Selbstrettung – immer einen Versuch wert

Publiziert in 10 / 2014 - Erschienen am 19. März 2014
Jährlich sterben Menschen bei zahlreichen Lawinenabgängen in den Alpen. In Südtirol schwankt die Zahl der Lawinenunfälle abhängig von den Verhältnissen von Jahr zu Jahr. Die erfolgreichste Überlebensstrategie jedes Wintersportlers wäre, das Auslösen einer Lawine zu vermeiden, d.h. sein Verhalten den jeweiligen Schnee- und Witterungsverhältnissen anzupassen. In den ersten 18 Minuten, in der sogenannten Überlebensphase, werden 91 % der Verschütteten lebend geborgen. Dies ist ein sehr kurzer Zeitraum, für die alarmierte Bergrettung es ist kaum möglich, innerhalb dieses kurzen Zeitraums den Verschütteten zu erreichen. Deshalb ist die Rettung von Alleingehern oder Wintersportlern ohne LVS-Gerät schwierig bis aussichtlos. Das Wichtigste für jeden Wintersportler ist die Ausrüstung mit LVS-Gerät, Sonde und Schaufel. Die sicherste Überlebenschance ist die Kameradenrettung. Diese sollte in eigenen LVS-Kursen immer wieder geübt werden, denn in der folgenden Erstickungsphase (18 bis 35 Min.) können durchschnittlich nur 34% der Verschütteten gerettet werden. Ein Aspekt, der nicht außer Acht gelassen werden darf ist der Versuch der Selbstrettung. Da wären: Eine Fluchtfahrt versuchen An Bäumen, Felsen festklammern An der Oberfläche bleiben durch Strampeln oder „Schwimmen“ Kauerstellung einnehmen, Atemhöhle schaffen Einen einzigen Befreiungsversuch unternehmen An die Rettung glauben! Airbag oder Avalung benützen. Zur erwähnten Pflichtausrüstung des Wintersportlers sollte als Schutz ein Biwaksack – er schützt vor Nässe, Wind und Temperaturverlust – und ein Erste-Hilfe-Set mitgenommen werden. Außerdem reduziert ein Skihelm die Verletzungsgefahr und kann ein funktionstüchtiger Airbag eine Ganzverschüttung vermeiden. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Ausrüstung regelmäßig kontrolliert und mit ihr regelmäßig geübt wird.
Andrea Kuntner
Andrea Kuntner
Vinschger Sonderausgabe

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