Im Umkreis der Stadtmauern von Glurns dürfen künftig innerhalb eines 100 m breiten Bannstreifens keine neuen Intensivkulturen mehr angelegt werden.

Schranke für Intensivkulturen

Publiziert in 37 / 2012 - Erschienen am 17. Oktober 2012
Der Gemeinderat von Glurns stimmt einem ­Bannstreifen rund um die Stadtmauern zu. Glurns - Im Umkreis der Stadtmauern von Glurns dürfen künftig entlang eines 100 Meter breiten Bannstreifens keine neuen Intensivkulturen mehr angelegt werden. Der Glurnser Gemeinderat stimmte der Einführung dieses Bannstreifens am 10. Oktober bei je zwei Gegenstimmen und Enthaltungen mehrheitlich zu. Mit dem Bannstreifen sollen nicht zuletzt Gärten und Grünflächen im Umkreis der Mauern vor Spritzmitteleinträgen geschützt werden. Zusätzlich geht es laut BM Erich Wallnöfer aber auch darum, das Anlegen von Intensivkulturen in unmittelbarer Nähe der Stadt aus ästhetischen Gründen zu unterbinden. Er bezog sich speziell auf Kirschanlagen, die während bestimmter Zeitspannen mit weißen PVC-Folien abgedeckt werden müssen. Für einen 100 Meter breiten Schutzstreifen hatte sich im Vorfeld der Ratssitzung auch der Ortsbauernrat in einer Grundsatzentscheidung ausgesprochen. Bereits existierende Intensivkulturen, die sich innerhalb des Streifens befinden, dürfen natürlich weiterhin bestehen bleiben. Zu den offenen Fragen gehört jene, was geschieht, wenn jemand eine Intensivkultur innerhalb des Bannstreifens rodet und eine neue Anlage errichten will. Armin Bertagnolli (Freiheitliche) gab zu bedenken, dass 100 Meter im Falle von Karfiol-Feldern zu wenig sein könnten, „denn von abgeernteten Karfiol-Feldern können üble Gerüche ausgehen.“ IMU-Freibetrag für Erstwohnungen erhöht Auf ca. 32.000 Euro an laufenden Ausgaben verzichtet die Gemeinde Glurns, um den IMU-Freibetrag für Erstwohnungen von 200 auf 300 Euro zu erhöhen. Der Gemeinderat stimmte dieser Erhöhung einhellig zu. Bedauert hat BM Wallnöfer, dass es nicht möglich war, den IMU-Hebesatz für die Wirtschaft (7,6 Promille) nach unten zu korrigieren. Das Geld, das Rom von Südtirol verlangt, sei für immer weg. Für die Gemeinden werde es immer wichtiger, auf eigene finanzielle ­Ressourcen zurückgreifen zu können. „Eine dieser Ressourcen ist uns aufgrund des Abbaus der Windräder leider abhanden gekommen,“ so Wallnöfer. Und auch bei einer etwaigen hydroelektrischen ­Nutzung des Rambachs, über die am 25. November in Mals und Taufers abgestimmt wird, stehe Glurns außen vor, „obwohl diese Idee seinerzeit von Glurns ausgegangen ist.“ Bezüglich IMU gab Albrecht Ebensperger zu bedenken, dass diese Belastung für die Betriebe enorm sei: „Solange noch Reserven da sind, wird es einigermaßen gehen, dann aber sind schlimme Zeiten zu befürchten.“ Dass sich die Investitionsfreudigkeit der Unternehmer in Zeiten wie diesen in Grenze halte, sei nicht weiter verwunderlich. Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner
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