Einstimmig hat der Gemeinderat von Schnals am 29. September die Machbarkeitsstudie für ergänzende Eingriffe für die Entwicklung der Skizone „Schnals“ genehmigt.

Skigebiet wird erneuert

Ja zu Machbarkeitsstudie der Schnalstaler Gletscherbahnen

Publiziert in 33-34 / 2021 - Erschienen am 12. Oktober 2021

Karthaus - Die Schnalstaler Gletscherbahnen AG beabsichtigt, die teilweise stark veralteten Anlagen im Skigebiet Schritt für Schritt mit neuen, modernen und leistungsfähigen Anlagen zu erneuern. „Hierfür sind kurz-, mittel- und langfristige Investitionen vorgesehen“, sagte Bürgermeister Karl Josef Rainer bei der Sitzung der Schnalser Gemeinderates am 29. September im Vereinshaus in Karthaus. Konkret hatte sich der Gemeinderat mit der Machbarkeitsstudie für ergänzende Eingriffe für die Entwicklung der Skizone „Schnals“ zu befassen, im Besonderen mit dem Austausch der bestehenden zwei Sessellifte „Gletschersee“ durch einen neuen modernen Sessellift sowie um die Adaptierung des bestehenden und den Bau eines neuen Speichers für Beschneiungszwecke. Wie der Bürgermeister ausführte, geht es bei diesen Investitionen auch darum, die Lawinengefahr an bestimmten Stellen in den Griff zu bekommen. Was den neuen Speicher mit einem Fassungsvermögen von ca. 50.000 Kubikmeter betrifft, soll damit angesichts des Rückgangs des Gletschers dafür gesorgt werden, ausreichend Wasser für die Beschneiung zu haben. Zusammenfassend hielt Karl
Josef Rainer fest, dass die von der Schnalstaler Gletscherbahnen AG geplanten Investitionen notwendig sind, damit das Skigebiet erneuert und rentabel geführt werden kann. Hierfür brauche es vor allem gute Wintersaisonen. Bereits im Frühjahr 2022 soll mit der Erneuerung der Seilbahn Kurzras-Grawand begonnen werden. Zu den kurzfristigen Maßnahmen gehören außerdem die Errichtung eines Erlebnis-Klettersteigs sowie die Erweiterung des Parkplatzes und die Errichtung eines neuen Lawinenschutzdammes. Der Gemeinderat stimmte der Machbarkeitsstudie einhellig zu.

Hotelzone: Entscheidung vertagt

Auf die Diskussionen rund um die schrittweise Errichtung eines Hotelkomplexes in Kurzras (insgesamt ca. 600 Betten, rund 70.000 Kubikmeter Bauvolumen auf 33.685 Quadratmetern) ging der Bürgermeister unter dem Punkt „Allfälliges“ ein. Der Heimatpflegeverband und der Dachverband für Natur und Umweltschutz hatten im Vorfeld der Landesregierungssitzung vom 28. September in einem offenen Brief gefordert, das Projekt nicht zu genehmigen. Das Vorhaben würde das angrenzende Moorgebiet zerstören, das Projekt sei „für diesen sensiblen Ort nicht geeignet“ und bringe keinen Mehrwert für das Schnalstal. Außerdem sei nicht zu vergessen, „dass die Anzahl der Skifahrer europa- und weltweit zurückgeht bzw. stagniert.“ Der Bürgermeister hatte seinerseits ebenfalls einen offenen Brief verfasst. Darin hält er u.a. fest, dass das Hochmoor nicht betroffen sei, dass sowohl die Gemeinde Schnals sowie auch die Landesregierung schon vor Jahren die Errichtung von 600 zusätzlichen Gästebetten in Kurzras genehmigt haben und dass der Gemeinderat im Jänner 2021 den Durchführungsplan für die Hotelzone einstimmig gutgeheißen hat.

„Motor für die Wirtschaft“

„In jahrelanger Arbeit hat die Gemeinde in nicht immer reibungsloser Zusammenarbeit mit den privaten Investoren eine Strategie erarbeitet, um dem Gletscher-Skigebiet und dem gesamten Schnalstal eine gute Zukunft garantieren zu können, unter Berücksichtigung der ökologischen wie ökonomischen Aspekte. Kurzras mit seiner Gletscherbahn ist und bleibt unbestritten der Motor für alle Wirtschaftsbereiche im Tal“, so der Bürgermister. Von der Landesregierung erwarte man sich, „dass sie zu den vom Gemeinderat einstimmig getroffenen Entscheidungen steht, die allesamt von der Landesregierung ebenso einstimmig per Votum bestätigt worden sind, sowie zu den Gutachten der großen Mehrheit aller Ämter und Kommissionen.“

„Rechtliche und meritorische Fragen“

Wie Landeshauptmann Arno Kompatscher im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung vom 28. September mitteilte, hatten eine Landesrätin und ein Landesrat um eine Vertagung des Projektes gebeten, „weil einige rechtliche und auch meritorische Fragen in den Gutachten aufgeworfen wurden.“ Kompatscher kündigte eine gemeinsame Aussprache mit den Technikern an. Im Anschluss daran werde das Vorhaben wieder auf die Tagesordnung der Landesregierung gesetzt.

Josef Laner
Josef Laner
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