Plädoyer für regionale Eigenständigkeit

Publiziert in 15 / 2026 - Erschienen am 25. August 2026

Tartsch - Seit Jahren setzt sich die „ARGE iatz!“ im Südtiroler Schützenbund für mehr regionale Eigenständigkeit Südtirols ein. Bei den „ARGE iatz!“-Gesprächen am Tartscher Bichl wurde deutlich: Entscheidungen vor Ort, regionale Wertschöpfung und starke Dorfgemeinschaften sind zentrale Voraussetzungen für ein eigenständiges und lebenswertes Südtirol. Unter dem Motto „Regionale Eigenständigkeit trifft starke Wirtschaft“ diskutierten Vertreter aus Politik, Landwirtschaft und Tourismus sowie Vertreter des Südtiroler Schützenbundes über Wege, lokale Strukturen zu sichern und Abhängigkeiten zu verringern. Den Auftakt bildete eine Präsentation lokaler Biere. Anschließend folgte ein gemeinsames Mittagessen, das ausschließlich aus regionalen Produkten zubereitet wurde.

Heiko Hauser, Bürgermeister von Schluderns, verwies auf die Bedeutung lokaler Entscheidungsspielräume: „Zentrale Ministerien sind weit weg. Lokale Verwaltungen kennen Land, Leute und Abläufe.“ In seinem Dorf gelte es, Hausarzt, Bank, Bäckerei, Postamt und Gasthäuser zu erhalten. Dafür brauche es weniger Bürokratie und mehr Aufträge für Betriebe vor Ort. Alberich Hofer, Obmann der Südtiroler Bergbauern, hob die Bedeutung regionaler Lebensmittel hervor: „Ohne regionale Eigenständigkeit kein Essen, keine Sicherheit, keine Freiheit.“ Jeder Einkauf Südtiroler Produkte stärke Bauern, Landschaft und Heimat.

Regionale Wertschöpfung

Der Jungunternehmer Lukas Gerstl zeigte mit dem Prinzip „R30“, wie regionale Wertschöpfung praktisch umgesetzt werden kann: Seine Lieferbetriebe stammen aus einem Umkreis von 30 Kilometern. „Regionale Projekte weiterdenken und mutig umsetzen“, lautete sein Appell. Der Malser Bürgermeister Josef Thurner rückte Kultur und Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Südtirol müsse offenbleiben, zugleich aber authentisch, im Dialekt verwurzelt und regional verankert: „Es kommt auf uns und unsere Leute an.“ Auch der Schutz regionaler Wirtschaftskreisläufe und alpiner Lebensräume wurde angesprochen. Politische Prioritäten müssten stärker an den Realitäten vor Ort ausgerichtet werden. Der Landeskommandant des Südtiroler Schützenbundes, Christoph Schmid, fasste zusammen: „Wer regionale Strukturen schützt, sichert Wirtschaftskraft, Kultur, Landschaft und Lebensmittelsicherheit.“ Gehe Eigenständigkeit verloren, gerieten auch das soziale Gleichgewicht und die Versorgungssicherheit unter Druck. Die Kernbotschaft der Gespräche: „Regional entscheiden, regional einkaufen, regional leben – damit Südtirol eigenständig, stark und lebenswert bleibt.“

Redaktion

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