Mitglieder der Jury und der Familie Graiss bei der Preisverleihung (von links): Josef Gruber, Rudi Maurer, Brigitte Maschler, Richard Platzgummer, Lukas Graiss, Jutta Staffler, Anna Maria Graiss, Leonhard Wellenzohn (dahinter) und Wolfgang Graiss; Wilhelm und Katharina, die Geschwister von Lukas und Wolfgang Graiss, fehlen im Bild. Anna Maria sowie Lukas und Wolfgang Graiss tragen bei der Bewirtschaftung ihres Hofes in Morter den Gedanken von Karl Graiss weiter.

Ökologiepreis für Familie Graiss

Publiziert in 22 / 2005 - Erschienen am 16. November 2005
Die Familie Graiss aus Morter ist die Trägerin des zweiten Ökologiepreises Vinschgau. „Mit dieser Preisvergabe sollen die Verdienste von Karl Graiss gewürdigt werden. Sein Name ist mit dem biologischen Anbau im Vinschgau und auch südtirolweit untrennbar verbunden“, sagte Leonhard Wellenzohn aus Schlanders (Bio Vinschgau) in seiner Laudatio im Biohotel Panorama in Mals. Karl Graiss, der am 14. Jänner 2005 in seinem Heimatort Morter gestorben ist, war Vorsitzender der Organisation „Bund Alternativer Anbauer“, des südtirolweit ersten Zusammenschlusses von Biobbauern (1987). Bereits 1974 hatte Karl Graiss mit der Umstellung seiner Landwirtschaft begonnen. 1977 war die Bioproduktion in allen Arbeitsbereichen erreicht. Er war zeitlebens ein begeisterter Pionier, Wegbereiter und unbeirrbarer Hoffnungsträger für die Südtiroler Biolandwirtschaft sowie auch für die gesundheits- und umweltbewussten Konsumenten. „1980 hat er sein Sprühgerät verkauft, Anfang der 80er Jahre trat er aus der Obstgenossenschaft MIVO aus“, führte Leonhard Wellenzohn weiter aus. Karl Graiss sei seinen Weg stets konsequent und kompromisslos gegangen. Seine Arbeit mit dem Vieh, auf den Obstwiesen und Äckern habe er stets als Herausforderung verstanden, sich bewusst und kreativ mit der Natur auseinanderzusetzen. Als Promotoren, Träger und Stifter des Ökologiepreises nannte Josef Gruber aus Schleis (Bund Alternativer Anbauer) folgende Organisationen: Alpenverein, Vinschgauer Ärzte für eine gesunde Umwelt, Bioland Südtirol, Bio-Vinschgau, Bund Alternativer Anbauer, Ethical Banking-Dienst der Raiffeisenkasse Prad und Umweltschutzgruppe Vinschgau). Der Preis beläuft sich auf 2.800 Euro, die der Familie Graiss in Form von ethischen Sparbriefen überreicht wurden. „Mit dieser Preisverleihung soll der wertvolle Beitrag der Biolandwirtschaft für den Umweltschutz hervorgehoben werden“, sagte Gruber. Mit der Initiative des Ökologiepreises Vinschgau sollen jene Tätigkeiten oder Projekte hervorgehoben werden, die im ökologischen Sinne besonders nachahmenswert sind. Auch auf die Kriterien für die Preisvergabe ging Josef Gruber ein. Im Vorfeld der Preisverleihung hatte Jutta Staffler (Bioland Südtirol) jene Projekte bzw. Initiativen vorgestellt, die sich aufgrund ihrer ökologisch relevanten Tätigkeit die Nominierung für den Preis verdient haben. Es sind dies das Sonderprogramm Aufforstung Vinschgau, die Kleiderkammer (Latsch und Schlanders, die Biogaswerk-Genossenschaft in Prad sowie der neue Vinschger Bauernladen in Staben. Die Jury, bestehend aus je einem Vertreter der Trägerorganisationen, habe die ökologische Bedeutung und den Vorbildcharakter dieser Projekte ausdrücklich hervorgehoben und gewürdigt. Zur Preisverleihung waren auch Vertreter dieser vier Projekte bzw. Initiativen eingeladen worden. Thea und Friedrich Steiner vom Biohotel Panorama, dem 2003 der erste Ökologiepreis zuerkannt worden war, hatten für alle ein Bio-Buffet vorbereitet.
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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