Im Bild links ein Modell des Vorprojektes für das neue Altersheim in Schluderns, rechts eine 3D-Ansicht.

Schritt für Schritt

Schluderns bekommt ein neues Altersheim. Baubeginn erst in einigen Jahren.

Publiziert in 4 / 2018 - Erschienen am 6. Februar 2018

Schluderns - Die Bewohner fühlen sich im derzeitigen Altersheim in Schluderns zwar durchwegs wohl und werden auch gut betreut, aber den heutigen Anforderungen entspricht die Struktur schon lange nicht mehr. Deshalb wird das derzeitige Gebäude zur Gänze abgerissen und ein Neubau errichtet. Das Vorprojekt für den Neubau wurde dem Gemeinderat am 1. Februar vorgestellt. Zumal sich das Altersheim in einer Denkmalschutzzone befindet, mussten laut Architekt Kurt
Stecher, der das Vorprojekt erstellt hat, einige Auflagen berücksichtigt werden: „Vom einem großen Baukörper, wie er ursprünglich geplant war, gingen wir ab. Der Baukörper wurde aufgegliedert und anstelle eines Flachdachs sind nun mehrere geneigte
Dächer vorgesehen.“ Bürgermeister Peter Trafoier schickte voraus, dass die zuständige technische Unterkommission das überarbeitete Vorprojekt bereits genehmigt und für sehr gut befunden habe.

50 Einzelzimmer

Der Zugang zum neuen Altersheim wird an der Südostseite errichtet. Im Erdgeschoss sind u.a das Tagespflegeheim, die Küche, ein Mehrzweck- und Speisesaal, eine Hausbar, die Rezeption und Büroräume vorgesehen sowie 2 Arztambulatorien. Im 1. und 2. Obergeschoss werden jeweils 20 Einzelzimmer sowie Aufenthalts- und Nebenräume errichtet. Weitere 10 Einzelzimmer sind im 3. Obergeschoss geplant, wo zudem eine Dachterrasse mit einem Wintergarten entstehen soll. Zusammen mit dem Kellergeschoss, wo u.a. der Wäschebereich sowie ein Werk- und Hobbyraum vorgesehen sind, beläuft sich das gesamte Bauvolumen laut
Stecher auf ca. 19.000 Kubikmeter. Die Freifläche (Hof) vor dem bestehenden Altersheim wird überbaut. 

Zeitgemäße Pflege

Die Altersheim-Direktorin
Sibille Tschenett freute sich, dass es gelungen ist, den Weg für den Bau eines zeitgemäßen Wohn- und Pflegeheims zu ebnen. Zeitgemäß sei vor allem die Errichtung von Einzelzimmern. Die Vorstellungen und Anliegen der Heimleitung seien bei der Erstellung des Vorprojektes berücksichtigt worden. Tschenett wertet den geplanten Neubau als „weiteren Baustein im Mix von Betreuungsformen im Territorium“. 

Noch ein weiter Weg

Als einen der nächsten Schritte kündigte der Bürgermeister die Erstellung des Einreichprojektes im Laufe des heurigen Jahres an. 2019 sollen das Ausführungsprojekt folgen sowie Umbauarbeiten an einer leerstehenden Pension südlich des Dorfes, wo rund die Hälfte der Bewohner während der Bauphase betreut werden soll. Für die weitere Hälfte werden Wohncontainer aufgestellt. Den Baubeginn stellte Peter Trafoier für 2020 bzw. 2021 in Aussicht. Zusätzlich zu noch fehlenden Gutachten und vielen weiteren Verfahrens-Schritten erinnerte der Bürgermeister auch an den finanziellen Aspekt.

Rund 10 Millionen Euro

Demnach wird der Neubau rund 10 Millionen Euro kosten. 4 Mio. Euro habe das Land bereits zugesichert. „Wir werden uns bemühen, zusätzlich dazu noch weitere Landesmittel zu erhalten“, so der Bürgermeister. Außerdem werde man mit den zuständigen Ämtern und Behörden laufend im Kontakt bleiben. Dass sich das Großprojekt auch stark auf den Gemeindehaushalt auswirken wird, liegt auf der Hand. Sobald die Genehmigung des Technischen Landesbeirates vorliegt, wird das Ausführungsprojekt dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt. Das Vorprojekt stieß bei der Ratssitzung am 1. Februar auf breite Zustimmung.

Wann wird der Strom günstiger?

Über den derzeitigen Stand der Dinge beim Vinschgauer Energiekonsortium VEK und der Stromverteilung im Obervinschgau informierte VEK-Obmann Alexander Telser. In Schluderns seien bisher über 509 VION-Verträge abgeschlossen worden: 201 Verträge als Mitglied der Genossenschaft und 308 Verträge als Nichtmitglied. Telser informierte auch über den geplanten Ankauf der Primärkabine in Glurns von der Edyna zu einem Preis von ca. 2,2 Mio. Euro: „Wir hoffen, dass die Gemeinden innerhalb März dem Ankauf zustimmen und die Geldmittel dafür bereitstellen.“ Auf die Frage von Brigitta Stecher Parth, ob der Strom nicht bald günstiger wird („das sollte ja das Ziel des Ganzen sein“), meinte Telser: „Hier sind uns die Hände irgendwie gebunden, denn Begünstigungen können wir nur für den effektiven Strompreis vorsehen und dieser macht nur rund ein Drittel des Gesamtpreises aus.“ Kritik übte Franz Kofler (Dorfliste) daran, dass das VEK Statutenänderungen vorgenommen hat, ohne vorab die Gemeinderäte damit zu befassen. Laut Kofler wäre eine Miteinbeziehung der Gemeinderäte verpflichtend gewesen. „Früher waren nur die Gemeinden und Energiegenossenschaften Mitglieder und jetzt beläuft sich die Mitgliederanzahl auf weit über 1.000“, so Kofler. Er erinnerte auch daran, dass die Gemeinden dem VEK beim Ankauf des zig Millionen Euro teuren Stromnetzes viel Vertrauensvorschuss gegeben haben. Telser konterte, dass er von keiner gesetzlichen Vorgabe in Kenntnis sei, wonach Statutenänderungen den Gemeinderäten zu unterbreiten wären. Das Stromnetz sei von den Gemeinden angekauft worden und verbleibe in deren Besitz. Es seien die Untervinschger Gemeinden gewesen, die auf die Statutenänderungen gedrängt hätten, „weil man befürchtete, dass die Einnahmen aus der Beteiligung am Zufritt-Stausee zur Deckung eventueller Defizite im Obervinschgau verwendet werden könnten.“ Das VEK und VION seien daher organisatorisch und buchhalterich voneinander getrennt worden.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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