Heuer zelebrierte Bischof Ivo Muser die Feierlichkeiten mit. Hier bei der ersten Station im Plawennpark.

Offen für Hilfesuchende sein

Publiziert in 33 / 2015 - Erschienen am 23. September 2015
Schlanders - Zum 216. Mal wurden heuer in Schlanders die Maria-Namen-Feierlichkeiten begangen. Heuer war auch Diözesanbischof Ivo Muser dabei, der an der ersten Station der Prozession im Plawennpark seine Predigt hielt. Er betonte dabei, dass man „uns als Christen an unserer Einstellung zum Leben erkennen muss“. Im diesem Zusammenhang forderte er die Gläubigen aus Schlanders und Umgebung auf, Grenzen anzuerkennen und nicht alles zu tun, was möglich wäre, auch im Hinblick auf folgende Generationen. Auch die ­aktuelle Flüchtlingswelle war Thema in den mahnenden Worten des Bischofs. Die Gastfreundschaft solle nicht nur zahlungsfähigen Touristen gelten, sondern auch jenen Menschen, die aus anderen Ländern und Kulturen kommen und Hilfe benötigen. Dass diese eine Gefahr für die Identität unseres Landes sein könnten, widerlegte das geistliche Oberhaupt der Diözese Bozen-Brixen. „Für die Identität ist jeder von uns zuständig.“ Auch mögliche Gebetseinrichtungen anderer Kulturen und Religionen würden ihm weniger Sorgen bereiten, als dass „der Glaube unter uns immer mehr verkrustet und verdunstet.“ Die Maria-Namen-Feierlichkeiten gehen in Schlanders auf das Gelöbnis der Schlanderser Schützen im Jahr 1799 angesichts der Bedrohung der Franzosen zurück, alljährlich das Gnadenbild „Unsere Liebe Frau am Rein“ in feierlicher Prozession durch das Dorf zu tragen. MG
Manuel Gruber
Manuel Gruber
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