Bei der Ratssitzung am 27. Febraur.
Diesen Preis hat die Gemeinde Schlanders in Brüssel erhalten.

„So etwas in Zukunft bitte vermeiden“

Publiziert in 5 / 2026 - Erschienen am 10. März 2026

Schlanders - Mit einem nicht alltäglichen Tagesordnungspunkt sah sich der Gemeinderat von Schlanders bei seiner jüngsten Sitzung konfrontiert. Es galt, über „außeretatmäßige Verbindlichkeiten“ abzustimmen bzw. deren Rechtmäßigkeit anzuerkennen. Über den Hintergrund klärte der Generalsekretär Georg Sagmeister auf. Demnach wurden während der vergangenen Verwaltungsperiode zahlreiche Aufträge an einen Ingenieur aus Schlanders vergeben, und zwar ohne die vorherige Einholung von Angeboten sowie Einhaltung weiterer Vorgaben, wie es hätte geschehen sollen. „Es ist passiert, ich nehme die Schuld auf mich und stehe dazu“, räumte Sagmeister ein. Er stellte die Liste aller Aufträge und die entsprechenden Honorarnoten vor. Die Arbeiten betrafen die Erstellung von Schätzgutachten, die Erarbeitung kleinerer Projekte sowie Dienstleistungen als Sicherheitskoordinator und Unterstützungsarbeiten im Bauamt.

Gesamtsumme von 121.000 Euro

Als Gesamtsumme aller Honorare kam inklusive der Mehrwertsteuer und der Spesen ein Betrag in Höhe von rund 121.000 Euro zusammen. Die Aufträge reichen zum Teil auf das Jahr 2022 zurück. Laut Sagmeister seien sämtliche Aufträge im Sinne der Verwaltung ausgeführt bzw. alle Dienste erbracht worden. Sollte der Rat dem Antrag zustimmen, „kann die Sache saniert werden.“ Der Rechnungsrevisor Andreas Wenter sagte, dass außeretatmäßige Verbindlichkeiten grundsätzlich zu vermeiden seien. Er habe die Sachlage geprüft und sei zum Schluss gekommen, dass alles transparent dargelegt wurde und somit in Ordnung sei. Bei der Diskussion wiesen mehrere Ratsmitglieder, u.a. der Gemeindereferent Günther Bernhart und Karin Meister, darauf hin, dass an den erbrachten Leistungen bzw. am Wert derselben zwar nicht zu zweifeln sei, aber die Formalitäten hätte man schon einhalten müssen. Die informelle Vergabe von einigen wenigen Aufträgen könne er nachvollziehen, „aber 30 Aufträge in 5 Jahren nicht“, sagte Bernhart wörtlich. Laut Martin Hauser, Karin Meister und weiteren Ratsmitgliedern sollten „solche Sachen“ in Zukunft nicht mehr vorkommen. Diese Meinung teilte auch die Bürgermeisterin Christine Kaaserer. Die Mehrheit stimmte der Anerkennung der außeretatmäßigen Verbindlichkeiten zu, Günther Bernhart, Georg Hasenburger, Martin Hauser, Karin Meister und Dunja Tassiello enthielten sich der Stimme.

Dorfladen in Vetzan wird im Frühjahr eröffnet

Mit Freude mitteilen konnte Vizebürgermeister Jürgen Tragust, dass der Dorfladen in Vetzan im Frühjahr eröffnet werden kann. Die Arbeiten befinden sich in der Endphase. Während für die Freizeitbar in der Sportzone Schlanders ein Pächter gefunden werden konnte (der Vertrag ist bereits unterzeichnet), fand sich für die Führung des Schwimmbades und der Bar kein Pächter, sodass die Gemeinde die Führung laut Tragust selbst in Hand nehmen wird. Das Thema der Rad- und Fußgängerverbindung Schlanders-Vetzan brachte Christiane Pircher aus Tapet. Sie wollte wissen, ob es bereits Gespräche mit den Grundeigentümern gegeben habe. Der zuständige Referent Günther Bernhart sagte, dass als erster Schritt im Hinblick auf die vom Gemeinderat beschlossene Errichtung der Verbindung zunächst ein Techniker mit der Ausarbeitung eines Projektes zu beauftragen ist. Bestätigt hat Christine Kaaserer auf Anfrage von Dunja Tassiello, dass der vom Sanitätsbetrieb provisorisch angestellte Hausarzt Burkhard Wermter mit Datum 31. März ausscheidet. Seine Patientinnen und Patienten müssen nun einen anderen Arzt bzw. eine andere Ärztin im Sprengel wählen. Die Bürgermeisterin kündigte an, das Thema Hausärzte in Schlanders bei einem bevorstehenden Treffen mit der neuen Direktorin des Gesundheitsbezirks Meran, Janah Maria Andreis, zu erörtern. In den Ratssaal mitgenommen hatte die Bürgermeisterin den Preis „Vanguard City Schlanders - Europäische Hauptstadt des kleinen Einzelhandels 2026“, den die Gemeinde unlängst in Brüssel erhalten hatte. Der Preis unterstreiche die Bedeutung des lokalen Handels in Schlanders aus wirtschaftlicher, aber auch aus gesellschaftlicher Sicht. Näher vorgestellt wurde der Preis bei einem Info-Abend am 5. März (siehe Seite 9). 

Josef Laner
Josef Laner

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