Noch ist das „Kirchn it fir“

Publiziert in 35 / 2013 - Erschienen am 9. Oktober 2013
Marteller Konzession: Auch Gemeinderäte sollen involviert werden Martell/Laas/Latsch - „Ich werde alles daran setzen, damit bezüglich der Marteller Konzession bei der nächsten Sitzung der Landesregierung ein Schlussstrich gezogen werden kann.“ Dies sagte Landeshauptmann Luis Durnwalder am 3. Oktober dem „Der Vinschger“. Weitere, derzeit noch offene Energiefragen im Vinschgau sollen ebenfalls in absehbarer Zeit einer Lösung zugeführt werden. Durnwalder: „Ich möchte, dass alle Fragen noch vor dem Ablauf dieser Legislaturperiode geklärt werden.“ Auf die Frage, wie hoch die Beteiligung der Gemeinden Martell, Laas und Latsch am Kraftwerk Laas/Martel ausfallen wird, meinte Durnwalder: „33% werden es nicht sein. Es gibt aber eine Einigung mit den Gemeinden. Auch Albrecht Plangger, der Obmann des Vinschgauer Energiekonsortiums, war bei der Aussprache dabei.“ Laut dem Laaser Bürgermeister Andreas Tappeiner und dem Landtagsabgeordneten Sepp Noggler, früher VEK-Obmann und jetzt kooptiertes Ausschussmitglied, ist die Sache allerdings noch nicht gegessen. „Das Angebot des Landes, uns mit 25% zu beteiligen, steht. Mit derart weitreichenden Entscheidungen müssen aber auch die Gemeinderäte befasst werden und das braucht Zeit. Aus meiner Sicht ist es zwar möglich, dass die Landesregierung bei der nächsten Sitzung die Formalitäten beschließt und sozusagen den Weg ebnet, konkret entschieden wird dann aber in den Gemeinderäten“, so Tappeiner am vergangenen Donnerstag. Es gebe zum Beispiel in der Gemeinde Laas schon jetzt Stimmen, wonach die vom Land angebotene Beteiligung zu niedrig sei. Sepp Noggler ist derselben Meinung: „Der Landeshauptmann will deshalb mit 25% abschließen, weil er Angst hat, dass der VEK-Rekurs gegen die Vergabe der Konzession an die Hydros GmbH angenommen werden könnte.“ Eine Beteiligung gestehe das Land den Gemeinden nur unter der Bedingung zu, „dass das VEK den Rekurs zurückzieht.“ Noggler erinnert auch daran, dass bei der Konzessionsvergabe geschwindelt worden sei. „Diese Schwindelei ist für uns jetzt eine starke Waffe. Nicht nur unsere Rechtsberater versichern uns, dass wir sehr gute Karten für das Gerichtsverfahren beim Wassermagistrat in Rom in den Händen halten, sondern auch der normale Hausverstand sagt, dass jener, der schwindelt, ausgeschlossen werden muss, wenngleich man nie weiß, wie Gerichte am Ende entscheiden.“ Davon, den besseren Umweltplan und auch das bessere Angebot vorgelegt zu haben, sei man von Anfang an überzeugt gewesen. Was die Anrainergemeinden bzw. auch das VEK anstreben, sei ein Miteigentum beim Kraftwerk. Dafür sei eine neue Gesellschaft zu gründen. Die SEL ist an der Hydros mit 60% beteiligt, die Edison mit 40%. Auch mit der Edison ist zu verhandeln. Diese wird mittlerweile vom französischen Energieriesen EDF kontrolliert, „und Französisch können wir nicht“, so Noggler halb im Scherz und halb im Ernst. Sei man ursprünglich - damals gab es noch keinen Verdacht auf ­irgendwelche Tricksereien - davon ausgegangen, dass die 3 Anrainer­gemeinden mit höchstens 15% beteiligt würden, „ist der Kuchen jetzt größer geworden und Hand in Hand damit wachsen auch die Begehrlichkeiten.“ Noggler hofft stark, dass die Einigkeit unter der Anrainergemeinden bestehen bleibt, ebenso jene zwischen den Anrainergemeinden und dem VEK, das ebenfalls „mitnaschen“ will. Den großen Trumpf, sprich den Rückzug des Rekurses gegen die Konzessionsvergabe, werde man erst dann aus der Hand lassen, „wenn wir sicher sind, das Spiel zu gewinnen.“ Rechtlich gesehen obliegt es dem VEK-Obmann ­Albrecht Plangger, den Rückzug zu unterschreiben. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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