Prozentzahlenspaltung

Publiziert in 21 / 2014 - Erschienen am 5. Juni 2014
„So lügt man mit Statistik“: Das Buch von Walter Krämer klärt den Leser auf, welche Möglichkeiten es gibt, Ergebnisse zu schönen, ohne dabei die Daten zu verfälschen – gerade nach Wahlen eine sehr lohnende Lektüre. Wenn ich mir ein „Dolomiten“-Diagramm zur Europawahl anschaue, dann könnte es ein gutes Beispiel für Krämers Buch sein. Obwohl der SVP-Spitzenkandidat dieses Mal das schlechteste Vorzugsstimmenergebnis der Partei seit den ersten Wahlen zum Europaparlament im Jahre 1979 eingefahren hat, wird daraus in einem Balkendiagramm durch geschickte Auswahl der verwendeten Zahlen das zweitbeste (!) Ergebnis bisher. Es ist ganz einfach: Man nehme die Südtiroler Stimmen, die für die SVP abgegeben worden sind, berechne dann aber den prozentuellen Anteil des Kandidaten. Voilà! Man erhält den wunderbaren Wert von 76,69 %. Egal, von welcher Wahl und von welchem Land wir reden, ein Prozentsatz von fast 77 % klingt immer nach einem großen Erfolg (nur in Nordkorea und China wäre das zu wenig). Fazit: Kein Ergebnis ist so gut, dass man es nicht gerne noch ein wenig besser darstellen möchte. z
Christian Zelger
Christian Zelger

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