Beim „Weltmarkt“ halfen auch Sabrina Eberhöfer und Mirtha Oviedo aus Bolivien (rechts) mit.

„Porque tengo un corazón“

Publiziert in 23 / 2016 - Erschienen am 15. Juni 2016
Gelungenes Abschlussfest der Montessori-Klassen an der Mittelschule Schlanders. Mirtha Oviedo und Sabrina Eberhöfer informieren über Hilfsprojekt „Vida y Esperanza“ in Bolivien. Schlanders - Seit 6 Jahren beweisen die Montessori-Klassen an der Mittelschule Schlanders, dass sie ein Herz haben, ein „corazón“, das auch für Kinder, Jugendliche und Familien schlägt, denen es nicht so gut geht wie uns. Was die Schülerinnen und Schüler während des Schuljahres 2015/2016 im Rahmen des Projekts „Porque tengo un corazón“ unternommen haben, stellten sie am 10. Juni beim 6. Abschlussfest in der Aula Magna der Mittelschule vor. In 5 Arbeitsgruppen hatten sie sich eine Woche lang mit dem Thema „Natur- und Kulturlandschaft Oberer Vinschgau“ auseinandergesetzt. Sie besuchten u.a. das Vintschger Museum, die Ausgrabungsstätte Ganglegg, den Biohof Migi in Schleis, die Churburg, den Tälerhof in Schluderns, das Heimatmuseum Laatsch, die „Prader Sand“ und das Nationalparkhaus „aquaprad“. Auch mit den Themen „Wasser-Wosse“ und Schwabenkinder, zu denen im Vintschger Museum Ausstellungen zu sehen sind, befassten sie sich. „Die Schwabenkinder waren unsere Wirtschaftsflüchtlinge“ „Die Schwabenkinder waren unsere Wirtschaftsflüchtlinge“, hieß es bei der Vorstellung. Auch mit Asylsuchenden im „Haus Ruben“ in Mals nahm eine der Gruppen Kontakt auf. Es wurde u.a. gemeinsam das Vintschger Museum besucht. Einen Teil der Erfahrungen und Eindrücke sowie des Gelernten und Erlebten „verpackten“ die Arbeitsgruppen in einen Bildkalender. Ausgaben dieses Kalenders sowie Bastelarbeiten und viele weitere Arbeiten von Schülerinnen und Schülern aus Schlanders und Bolivien wurden auf einem „Weltmarkt“ an der Mittelschule feilgeboten. Der Erlös ist für das Projekt „Vida y Esperanza“ bestimmt. Es handelt sich um eine Hilfsinitiative der oew Südtirol (Organisation für Eine solidarische Welt), mit der Kinder, Jugendliche und Familien im Armenviertel von Cochabama in Bolivien unterstützt werden. Sabrina Eberhöfer aus Laas begleitet das Projekt als Freiwillige. Welche Früchte „Vida y Esperanza“ dank der Unterstützung aus Südtirol - und dazu gehören auch die Montessori-Klassen der Mittelschule Schlanders – in den vergangenen 10 Jahren getragen hat, zeigte Mirtha Oviedo, die das Projekt vor Ort betreut, zusammen mit Sabrina auf. Die Spenden werden demnach nicht nur für den Ankauf von Schulmaterialien eingesetzt, sondern auch für die Gesundheitsförderung und Hilfestellungen für notleidende Familien. Alkoholmissbrauch und Gewalt Als große Probleme nannte Mirtha den Alkoholmissbrauch seitens vieler Männer sowie Gewalt in der Familie. Schuldirektor Reinhard Karl Zangerle lobte den Einsatz der Schülerinnen und Schüler. Mit der Projektwoche und weiteren Aktionen sowie der damit verknüpften Hilfe für Menschen, die alles andere als im Überfluss leben, komme man der „Kosmischen Erziehung“, einem der Grundprinzipien in der Montessori-Pädagogik, sehr nahe. „Es ist uns als Schule ein Anliegen, das Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schärfen. Ökologie und Völkerverständigung sind große Herausforderungen“, sagte Zangerle. Der Direktor, der Lehrer Roman Perkmann, der das Abschlussfest moderierte, sowie Mirtha und Sabrina sprachen allen beteiligten Schülerinnen und Schülern, den Lehrpersonen, den Eltern sowie allen Gönnern und Freunden einen großen Dank aus. Auf dem Programm standen auch ein Grillfest zugunsten von „Vida y Esperanza“ sowie ein Montessori-­Spieleabend. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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