mathew George, den Petra schon im Zusammenhang mit anderen Hilfsprojekten in ­Kalkutta kennengelernt hat, betreut seit über drei Jahren das Projekt „Müll- und Straßenkinder“ und ist Petras Vertrauensmann vor Ort. Was bisher im Rahmen dieses Projektes mit Spenden aus Südtirol erreicht werden konnte, belegen u.a. folgende Zahlen und Fakten: Es konnte ein dauerhaftes Ernährungsprogramm für fast 500 Kleinkinder unter 5 Jahren und deren Mütter auf die Beine gestellt werden; für die Kleinsten, die unterernährt sind, wird für eine medizinische Versorgung gesorgt; 73 Frauen haben nach dem Abschluss eines mehrmonatigen Nähkurses eigene Nähmaschinen erhalten, sodass sie zum Unterhalt ihrer Familien beitragen können; für über 30 Personen, die auf Müllhalden leben, wurden die Kosten für dringende medizi­nische Eingriffe übernommen; ständige Begleitung von 120 Schülern mit Bezahlung der Gebühren und des Schulmaterials; Errichtung eines Computer-Zentrums für die Vermittlung von Kenntnissen auf diesem Gebiet. Außerdem erhalten rund 1.000 Kinder anlässlich des Kindertages zu Weihnachten regelmäßig ein Geschenk. Froh sind die Menschen vor Ort auch darüber, dass heuer 20 Toiletten gebaut werden konnten. Für über 35 Studenten können mit dem Spenden aus Südtirol Englischkurse finanziert werden. Jeweils 20 Frauen und Männer erhalten Kleinkredite als Starthilfe für den Bau eines Hauses oder die Annahme eines Jobs. Das derzeit größte Vorhaben ist ein Wasserprojekt, damit insgesamt zwischen 4.000 und 5.000 Menschen, die auf den Müllhalden leben, mit Wasser versorgt werden können. „Es war sehr schwer und langwierig, die dafür nötige Genehmigung zu erhalten, aber am Ende hat es doch geklappt“, so Petra. Die Arbeiten sind im Gang und werden in Kürze abgeschlossen.

Wasserprojekt vor dem Abschluss

Für das nächste Jahr ist der Bau einer Gemeinschaftshalle für ärztliche Untersuchungen geplant. Außerdem sollen dort Frauen Aufklärungshilfe erhalten. Und noch über ein weiteres Projekt haben Mathew George und ­Nirmol Gomes mit Petra gesprochen. Ihr großer gemeinsamer Wunsch ist es, für einige Orte, die ca. 50 Kilometer von Kalkutta entfernt sind, 5 Löcher zu bohren, um zu Wasser zu kommen. Schwierig ist dieses Vorhaben, für das es dringend Hilfe braucht, vor allem deswegen, weil in den betroffenen Gebieten in eine Tiefe bis zu 300 Metern gebohrt werden muss. Petra legt seit jeher großen Wert darauf, dass in Kalkutta und Umgebung kleine, überschaubare und auch finanzierbare Projekte umgesetzt werden. „Wir konnten in den letzten Jahren Zigtausende Euro nach Kalkutta schicken, und zwar mit großem Erfolg. Auch für 2018 brauchen wir die Mithilfe der Menschen in Südtirol“, so Petra. Für Mathew George und Nirmol Gomes ist die Hilfe von Südtirol mehr als nur ein kleiner Tropfen im großen Ozean. „In all den Jahren haben wir die Lebensbedingungen der Menschen auf und im Umkreis der Müllhalden nachhaltig verändert“, stimmen sie überein. „Nur dank der Hilfe der Südtiroler konnten wir so vieles tun.“ Einen besonderen Dank sprechen sie Petra aus, der treibenden Kraft vieler Hilfsprojekte. Mathew George: „Wir bekommen immer wieder gelegentliche Spenden, aber so wie Petra das macht, und zwar seit mehr als 14 Jahren, ist einzigartig. Es gibt nur noch einen Verein in Deutschland, der uns ähnlich wie Petra regelmäßig unterstützt. Es ist dies ein Verein, der Kindern in Armutsgebieten hilft und mit dem Petra zusammenarbeitet.“ Die zwei Priester waren vom Vinschgau und den Menschen beeindruckt. Mathew George sicherte zu, beim nächsten Besuch länger zu bleiben.

Infos
Spendenkonto: Südtiroler Ärzte für die Welt; Kennwort: Projekte Petra Theiner; Volksbank (IBAN: IT 95 U05856 11601 050570000333 BIC: BPAAIT2B050) Südtiroler Sparkasse (IBAN: IT35 E06045 11600 000005003779 BIC: CRBZIT2B090) Raiffeisenkasse (IBAN: IT 25 U 08081 11610 000306005349 BIC RZSBIT21B03

„Im Namen der Ärmsten der Armen danke ich allen, die uns durch Petra unterstützen.“
Mathew George

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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