Ein zum Nachdenken anregendes Erlebnis war das Passionssingen in Schlanders, bei dem der Bezirkschor des Südtiroler Chorverbandes mitwirkte.

Passionsspiel „Nikodemus“: ein berührendes Erlebnis

Publiziert in 14 / 2014 - Erschienen am 16. April 2014
Abwechslungsreich, spannend und berührend wurde beim Salzburger Passionsspiel das biblische Geschehen um das Leiden und den Tod Jesu Christi dargestellt. Die Klänge der Pongauer Bläser ertönten von der Empore, die Lieder des Salzburger Dreigesangs erklangen von der Kanzel, das Tobi Reiser Ensemble spielte im Presbyterium und der Bezirkschor Vinschgau/Burggrafenamt unter der Leitung von Julia Perkmann hatte an drei verschiedenen Positionen Aufstellung genommen. Die Salzburger Schauspieler Charly Rabanser (Nikodemus), Andrea Resch (Sarah), Alfred Kröll (Judas) und Willi Pilz (­Simon) stellten das Geschehen eindrucksvoll dar. Die Frage, ob die Beschäftigung mit Passion und Auferstehung Christi zeitgemäß ist, beantwortet sich nach dieser Aufführung von selbst; so eindrucksvoll , so ergreifend, wie die biblische Leidensgeschichte in Text und Musik dargestellt wurde, schafft es die beste Predigt nicht. Die biblische Gestalt „Nikodemus“ bietet uns viel Nachdenkenswertes. Als Mitglied des Jüdischen Rates ist Nikodemus auch gleichzeitig heimlicher Anhänger Jesu. Er gerät dabei in viele innere Konflikte, in ein Wechselbad der Gefühle. Er kämpft und bangt, letztendlich erwächst aus seinem Scheitern doch wieder Hoffnung. - So mancher Besucher hat sich vermutlich die Frage gestellt, wie es ihm ergangen wäre, wenn er Zeitzeuge Jesu gewesen wäre. Im Judaslied, das der Chor u.a. vorgetragen hatte, heißt es: „Weh mir! Ich hab meinen Jesum verloren, war ihm so nah. Was hab ich getan? Weh mir! `S wär besser, wenn ich nie geboren, hab ihn verraten. Was fang ich nur an?“ Julia Perkmann hatte die 66 Sängerinnen und Sänger des Bezirkschores Vinschgau/Burggrafenamt sehr kompetent, mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen vorbereitet und entsprechend viel Lob geerntet. Das Salzburger Passionsspiel wurde vom Konzertverein „­musica viva Vinschgau“ veranstaltet und fand am 5. April in der Pfarrkirche von Schlanders statt.
Katharina Hohenstein
Katharina Hohenstein
Vinschger Sonderausgabe

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