Die Pravierterhütte und was vom sagenumworbenen See noch übrig ist

S-charljöchl oder Cruschetta-Pass

Publiziert in 30 / 2013 - Erschienen am 4. September 2013
Stimmungsvolle Herbstwanderung ins Avingatal an der Grenze zur Schweiz Obwohl erst Anfang September, hat der Herbst in der Höhe längst Einzug gehalten. Die Almmatten wechseln langsam von Grün auf Rot-Gelb bis sie sich in Brau verabschieden. Der letzte Wandertipp für heuer führt von Taufers im Münstertal ins grenznahe Avingatal und zum S-charljöchl (2.296 m). Oftmals wird in der Wanderkarte auch der Begriff Cruschetta-Pass geführt. Vermutlich lässt sich der Name vom italienischen Wort Kreuzchen ableiten, das aufgerichtete hölzerne Wegkreuz, das im Mittelalter zwischen ­Taufers und Münster stand, um die Grenzen der Gerichtsbarkeit des Hochstifts Chur anzuzeigen. Zurück ins Avingatal kehrt mit dem Verhallen der letzten Kuhglocke, herbstliche Stille ein und lädt zur gemütlichen Wanderung bis hinauf zum S-charljöchl ein. Es verbindet den Vinschgau mit dem Unterengadin. Blicken wir von der Passhöhe Richtung Schweiz, ist noch nichts vom abgelegenen und gleichwohl romantischen Dorf S-charl, das ca. einer Stunde talabwärts liegt, zu sehen. Dieses Kleinod macht mich neugierig und so lese ich, dass der Ort auf 1.810 m liegt und über Jahrhunderte vom der Bergbau geprägt wurde. Von 1317 bis 1652 und dann noch einmal in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts soll Silber- und Bleierz abgebaut worden sein. 1989 wurden die noch erhaltenen Gebäude renoviert und beherbergen heute das Bergbau- und Bärenmuseum des Nationalparks. Bis etwa 1950 war S-charl ganzjährig bewohnt. Heute ist es im Winter nur mit Pferdeschlitten erreichbar und somit ein idealer Ausgangspunkt für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer, wenn da nicht die lange Anreise für uns Vinschger über Reschen- und Martinapass wäre... aber vielleicht im nächsten Winter einen Sonntagsausflug wert? Wanderführerin Andrea Kuntner Info WanderROUTE Anfahrt: Von Laatsch kommend in Taufers gegenüber dem Gasthof Lamm rechts ins Avingatal. Zuerst über geteertem Weg, später über Schotter steil hinauf bis zur Brücke unterhalb der Magitzeralm. Wegverlauf: Kurz zur Magitzer Alm (10 Min.), weiter zur ­Mitteralm (1/2 Std.) und der Pravierterhütte (1/2 Std.), wo die Straße endet. Nun ist nicht mehr weit bis zum S-charljöchl. In einem Rechtsbogen über große Steinpflaster zu Wegkreuz und Grenzstein (1/2 Std). Kinderwagen: Mit einem für Schotterwege geeigneten Kinderwagen machbar. Hinweis: Im Winter startet bereits oberhalb von Taufers eine Rodelbahn
Andrea Kuntner
Andrea Kuntner
Vinschger Sonderausgabe

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