Idyllisches Panorama in Südtiroler Hand. Der Stilfserjoch Nationalpark rund um das Ortlergebiet wird künftig vom Land verwaltet.

Stilfserjoch Nationalpark in Landes-Hand

Publiziert in 44 / 2015 - Erschienen am 10. Dezember 2015
Südtirol wird seinen Teil vom Nationalpark künftig eigenständig verwalten. Effizienz und Bürgernähe durch dezentrale Verwaltung sind das Ziel. ROM - Jetzt ist es so gut wie fix: Der Nationalpark Stilfserjoch wird definitiv vom Staat an das Land übergehen. Südtirol wird seinen Flächenanteil demnach in Zukunft eigenständig verwalten. Bereits im Februar hatte Landeshauptmann Arno Kompatscher im Umweltministerium ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Ende der vergangenen Woche wurde im Ministerrat in Rom die entsprechende Durchführungsbestimmung genehmigt. „Damit haben wir ein weiteres wichtiges autonomiepolitisches Ziel für Südtirol erreicht“, unterstreicht Umwelt-Landesrat Richard Theiner. Der Latscher war in Vertretung von Kompatscher zu Gast beim italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi. Die seit Jahren angestrebte autonome Verwaltung werde nun Realität. „Es handelt sich um eine der schwierigsten Durchführungsbestimmungen, der jahrelange und zähe Verhandlungen vorausgegangen sind“, betonte auch SVP-Senator Karl Zeller. „Eigene Vision für Park entwickeln“ Bisher habe sich das Land an den Führungskosten beteiligt, aber selbst kaum über die Geschicke des Nationalparks entscheiden können. Mit dem Übergang der Verwaltung des Nationalparks Stilfserjoch an die Länder Südtirol und Trentino und die Region Lombardei gehört diese Situation der Vergangenheit an. „Die große Chance liegt nun darin, dass wir eine eigene Strategie für die Organisation, Führung und Bewerbung des Nationalparks ausarbeiten“, so der Landesrat über die Vorteile der eigenständigen Führung des Südtiroler Teils des Nationalparks. Nun sei man näher an der Bevölkerung, könne besser und effizienter arbeiten. „Der dezentralisierte Nationalpark wird zur wichtigsten Infrastruktur des Vinschgaus“, freute sich auch der Reschner Kammerabgeordnete Albrecht Plangger. Einheitliche Ausrichtung Gemeinsam mit den Gemeinden, Sozialpartnern und Umweltorganisationen vor Ort könne man nun eine eigene Vision für den Park entwickeln, „die unseren Interessen entspricht“, betont Theiner. Gleichzeitig müsse die einheitliche Ausrichtung des Nationalparkes Stilfserjoch unter allen beteiligten Körperschaften garantiert werden. Dazu werde ein Koordinierungskomitee eingerichtet. Nach der Genehmigung im Ministerrat ist die Ratifizierung des Staatspräsidenten der Änderung der Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut nur noch Formsache. Auch am bisher noch fehlenden Regionalgesetz der Lombardei zur Übernahme der Verwaltung sollte es nicht scheitern. Von der Gesamtfläche des Nationalparks Stilfserjoch von rund 131.000 Hektar liegen 45 Prozent in der Region Lombardei, 41 Prozent in Südtirol und 14 Prozent im Trentino.LPA/AM
Michael Andres
Michael Andres
Vinschger Sonderausgabe

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