Rechts im Bild Manfred Thöni mit der Gesamtsiegerin „Gitti“, links Roman Stecher mit der Reservesiegerin „Lutta“.

„Sie geben viel Milch und sind zudem noch schön“

Publiziert in 20 / 2015 - Erschienen am 28. Mai 2015
120 Jahre organisierte Braunviehzucht in der Gemeinde Graun. Graun - In Graun stand am 17. Mai das Braunvieh im Mittelpunkt. 48 Züchterinnen und Züchter aus der Gemeinde Graun hatten ihre 95 besten Tiere für die Jubiläumsschau auf der Grünzone in Graun herausgeputzt. Mit der gut organisierten und rundum gelungenen Ausstellung wollte das Organisationskomitee unter der Leitung des Obmannes Roland Köllemann unter anderem an die Gründung der ­ersten Viehzuchtgenossenschaften vor 120 Jahren in Tirol erinnern. Die Viehzüchter der Gemeinde Graun hatten sich 1895 als erste im damals noch ungeteilten Tirol zu einer Zuchtgenossenschaft zusammengeschlossen. Die erste Zuchtgenossenschaft wurde 1895 in Langtaufers gegründet. 1896 folgten Reschen und Graun. 1898 kam St. Valentin a.d.H. dazu. Die Bauern haben seither viele Höhen und auch Tiefen erlebt. Ein großer Einschnitt war der Bau des Stausees. Es versanken nicht nur das Dorf Graun und ein Großteil des Dorfes Reschen in den Fluten des Stausees, sondern auch über 500 Hektar an fruchtbarem Kulturboden wurden überflutet. „Die züchterischen Anstrengungen des Verbandes, der Vereine und insbesondere der engagierten Züchter haben über mehr als ein Jahrhundert hinweg das Braunvieh zu einer langlebigen und robusten Rasse mit ausgezeichneter Milchleistung und Qualität gemacht“, hat Roland Köllemann im Katalog zur Jubiläumsschau geschrieben. Langlebige und robuste Rasse Vielleicht könnten genau diese Eigenschaften den Betrieben angesichts der Abschaffung der Milchquote und der unsicheren Förderpolitik helfen, „etwas be­ruhigter in die Zukunft zu blicken.“ Neben der Rasse seien auch die Kulturlandschaft und die Almen mit viel Einsatz und Fleiß gepflegt und geprägt worden. Auch Peter Zischg, der Geschäftsführer des Südtiroler Braunviehzuchtverbandes, ist überzeugt, „dass das Braunvieh durch seine Gesundheit, die Langlebigkeit, das starke Fundament und das korrekte Euter nach wie vor bestens für die Haltung im Berggebiet geeignet ist.“ Zurzeit gibt es in der Gemeinde Graun 162 Betriebe mit Braunvieh. Die insgesamt 825 Kontrollkühe gaben 2014 im Durschnitt 6.866 kg Milch pro Kuh, und zwar mit durchschnittlich 4,12% Fett und 3,43% Eiweiß. Zum Auftakt des offiziellen Teils der Jubiläumsschau nahm Pfarrer Siegfried Pfitscher die Tiersegnung vor. Bürgermeister Heinrich Noggler gratulierte allen Züchterinnen und Züchtern und dankte dem Organisationskomitee für die gelungene Jubiläumsschau. Der Milchwirtschaft komme heute eine verantwortungsvolle Aufgabe zu. Auch deshalb, weil eine gesunde und natürliche Lebensmittelversorgung immer wichtiger werde. Es sei Aufgabe der Landwirtschaft, gesunde Lebensmittel herzustellen sowie auch für eine intakte Natur- und Kulturlandschaft zu sorgen. „Habt weiterhin Freude mit den Tieren und der Arbeit“, sagte der Kammerabgeordnete Albrecht Plangger und verwies auf die lange Braunvieh-Tradition in seiner Heimatgemeinde. Super Qualität und super Organisation Auch Regionalassessor Sepp Noggler wartete mit Komplimenten auf: „Super Qualität und super Organisation.“ In diesem Sinn äußerten sich auch der Verbandsobmann Luis Hellrigl sowie der Preisrichter Gusti Koller aus Ardez in der Gemeinde Scuol in Graubünden. „Alle diese Tiere nützen dem Bauern und sind zudem noch schön“, sagte Koller, bevor er die Gesamtsiegrein bekanntgab. In 10 Kategorien waren die Tiere bewertet worden. Die Palette reichte von Jungrindern, die 2014 geboren wurden, und trächtigen Kalbinnen bis hin zu Mehrmelk- und Dauerleistungskühen mit über 40.000 kg Milch. „Gitti“ ist die Gesamtsiegerin Zur Gesamtsiegerin wurde die Mehrmelkkuh „Gitti“ von Manfred Thöni (Patscheid in Innerlangtaufers) gekürt, zur Reservesiegerin die Drittmelkkuh „Lutta“ von Roman Stecher (Spin in Graun). Bei den Kalbinnen wurde eine trächtige Kalbin von David Stecher ((Dörfl in St. ­Valentin) zur Gesamtsiegerin gekürt und eine Kalbin von Franz Josef Stecher (Plagött in St. Valentin) zur Reservesiegerin. Zur Eutersiegerin wurde eine Kuh von Konrad Köllemann (Kaschon in St. Valentin) auserkoren, der Reservesieg ging an die bereits genannte „Gitti“. Den Genossenschafts-Cup, zu dem Langtaufers, Reschen, Graun und St. Valentin mit je drei Tieren auffuhren, gewann Reschen bei den Jungrindern und Graun bei den Kühen. Viele haben zum guten Gelingen der Schau beigetragen. Die Mitglieder der OK-Teams ebenso wie viele Freiwillige, die Musikkapelle Reschen sowie die Braunviehkönigin Priska Schrott und die Braunviehprinzessin Katrin ­Hellrigl. Einen besonderen Dank zollt das Organisationskomitee allen Sponsoren und Gönnern. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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