Stilfs vertraut auf Samuel Marseiler
Neuwahlen nach Tod von BM Heinisch bringen klares Ergebnis. SVP legt zu.
Stilfs - Als alleiniger Bürgermeisterkandidat war SVP-Kandidat Samuel Marseiler bei den Wahlen am 9. November in Stilfs ins Rennen gegangen. Anlass für die Neuwahl war der plötzliche Tod von Bürgermeister Franz Heinisch im Juli dieses Jahres. Marseiler, der seitdem bereits als amtsführender Bürgermeister agierte, erhielt 524 Stimmen, was 86 Prozent der abgegebenen Stimmen entspricht. Insgesamt schritten in der Gemeinde 609 Wähler/innen an die Urnen, 59,5 Prozent der Wahlberechtigten. Dies sind etwa 70 weniger als noch bei den Gemeinderatswahlen im Mai. 77,5 Prozent der Wähler/innen entschieden sich für die Südtiroler Volkspartei, 22,5 Prozent für die Süd-Tiroler Freiheit, was in absoluten Zahlen 441 zu 128 entspricht. Eine Abstrafung für die STF, die sich diesmal nicht für das höchste Amt bewarb – im Gegensatz zu den Wahlen im Mai, wo Simone Platzer als Bürgermeisterkandidatin angetreten war. Ein Wink der Bürger/innen, dass jenen das Vertrauen geschenkt wird, die sich der Verantwortung stellen? Die SVP konnte damit jedenfalls zwei Sitze im Gemeinderat dazugewinnen und kommt nun auf 12, die Opposition auf 3. Den neuen Gemeinderat bilden somit neben Bürgermeister Marseiler die SVP-Kandidaten Leo Berger (186 Vorzugsstimmen), Lisa Grutsch (161), Christian Knoll (157), Fabian Brenner (143), Jonas Zeus (123), Karin Wallnöfer (107), Christian Thoma (102), Judith Rungg (95), Emanuel Abertegger (78), Julian Prieth (69), Elischa Pinggera (61) sowie von der Süd-Tiroler Freiheit Lukas Steinhauser (89), Simone Platzer (82) und Markus Angerer (75). Bisher stellte die SVP allein den vierköpfigen Gemeindeausschuss, daran dürfte sich angesichts der schwächer gewordenen STF mit großer Wahrscheinlichkeit nichts ändern. Wie Bürgermeister Samuel Marseiler dem der Vinschger gegenüber ankündigte, sollen aber auf jeden Fall Gespräche geführt werden. Noch Ende November soll der Vorschlag für den Ausschuss im Rahmen der konstituierenden Sitzung vorgelegt werden.
„Das haben wir uns gewünscht“
Mit der Wahl zeigte sich BM Marseiler überaus zufrieden. „Ein solches Wahlergebnis haben wir uns gewünscht“, freute er sich in einer ersten Stellungnahme. Er sei sowohl mit dem Ergebnis der Partei als auch mit seinem persönlichen sehr zufrieden. Auch die Wahlbeteiligung könne sich sehen lassen. „Natürlich sind es ein paar Prozent weniger als im Mai, aber das ist klar, wenn es die zweite Wahl innerhalb eines Jahres ist und es nur einen Bürgermeisterkandidaten gibt“, nannte Marseiler einige Gründe. Das gute Ergebnis der SVP sei wohl darauf zurückzuführen, dass man viel investiert habe, „um die Leute zu überzeugen, dass wir es ordentlich machen“, so der neue Bürgermeister. „Die Menschen sehen, dass wir Verantwortung übernehmen“, unterstrich er vor allem im Hinblick auf die großen PNRR-Projekte. Durch Bürgernähe und viele Informationen, etwa in Form von Bürgerversammlungen, könne man punkten.
PNRR-Projekte und vieles mehr
Das Hauptaugenmerk in der Verwaltungsperiode gelte dem Abschluss der PNRR-Projekte im Laufe des nächsten Jahres. Aber es warten auch noch weitere wichtige Vorhaben, etwa der Radweg von Stilfser Brücke nach Gomagoi. Ohnehin tut sich auch in den Fraktionen einiges, so entsteht in Sulden eine neue Wohnbauzone. In Trafoi laufen Asphaltierungsarbeiten und Neugestaltungen. „Auch wollen wir einige Gelder in die Spielplätze investieren“, ließ Marseiler vorausblicken.