Fabian Müller
Lisa Marie Telfser
Gabriel Fleischmann
Lara Peer
Hannes Tscholl
Leonie Seguella
Giulia Nasti

Stimmen einiger Jugendlicher

Publiziert in 9-10 / 2021 - Erschienen am 18. März 2021

Vinschgau - Fabian Müller (Naturns): Die Welt befindet sich im Ausnahmezustand, eine Pandemie macht das Leben der Menschen zunehmend schwieriger und mittendrin sind auch jene, welche für Unterhaltung und kulturelle Ereignisse sorgen. Mit Juvi habe auch ich in der Vergangenheit versucht, Emotionen in die Gesichter der Menschen zu zaubern. Nun da wir von einem Lockdown zum anderen schlittern, gestaltet sich das Leben schwierig. Mittlerweile sind es bei mir zwei Produktionen, bei denen ich mitgewirkt habe, die dann ins Wasser gefallen sind. Monatelange Arbeit wurde von einem auf den anderen Moment stillgelegt. Es macht mich schon ein bisschen betroffen. Es ist momentan für Theaterschaffende und generell für Kultur schaffende Vereinigungen eine harte Zeit. Bis diese vorbei ist, versuchen wir unser Bestes, arbeiten über soziale Medien und probieren den Menschen damit Emotionen ins Gesicht zu zaubern. Ich freue mich auf kommende Projekte und hoffe, dass wir bald wieder auf der Bühne stehen können, um nach dieser schwierigen Zeit wieder live zu unterhalten und ein Schmunzeln ins Gesicht aller zu bringen.

Lisa Marie Telfser (Schlanders): Ich als Jugendliche vermisse das Theater in Zeiten von Corona sehr, da es meine Leidenschaft ist. Juvi ist für mich wie eine große Familie und sie fehlt mir sehr. Ich glaube in meinem Alter ist es sehr wichtig, seine Hobbys und Leidenschaften ausleben zu können und ich merke immer wieder, wie sehr mir das Theater fehlt. Stets hoffe ich, dass es besser wird, sodass wir bald wieder mit dem Theater beginnen können, doch leider ist es nicht so einfach. Ich habe auch Theaterproben über Videolektionen miterlebt, doch es ist nicht dasselbe, wie wenn man seine Mitspieler in live sieht. Zweimal wurden Stücke, an denen ich mitgewirkt habe, vor der Premiere abgesagt. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man hört, dass etwas, auf das man so lange hingearbeitet hat, auf einmal nicht stattfindet. Doch ich bleibe optimistisch und hoffe auf bessere Zeiten: Irgendwann werden sie kommen. Hauptsache, es geht allen gut!

Gabriel Fleischmann (Schlanders): Ich finde, dass die Gesellschaft unter der Corona-Situation sehr gelitten hat. Die Menschen konnten sich nicht mehr treffen und waren teilweise alleingelassen. Deshalb finde ich es sehr schade, dass auch das Theater und vieles unserer Kultur verboten wurde, da genau dies die Menschen verbindet und jedem Hoffnung gibt. So schwankt mittlerweile die Hoffnung bei vielen, weshalb es wirklich wichtig wäre, wieder in Richtung Normalität gehen zu können. 

Lara Peer (Eyrs): Ich muss zugeben, für mich persönlich war vor allem der erste Lockdown viel mehr eine Bereicherung als eine Last. Nichtsdestotrotz dauerte es nicht allzu lange, bis mir Theater fehlte. Bereits zwei Produktionen, bei denen ich begeistert dabei war, wurden aufgrund der Pandemie abgesagt. Mir fehlt die Bühne, aber vor allem das Arbeiten im und mit dem Verein sehr – natürlich wird über verschiedenste Online-Medien stets weitergearbeitet – allerdings hoffe ich, dass wir bald wieder aktiver geplante Projekte verwirklichen können.

Hannes Tscholl (Latsch): Corona hat auch mich sehr beeinflusst. Mir fehlt das Theater, die Bühne, aber vor allem die Menschen. Die Teamarbeit mit den Mitspielern war für mich vor dem Ausbruch der Pandemie selbstverständlich. Dementsprechend lernte ich während des Lockdowns diese besonderen Momente zu schätzen. Die momentane Lage ist für die Theaterwelt schwierig. Trotzdem hat Juvi ständig neue Ideen, wie man auch in dieser Zeit die Jugendlichen fördert. Die Umsetzung dieser Ideen funktioniert gut und es entstehen immer wieder wundervolle Projekte. Ein Beispiel dafür ist der Juvi-Adventskalender, der im Dezember täglich zelebriert wurde. Ich bin stolz auf alle, die sich für diesen Verein einsetzen und gemeinsam an neuen Projekten arbeiten. Obwohl sich einiges geändert hat, bleibt das vertraute Gefühl der Geborgenheit, wenn ich mich mit den Mitgliedern unterhalte. Ich hoffe auf eine baldige Besserung der Situation und dass wieder Theateraufführungen stattfinden können.

Leonie Seguella (Latsch): Für mich sind Theater und der soziale Umgang sehr wichtig, ich finde gerade wir Jugendliche sollten unsere Kreativität ausüben können. Es ist für uns nicht „fein“ von Absagen aufgrund der Pandemie zu hören, wenn man sich schon seit mehreren Monaten auf ein Theaterstück vorbereitet. Von einem Tag auf den anderen wird einem das Stück dann entrissen, die ganze Arbeit wird umsonst. Dadurch, dass wir uns nicht mehr live sehen konnten, beschlossen wir, online weiter zu proben, natürlich war das kein Vergleich zu den Präsenzproben. Juvi hat trotz Corona tolle Projekte gestartet, das fand ich persönlich super. Ich hoffe, dass dies bald ein Ende nimmt und die Normalität zurückkehrt.

Giulia Nasti (Mals): Seit ich Theater mache, hat für mich eine Art Wachstum begonnen und ich bin mir auch relativ sicher in Zukunft diesen Weg gehen zu wollen; dies ist einer der vielen Gründe, warum Theater für mich so wichtig ist. Wegen des Coronavirus und den damit verbundenen Lockdowns fühle ich mich, als wäre mein Wachstum unterbrochen worden bzw. als könnte ich nur in sehr kleinen Schritten weitergehen. Aber mit Juvi bleiben wir nicht ganz stehen. Wir geben den Willen nicht auf, die Pandemie hält uns nicht auf. Auch wenn wir momentan nicht die Möglichkeiten haben zu proben oder Projekte bis zum Ende durchzuführen, denken wir immer weiter und versuchen so flexibel und gut wie möglich mit der Situation umzugehen.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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